Cold Blood: Valkyrie & Nadir

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HexaDome Legends - Cold Blood

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Die Core Box hatte acht Namen auf der Liste, meine Damen und Herren, und ACHT war gestern! Zwei neue Gesichter betreten den HexaDome: eine Kriegerin, die nichts und niemand von der Stelle bewegt, und ein Teamarzt, dessen Koffer keine Kontrolle dieser Liga überstehen würde. Nicht blinzeln, sonst verpasst ihr’s!

Die erste Erweiterung für Infinity: HexaDome Legends heißt Cold Blood und bringt Valkyrie und Nadir mit. Damit wächst das Feld von acht auf zehn Charaktere. Eine der beiden kennen Aristeia!-Spieler seit Jahren, den anderen hat vorher niemand gesehen.

Was in der Box liegt

Auf der Packungsseite steht:

  • 2 zusammengebaute Miniaturen
  • 2 Charakterkarten (pro Sprache)
  • 2 Initiativkarten
  • 8 Taktikkarten (pro Sprache)

Preis 30 Euro, mehrsprachig wie die Core Box. Händler führen die Box als Vorbestellung mit Auslieferung Ende August. Acht Taktikkarten bedeutet vier je Charakter, und das ist genau die Menge, die das Regelwerk vorsieht: Jeder Aristo bringt vier Karten mit, zwei davon wählt man verdeckt ins 18-Karten-Deck. Die Auswahl ist Teil des Spiels, nicht der Kartenliste.

Basteln muss man nichts, die Miniaturen kommen fertig zusammengesetzt und unbemalt aus der Box.

Valkyrie: die Rückkehrerin

Mia Anderson war schon in Aristeia! dabei, bei den Soldiers of Fortune, und wir haben sie 2025 ausführlich porträtiert. Ex-Piratin, schwere Axt, Kriegsschrei, stumpf wie ein Vorschlaghammer. An ihrer Rolle hat der Relaunch nichts geändert: Sie stürmt in eine Punktezone, friert alles ein, was danebensteht, und bleibt dort.

HexaDome Legends – Valkyrie
Valkyrie im Legends-Layout. Bilder & Karten: Corvus Belli.

Vier Lebenspunkte, Initiative 5, Bewegung 4. Agility Orange/Blau, Brawn Blau/Schwarz, Defense Grün/Blau. Solide Werte, nichts Auffälliges.

Auffällig wird es beim Angriff. Charge of the Valkyrie kostet 3 AP und zeigt zwei Würfel, Rot und Orange. Das ist wenig für den Preis, und es ist auch nicht die Wahrheit. Hat Valkyrie sich in dieser Aktivierung mindestens ein Feld bewegt, kommt ein oranger dazu. Darf sie Approach 1 auf ihr Ziel machen und kollidiert dabei, kommt noch einer. Beim Sturmangriff ist beides der Normalfall, sie würfelt also vier statt zwei.

Wer die Aristeia!-Fassung kennt: Dort skalierte der Angriff mit der zurückgelegten Strecke, drei Felder Anlauf brachten drei orange Würfel. In Legends ist das pauschaliert. Ein Feld reicht, mehr bringt nichts extra, dafür kommt der zweite Würfel über die Kollision. Weniger Buchhaltung, ähnliches Ergebnis. Und man muss sich nicht mehr künstlich vom Ziel lösen, nur um Bewegungspunkte zu verbrennen.

Für Balancing-Vergleiche ist das eine Falle. Zählt man nur die gedruckten Würfel, kommt Valkyrie auf 0,80 Würfel je Aktionspunkt, drittschlechtester Wert unter allen zwölf Charakteren. Tatsächlich steht sie deutlich besser da. Nebenbei: Der schlechteste Wert gehört Wisteria aus der zweiten Erweiterung, und auch bei ihr zeigt die Karte nicