Human Fate: Eclypse

Aristeia! - Eclypse - Titelbild


Sie macht Gegner sichtbar und Verbündete unsichtbar. Wer beides auf dieselbe Figur legt, hebt sich selbst auf.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, dieser Name hat schon einmal jemanden umgebracht! Der erste Träger ging in einer Kugel aus Dunkelheit hoch und kam nie zurück, und jetzt steht sie da, in Schwarz, mit einer Peitsche aus schwarzem Licht, und antwortet auf jede Frage mit demselben Satz über den Sternenhimmel! Aus Human Fate, für Baily Corp.: ECLYYYPSE! Nicht blinzeln, sonst sind Sie markiert!

Eclypse
Eclypse, die Schattenweberin.

„There is nothing higher than the starry sky.“

Human Fate brachte vier Figuren mit: Dart, Prysm, Bìxié und sie. Zwei davon haben den Zustand Hidden ins Spiel gebracht, und Eclypse ist die, die ihn verschenkt statt ihn zu behalten.

Auf ihrer Karte stehen fünf Effektzeilen, und alle fünf drehen an Zustandsmarkern. Drei verhängt sie selbst, fremde dreht sie um, und zwei ihrer vier Taktikkarten tun nichts anderes, als die beiden Zustände zu verteilen, die sich auf der Karte gegenüberstehen. Kein anderer Aristo, der mir untergekommen ist, arbeitet so ausschließlich an Markern statt an Lebenspunkten.

Zwei Eclypse, und der erste ist tot

Aristeia! – Eclypse

Der Hintergrundtext fängt nicht bei ihr an, sondern bei einem Mann.

Seit der zehnten Saison ist Aristeia! weniger Sport als Messe. Die Hyperkonzerne der Menschensphäre schicken Figuren in die Arena, um Biochemie, Nanotechnik und Waffentechnik an die Hauptauftragnehmer der großen Nationen zu verkaufen, und der beste Weg zu einem fetten Vertrag ist ein Champion, der die Ordeals übersteht und Bahadur wird.

StarLight Inc., ein Hightech-Unternehmen aus der Ypsilon-Holding, meldete für die achtzehnte Saison seinen ersten Champion: Eclypse. Grauer Overall, kurzer Mantel mit goldener Borte, die Firmenfarben. Seine Technik verdichtete Energie, indem sie Lichtphotonen einfing. Er erzeugte Schatten, die es nicht geben konnte, bestrafte Gegner mit einer Peitsche aus schwarzem Licht und veränderte mit derselben Energie die Bedingungen im Spielfeld. Die Fachpresse hielt ihn früh für einen Favoriten. Auf die Frage, ob er ganz nach oben wolle, antwortete er mit Kopernikus:

There is nothing higher than the starry sky.

Dann überlastete sich mitten im Kampf der Kern seines Kondensators und implodierte. Eine Kugel aus Dunkelheit verschlang ihn vollständig. Der Cube ließ sich nicht unversehrt genug bergen, um ihn in einen synthetischen Körper zurückzuverpflanzen, was man in dieser Welt „Auferstehung“ nennt. Sein Tod war endgültig, und er ist damit das erste bestätigte Todesopfer dieses Sports.

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Für die Zuschauer daheim, weil dieser Satz leicht überlesen wird: In der Menschensphäre ist der Tod eine Formalität, solange der Cube heil bleibt. Ein Aristo, der im HexaDome fällt, steht in der nächsten Saison wieder da. Eclypse nicht. Er ist die Figur, an der dieses Spiel gelernt hat, dass seine eigene Werbeveranstaltung Leute umbringen kann.

StarLight schickte in der Saison darauf eine tentakelbewehrte robotische Groteske namens Shadow Crawler als Ersatz. Sie fiel durch, der Aktienkurs brach ein, die Firma verschwand.

Jahre später meldet eine neue Ypsilon-Tochter einen Champion an, und der Name ist derselbe. Baily Corp. stellt Eclypse auf, und diesmal steckt eine Frau darin: Sarah Wang. Sie hat die undankbare Aufgabe, die Erwartungen eines Toten zu erfüllen und dessen Fans zurückzuholen. Über sie selbst ist so gut wie nichts bekannt. Auf Nachfragen in den Medien antwortet sie mit dem Zitat ihres Vorgängers:

There is nothing higher than the starry sky.

Der offizielle Text nennt diese Antwort „verstörend“ und schreibt, sie habe auf Maya ganze Ströme von Gerüchten ausgelöst. Ein zweiter Werbetext legt nach: Ihr Auftreten habe das Publikum bestürzt, die Medien seien gespalten, und sie sei bereit, jeden zu töten, der ihren Weg kreuzt.

💅 RHOD BOZZO: Und Schatz, das Styling ist eine Ansage. Kein Firmenlogo, keine fröhlichen Farben, kein Lächeln für die Kameras. Schwarz, Gold, ein Gesicht hinter einer Maske, und diese Augen. Der erste Eclypse trug Grau mit Goldborte und sah aus wie ein Vertriebsleiter mit Sonderausstattung. Sie sieht aus wie das, was von ihm übrig geblieben ist.

Die Charakterkarte

Aristeia! – Eclypse
Eclypses Charakterkarte aus Human Fate: zwei Aktionen, eine Passive und ein genereller Switch, der einen Erfolg kostet.
Wert
Lebenspunkte3
Initiative5
Energie5
Bewegung5
Defenseblau, schwarz
Brawnblau, gelb
Agilityorange, gelb

Bewegung 5 ist der auffälligste Wert. Sie kommt weit, und das passt zu einer Figur, deren Aufgabe darin besteht, an der richtigen Stelle zu stehen. Alles andere liegt im Mittelfeld, bis auf eine Zeile.

Der schwarze Würfel in der Verteidigung

Zwei Verteidigungswürfel sind schon wenig. Dass einer davon schwarz ist, macht es schlimmer, als es aussieht.

Würfel Blocks Erfolge Spezial
grün1,0000,0000,333
blau0,8330,5000,333
schwarz0,5000,0000,000

Schwarz blockt halb so viel wie grün und liefert sonst nichts. Kein Erfolg, kein Spezialsymbol, keine leere Seite weniger. Er ist von beiden echten Verteidigungswürfeln vollständig dominiert.

Was das kostet, sieht man am besten, wenn man den blauen Würfel stehen lässt und nur den zweiten austauscht. Gemessen wird der erwartete Schaden aus einem Angriff mit drei orangen Würfeln:

Verteidigung Blocks Schaden gegen 3 orange
blau + gelb1,1671,458
blau + schwarz1,3331,325
blau + blau1,6671,101
blau + grün1,8331,010

Ein schwarzer Würfel statt eines grünen kostet sie 0,315 Schaden je Angriff, also 31 % mehr. Bei drei Lebenspunkten hält sie rechnerisch 2,3 solcher Angriffe aus. Prysm aus derselben Box nimmt bei gleicher Trefferlage 1,121 Schaden und hält mit vier Lebenspunkten 3,6 aus.

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Der interessante Teil steht nicht in der Schadensspalte. Schwarz hat keine Spezialseite, und Eclypse bezahlt einen ihrer beiden Switches mit Spezialsymbolen. In ihrem Verteidigungswurf zeigt sie in nur 33,3 % der Fälle überhaupt ein Spezial, mit einem gelben Würfel an derselben Stelle wären es 88,9 %. Sie würfelt dort effektiv mit anderthalb Würfeln.

Der Vergleich mit Gelb ist trotzdem lehrreich: Gelb liefert im Verteidigungswurf noch weniger Blocks als Schwarz und lässt den Schaden auf 1,458 steigen. Der schwarze Würfel ist nicht der schlechteste Würfel für diesen Zweck. Er ist der langweiligste.

Der generelle Switch: Marked kostet einen Erfolg

Über den Aktionen steht eine Zeile, und sie gilt in jedem Wurf der Figur:

Ein Erfolg: Marked auf das Ziel.

Das ist ungewöhnlich. Generelle Switches kosten sonst Spezialsymbole, bei Hippolyta einen Block. Hier steht der Erfolg, also genau das Symbol, aus dem Schaden entsteht. Verbrauchte Symbole zählen im Ergebnis nicht mehr mit: Wer markiert, verzichtet auf einen Treffer.

Wurf E[Erfolge] mindestens 1 mindestens 2
Verteidigung (blau, schwarz)0,50050,0 %0,0 %
Brawn (blau, gelb)0,83366,7 %16,7 %
Agility (orange, gelb)1,16777,8 %33,3 %
Moon Cycle (blau, gelb)0,83366,7 %16,7 %
Black Lightning (orange, orange, gelb)2,00092,6 %66,7 %

Die Null in der letzten Spalte ist der Punkt. In ihrem Verteidigungswurf kann sie höchstens einen Erfolg haben, weil der schwarze Würfel keine Erfolgsseite trägt und der blaue nie zwei auf einmal zeigt. Sie kann sich beim Verteidigen also wehren oder markieren, nie beides.

Im Angriff sieht es anders herum aus. Black Lightning liefert in zwei von drei Würfen zwei Erfolge oder mehr, dort ist der Preis bezahlbar. Was er trotzdem kostet, gegen eine Standardverteidigung aus grün und blau gerechnet: 0,677 Schaden ohne Switch, 0,265 mit. Das sind 61 % ihres ohnehin bescheidenen Schadens.

🥊 FINALBOSS: Ohohoooo!!! Zu meiner Zeit hat man den Gegner geschlagen, bis er unten lag. Die Dame schlägt einmal zu und zeigt dann mit dem Finger auf ihn, damit die anderen ihn besser finden. Und das Verrückte ist, dass es funktioniert.

Black Lightning, 2 AP, Reichweite 2-5

Zwei Aktionspunkte, zwei orange Würfel und ein gelber. Dazu ein Switch, der zwei Spezialsymbole kostet und Dazzled verhängt.

Bedingung fällt an in
Treffermindestens ein Erfolg92,6 %
Switch, Dazzledzwei Spezial55,6 %
genau zwei Spezial38,9 %
Treffer und SwitchErfolg und zwei Spezial55,6 %

Die letzten beiden Zeilen sind dieselbe Zahl, und das ist kein Rundungsfehler. In diesem Würfelpool gibt es keinen einzigen Ausgang mit zwei Spezialsymbolen und null Erfolgen. Beide Spezialseiten des orangen Würfels tragen einen Erfolg mit, und die einzige gelbe Seite mit zwei Spezial ebenfalls. Wenn sie Dazzled bezahlen kann, hat sie auch getroffen.

Für den Spieler heißt das: Der Switch kostet sie nie den Treffer. Das ist bei einem Zwei-Spezial-Switch selten. Bei Táowù hängt derselbe Preis in zwei von drei Wertezeilen an geschenkten Symbolen, weil er ihn sonst nie zahlen könnte. Eclypse braucht diese Krücke nicht.

Und Dazzled passt zur Reichweite. Der Zustand kappt die Sichtlinie des Ziels auf Reichweite 0-1. Sie schießt aus zwei bis fünf Feldern Entfernung und nimmt dem Getroffenen für die nächste Runde alles, was weiter weg steht als das Nachbarfeld. Wer nur schlagen kann, merkt davon nichts. Wer schießt, hat ein Problem.

Moon Cycle, 1 AP, Reichweite 1-4

Ein Aktionspunkt, blau und gelb, und der einzige Effekt auf der Karte, der nichts verhängt, sondern etwas ändert.

Bedingung Effekt fällt an in
Grundeffektmindestens ein Erfolgeinen Zustandsmarker auf dem Ziel umdrehen66,7 %
Switchzwei Spezialeinen Zustandsmarker auf einem zweiten Ziel in Reichweite 1-4 umdrehen38,9 %
beideszwei Marker, zwei Ziele30,6 %

Hier fallen die zwei Zahlen auseinander, anders als bei Black Lightning. Der blaue Würfel trägt seine Spezialseite auch dann, wenn kein Erfolg dabei ist.

Umdrehen ist nicht Entfernen, und daran hängt der halbe Wert der Aktion. Ein Zustandsmarker hat zwei Seiten. Bei den meisten Zuständen liegt auf der Rückseite ein X, der Marker ist dann wirkungslos. Bei Focused ist das ausdrücklich nicht so, dort wirkt der Marker von beiden Seiten. Wer einem gegnerischen Laxmee-Team das Focused umdreht, hat nichts erreicht.

„Target“ schließt niemanden aus. Sie dreht dem Gegner den Buff ab oder dem eigenen Mann das Immobilized weg, und mit dem Switch beides in einem Wurf.

Penumbra

Am Ende ihrer Aktivierung bekommt ein angrenzender Verbündeter Hidden.

Vier Dinge stehen in diesem Satz nicht, und alle vier zählen.

Sie selbst ist nicht dabei. Es ist genau einer, nicht mehrere. Es steht kein „darf“ dort, die Passive greift automatisch. Und der Verbündete muss angrenzen, also auf dem Nachbarfeld stehen.

Das letzte Wort ist der Haken. Das Errata zu Hidden hängt an den Zustandstext den Zusatz „… except within Range 0-1“ an: Der Zustand schützt nicht auf Tuchfühlung. Wer neben einem Gegner steht, ist für ihn sichtbar, egal welcher Marker auf seiner Karte liegt. Penumbra verlangt Adjazenz zu ihr, und sie steht selbst irgendwo, wo sie gesehen werden kann.

Dazu kommt eine Nebenwirkung, die im Regeltext von Hidden steht und gern übersehen wird: Auch Verbündete haben keine Sichtlinie zu einem versteckten Modell, und Deckung nutzt ihm ebenfalls nicht mehr. Wer seinen eigenen Heiler versteckt, kann ihn selbst nicht mehr ansprechen.

Marked schlägt Hidden, und beides gehört ihr

Die wichtigste Regel für diese Figur steht nicht auf ihrer Karte, sondern in der offiziellen FAQ:

Hidden prevents Line of Sight from being drawn to the Target, but Marked allows the Character to be eligible as Target even without having the LoS that is hidden. Therefore: yes, you can declare an Attack (an Action) on the Marked target.

Marked sticht Hidden. Ein Modell, das beides trägt, ist angreifbar.

Für Eclypse ist das zentral, weil sie beide Zustände verteilt. Hidden über Penumbra und über ihre Taktikkarte Veil of Darkness, Marked über den generellen Switch und über Baily’s Bead. Sie kann den Schutz, den sie eine Runde vorher verschenkt hat, mit dem nächsten Würfelwurf selbst wieder aufschließen. Wer Penumbra und den Switch auf dasselbe Modell legt, arbeitet gegen sich.

Ebenso wichtig ist, was Marked nicht kann. Der Eintrag zu Hannibal stellt es klar:

Marked State does not grant Line of Sight.

Eine Angriffsansage gegen ein markiertes Ziel geht ohne Sichtlinie. Jeder Effekt, der ausdrücklich Sichtlinie verlangt, greift trotzdem nicht. Das sind zwei verschiedene Fragen mit zwei verschiedenen Antworten, und beide stehen im selben Dokument.

Rot und Schwarz: das kleine Sechseck neben der Reichweite

Hinter jeder Reichweitenangabe steht ein Sechseck, und seine Farbe entscheidet mit. Rot heißt: Sichtlinie und Deckung werden ignoriert. Schwarz heißt: Sichtlinie nötig.

Bei Eclypse ist jedes Sechseck schwarz. Black Lightning, Moon Cycle und auch die 1-4 im Switch-Text von Moon Cycle. Zum Vergleich: Bei Prysm aus derselben Box ist nur der Angriff schwarz, alles andere rot. Bìxié hat gedruckt ebenfalls nur schwarze Sechsecke, und ihre Fanfassung ändert genau das an einer Zeile.

Eine Figur, die Sichtlinien verschiebt, ist damit selbst vollständig auf Sichtlinie angewiesen.

Der AGL-6-Stand

Aristeia! – Eclypse, AGL 6
Der AGL-6-Stand: kein Wert ist angefasst, die Überarbeitung steckt vollständig im Wortlaut zweier Zeilen.

Die Turnierfassung lässt jeden Wert, jeden Würfel und jeden Aktionspunkt unverändert. Geändert sind zwei Zeilen Text.

Classic AGL 6
Moon Cycle, Reichweite1-40-4
Moon Cycle, Switch-Text„within Range 1-4“„within Range 0-4
Penumbra, werein angrenzender Verbündetersie selbst und angrenzende Verbündete
Penumbra, Zwangverpflichtendfreiwillig

Die 0 in der Reichweite ist keine Kosmetik. Reichweite 0 ist das eigene Feld. Erst damit kann Moon Cycle einen Marker auf ihr selbst umdrehen, etwa ein Immobilized, das sie am Weiterlaufen hindert. Geändert wurde die Angabe an beiden Stellen, im Sechseck und im Switch-Text. Das ist Absicht, kein Druckfehler.

Die eigentliche Aufwertung ist Penumbra, und sie hat drei Teile. Erstens ist sie selbst jetzt dabei, in Classic konnte sie Hidden nur verschenken. Zweitens heißt es „any Adjacent Allies“ statt „an Adjacent Ally“, also alle statt einer. Drittens steht dort „may“ statt „impose“.

Das dritte Wort ist das wichtigste. In Classic griff die Passive automatisch, auch dann, wenn Hidden im Weg stand: auf einem Verbündeten, den man selbst noch ansprechen wollte, oder auf einem, den man gerade markiert hat. Die Wahlmöglichkeit löst genau diesen Konflikt.

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Und der erste Teil repariert eine Lage, die das Errata mitgeschaffen hat. Hidden wirkt nicht auf Reichweite 0-1, Penumbra verlangt aber angrenzende Verbündete, also genau Reichweite 1. In Classic hieß das: Sie stellt sich neben den Kollegen, versteckt ihn und bleibt selbst als sichtbarer Anker daneben stehen. Unter AGL 6 verschwindet sie mit.

Die Taktikkarten

Polarization

Aristeia! – Polarization
Polarization dreht beliebig viele Marker auf einem Ziel um, ohne Wurf und ohne Aktionspunkt.

Zu Beginn des Aktionsschritts einer eigenen Aktivierung: Beliebig viele Zustandsmarker auf einem Ziel umdrehen.

Die entfesselte Fassung des Grundeffekts von Moon Cycle, der genau einen Marker umdreht. Ohne Wurf, ohne Reichweitenangabe, ohne Aktionspunkt.

Der Zeitpunkt ist der Grund, warum die Karte präventiv wirkt. „Zu Beginn des Aktionsschritts“ liegt vor allen Aktionen dieser Aktivierung, also bevor ein Zustand etwas anrichten kann. Dasselbe Zeitfenster nutzen Fairy Dust von Laxmee und Darts Ambush.

Sie wirkt in beide Richtungen. Auf einem Verbündeten räumt sie fremde Debuffs ab, auf einem Gegner löscht sie dessen Buffs. Und sie ist die Karte, mit der sich eine eigene Fehlentscheidung zurücknehmen lässt, etwa ein Marked, das versehentlich auf dem Verbündeten liegt, den Penumbra eigentlich verstecken sollte.

Luxumbra

Aristeia! – Luxumbra
Luxumbra versetzt ein Ziel, das Hidden oder Marked trägt.

Während des Aktionsschritts einer eigenen Aktivierung: Ein Hidden– oder Marked-Ziel versetzen.

Der Name ist das Programm. Lux und umbra, Licht und Schatten, und beide Zustände gehören ihr. Sie richtet sich das Ziel für diese Karte also selbst her, in beide Richtungen: Der markierte Gegner wird versetzt, der versteckte Verbündete auch.

„Or“ heißt hier wirklich „oder“. Es braucht nur einen der beiden Zustände, nicht beide.

Displace ist keine Bewegung. Das Regelwerk setzt das Ziel auf ein angrenzendes freies Feld, ohne Löseversuch und ohne Bewegungspunkte. Ein Feld klingt nach wenig und ist es nicht, wenn dieses Feld über einer Punktezone liegt oder eine Sichtlinie öffnet.

Baily’s Bead

Aristeia! – Baily's Bead
Baily’s Bead verhängt Marked ohne Wurf und ohne Aktionspunkt.

Während des Aktionsschritts einer eigenen Aktivierung: Marked auf ein Ziel.

Ihr genereller Switch als Karte, nur ohne den Preis. Der Switch kostet einen Erfolg, diese Karte kostet nichts als den Kartenplatz. Für eine Figur, die im Verteidigungswurf zwischen Wehren und Markieren wählen muss, ist das mehr wert, als es aussieht.

Der Name ist doppelt gemünzt. Die Baily’s Beads sind die Lichtperlen, die kurz vor der Totalität einer Sonnenfinsternis durch die Täler am Mondrand blitzen. Baily Corp. ist gleichzeitig der Konzern hinter der heutigen Eclypse, die Ypsilon-Tochter, die nach dem Zusammenbruch von StarLight Inc. den Namen wiederbelebt hat. Die Karte heißt also nach dem Himmelsphänomen und nach ihrem Arbeitgeber zugleich.

Veil of Darkness

Aristeia! – Veil of Darkness
Veil of Darkness verhängt Hidden, ohne die Beschränkungen von Penumbra.

Während des Aktionsschritts einer eigenen Aktivierung: Hidden auf ein Ziel.

Die Gegenkarte zu Baily’s Bead, im selben Zeitfenster und mit demselben Aufbau. Eine verhängt Marked, eine Hidden. Corvus Belli hat das Motiv der Figur zweimal in Kartenform gegossen.

Sie löst die drei Fesseln von Penumbra auf einmal. Keine Reichweitenangabe, keine Beschränkung auf Verbündete, kein Zwang zur Adjazenz. Wo die Passive nur den Nachbarn erreicht, erreicht die Karte „a Target“.

Beide Karten gehören auf verschiedene Ziele. Wer Baily’s Bead und Veil of Darkness auf dasselbe Modell legt, hat den Schutz selbst wieder aufgeschlossen.

Die Miniatur

Aristeia! – Eclypse, Standardminiatur
Die Standardminiatur: schwarzer Anzug mit goldenen Kanten, Maske über dem Gesicht, und die Peitsche als Bogen über dem Kopf.

Von ihr gibt es genau eine Fassung. Kein alternativer Skin, kein zweites Profil in einem anderen Spiel. Damit steht sie in ihrer eigenen Box allein: Dart und Bìxié haben beide auch einen Auftritt im Schwesterspiel Infinity, samt eigenem Hintergrundtext. Bei Eclypse endet die offizielle Seite nach dem Aristeia!-Teil.

Die Miniatur zeigt sie im Ausfallschritt, ein Bein angehoben, die Peitsche in einem hohen Bogen über dem Kopf. Schwarzer Anzug mit goldenen Kanten und weißen Einsätzen, das Gesicht hinter einer Maske, die Haare offen. Das Artwork der Karte macht daraus etwas anderes: Dort steht sie still, die Waffe hängt am Körper, und um sie herum wächst der Schatten. Beide Fassungen erzählen dieselbe Figur, die Miniatur den Kampf und das Artwork die Drohung.

Der Preis in der Turnierliste

In der Preisliste der Aristeia Global League kostet Eclypse 4. Das ist der niedrigste Wert, den die Liste vergibt, und sie teilt ihn sich mit sechs weiteren Aristos.

Vier ist wenig für eine Figur mit drei Lebenspunkten, Bewegung 5 und vier brauchbaren Taktikkarten. Die Begründung liegt in der Schadenszeile: Ihr Angriff kostet zwei von fünf Aktionspunkten und macht gegen eine gewöhnliche Verteidigung erwartet 0,677 Schaden. Wer sie aufstellt, kauft Zustände und Sichtlinien, keine Frags.

Was in der offiziellen FAQ steht

Unter ihrem Namen steht im `Aristeia! Errata & FAQ v1.6` genau ein Eintrag, und dort ist sie nur die Figur im Beispielsatz:

Q: Eclypse attacks Major Lunah, and during the States step, the Dazzled State is imposed on her. Can Major Lunah use her Successes while Dazzled? — A: Yes, the Requirements to perform an Attack are kept until its Resolution.

Kein eigener Abschnitt, kein Errata, keine zweite Frage. Worum es geht, erschließt sich aus der Regel im Abschnitt über Angriffe: Ein Verteidiger ohne Sichtlinie zum Angreifer darf seine Erfolge nicht in Schaden umwandeln. Dazzled kappt genau diese Sicht. Die Antwort sagt, dass die Voraussetzungen eines Angriffs bis zu seiner Auflösung gelten. Major Lunah schlägt also zurück.

Der Kontrast zur Nachbarin ist bemerkenswert. Zu Prysm aus derselben Box stehen fünf eigene Fragen im Dokument, dazu das einzige Errata, das Human Fate überhaupt bekommen hat. Eclypse hat den Regelapparat offenbar niemanden gekostet.

Drei weitere Stellen betreffen sie trotzdem, ohne sie zu nennen:

  1. Das Errata zu Hidden auf Seite 2, das den Zustandstext um „… except within Range 0-1“ ergänzt.
  2. Der Eintrag zu Marked und Hidden auf Seite 6, oben zitiert.
  3. Der Eintrag zu Hannibals Pointman auf Seite 9, aus dem der Satz stammt, dass Marked keine Sichtlinie gewährt.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Bewegung 5 und drei Lebenspunkte. Für eine Figur, die Zustände verteilt, steht sie damit stabiler da als die meisten.
  • Ihr genereller Switch gilt in jedem Wurf, auch im Verteidigen. Sie kann einen Angreifer markieren, während sie sich wehrt.
  • Black Lightning trifft in 92,6 % der Würfe und zündet den Dazzled-Switch in 55,6 %.
  • Der Switch kostet sie nie den Treffer: Zwei Spezial ohne jeden Erfolg gibt es in ihrem Angriffspool nicht.
  • Dazzled kappt die Sichtlinie des Ziels auf Reichweite 0-1 und schaltet damit jeden Fernkämpfer für eine Runde ab.
  • Moon Cycle kostet einen Aktionspunkt und dreht in 30,6 % der Würfe zwei Marker auf zwei verschiedenen Zielen um.
  • Vier Taktikkarten, die alle ohne Wurf und ohne Aktionspunkt auskommen.
  • Marked macht Ziele ohne Sichtlinie angreifbar und nimmt ihnen die Deckung. Für ein Team mit Fernkämpfern ist das ein Türöffner.
  • In der Turnierliste kostet sie 4 und damit den Mindestsatz.

Schwächen

  • Zwei Verteidigungswürfel, und einer davon ist schwarz. Gegen drei orange Würfel nimmt sie erwartet 1,325 Schaden, das sind 31 % mehr als mit einem grünen Würfel an derselben Stelle.
  • Im Verteidigungswurf hat sie nie zwei Erfolge. Markieren und Zurückschlagen schließen sich dort aus.
  • Der schwarze Würfel trägt keine Spezialseite. In ihrem Verteidigungswurf liegt in nur 33,3 % der Fälle überhaupt eines.
  • Sie macht wenig Schaden. Gegen eine gewöhnliche Verteidigung kommt Black Lightning auf 0,677, und der Marked-Switch drückt das um weitere 61 %.
  • Jedes Reichweiten-Sechseck auf ihrer Karte ist schwarz. Ohne Sichtlinie geht bei ihr nichts.
  • Penumbra greift in Classic automatisch, trifft nur einen angrenzenden Verbündeten und lässt sie selbst außen vor.
  • Hidden wirkt nicht auf Reichweite 0-1, verlangt für Penumbra aber genau diese Distanz.
  • Ihr eigenes Marked hebt ihr eigenes Hidden auf. Zwei ihrer vier Karten dürfen nicht auf dasselbe Ziel.
  • Moon Cycle dreht Marker um, statt sie zu entfernen. Gegen Focused bringt das nichts.

Synergien

Fernkämpfer, die keine Sichtlinie haben. Darauf läuft alles hinaus. Marked macht ein Ziel ansprechbar, auch wenn eine Wand dazwischen steht, und nimmt ihm die Deckung. Wer auf große Entfernung schießt, bekommt damit Ziele, die er sonst nicht hätte.

HammerHead. Der Hersteller nennt sie in der Ankündigung zu Battering Ram ausdrücklich, zusammen mit Bìxié. Ein Angriff, der acht Felder weit reicht, den Angreifer mitnimmt und dank Marked keine Sichtlinie braucht, ist genau so unangenehm, wie er klingt.

Bìxié. Aus derselben Box, und sie verteilt über Emperor’s Light ebenfalls Marked. Wer beide aufstellt, deckt die Bedingung für Luxumbra und für Bìxiés Curse of Xuanwu doppelt ab.

Dart. Sie bekommt einen orangen Zusatzwürfel, wenn das Ziel keine Sichtlinie zu ihr hat, und stellt sich dafür über Camouflage selbst auf Hidden. Das geht allerdings nur, wenn sie an keinen Gegner angrenzt. Veil of Darkness kennt diese Bedingung nicht und legt ihr das Hidden auch dann hin, wenn sie mitten im Getümmel steht.

Prysm, und zwar als Warnung. Sie gibt sich am Ende jeder Aktivierung selbst Marked, damit die Gegner sie angreifen müssen. Ein Hidden aus Penumbra auf ihr ist deshalb wirkungslos, das eigene Marked schlägt es. Die beiden aus einer Box passen in diesem Punkt nicht zusammen.

Laxmee. Zwei Figuren, die an Markern arbeiten, aber mit verschiedenen Werkzeugen. Laxmee entfernt und verteilt, Eclypse dreht um. Wo Laxmees Purge ’92 einen Marker abräumt, macht Moon Cycle ihn nur wirkungslos, und bei Focused nicht einmal das.

How to handle: gegen Eclypse spielen

Nimm ihr die Sicht. Jedes Sechseck auf ihrer Karte ist schwarz. Rauch, Deckung und ein Blick um die Ecke schalten sie komplett ab, und anders als Táowù oder Laxmee hat sie keinen einzigen Effekt, der ohne Sichtlinie arbeitet.

Rechne mit zwei Angriffen, nicht mit vieren. Ihre Verteidigung sind zwei Würfel, einer davon schwarz. Bei drei Lebenspunkten hält sie rechnerisch 2,3 Angriffe aus drei orangen Würfeln aus. Prysm mit vier Lebenspunkten und drei Verteidigungswürfeln steckt 3,6 davon weg.

Halte deine Fernkämpfer aus der Reichweite 2-5. Dazzled kostet sie zwei Aktionspunkte und dich eine ganze Runde Schusslinie. Wer ohnehin nur zuschlägt, kann den Zustand dagegen ignorieren.

Beobachte, wen sie versteckt. Penumbra trifft einen angrenzenden Verbündeten, sie muss also danebenstehen. Wer den Versteckten nicht angreifen kann, greift sie an.

Und geh nah ran. Weder Hidden noch Dazzled wirken auf Reichweite 0-1. Ein Modell, das an ihr klebt, sieht alles.

Fazit

Beim ersten Lesen habe ich diese Karte für unentschlossen gehalten. Sie versteckt und sie markiert, und beides hebt sich auf. Das ist kein Konstruktionsfehler, das ist die Figur.

Sie schiebt Sichtlinien hin und her. Marked öffnet ein Ziel für das ganze Team, Hidden schließt eines. Dazzled nimmt einem Gegner die Sicht, Moon Cycle dreht um, was auf dem Tisch liegt. Vier Werkzeuge für dieselbe Frage: Wer darf gerade wen sehen?

Der Preis dafür steht in der Verteidigungszeile. Zwei Würfel, einer schwarz, und in diesem Wurf hat sie nie zwei Erfolge. Sie kann sich wehren oder markieren. Beides geht nicht, und beim Zusehen wirkt das wie Pech mit den Würfeln. Es ist die Karte.

Was sie interessant macht, ist die Reihenfolge, in der man sie spielt. Erst verstecken, dann markieren, und beides nie auf demselben Modell. Wer das durcheinanderbringt, hebt seine eigene Runde auf, ohne dass der Gegner etwas dafür tun muss. Wer es sortiert bekommt, öffnet dem Team Ziele, die hinter Wänden stehen.

Und der Hintergrundtext ist der beste dieser Box. Da steht ein Mann, der den Sport zum ersten Mal jemanden gekostet hat, eine Firma, die an seinem Ersatz zugrunde ging, und eine Frau, die den Namen des Toten trägt und auf jede Frage mit seinem Satz antwortet. Die Karte sagt davon kein Wort. Sie sagt nur: Ziel markiert.

Weiterführendes

Human Sphere Wiki: Eclypse. Dort steht der offizielle Hintergrundtext gespiegelt, den Corvus Belli auf zwei inzwischen abgeschalteten Seiten veröffentlicht hat. Der Abruf klemmt sporadisch mit einem 403; über die `index.php`-Adresse geht es.

Human Fate: Dart, Human Fate: Prysm und Human Fate: Bìxié. Die drei anderen aus ihrer Box. Dart hat zusammen mit ihr den Zustand Hidden ins Spiel gebracht, Prysm arbeitet an derselben Frage von der anderen Seite, und Bìxié ist die zweite Quelle für Marked.

Chemical Brothers: HammerHead. Der Hersteller empfiehlt Eclypse ausdrücklich als seine Verbündete, weil Battering Ram ohne Sichtlinie nur über Marked funktioniert.

Soldiers of Fortune: Laxmee. Die andere Figur, die das Spiel über Marker statt über Schaden entscheidet. Eine englischsprachige Analyse stellt die beiden ausdrücklich gegenüber.

Errata und FAQ, Version 1.6. Unter ihrem Namen steht ein einziger Eintrag, und dort ist sie nur das Beispiel. Die drei Stellen zu Hidden und Marked sollte man trotzdem kennen.


Bilder & Karten: Corvus Belli

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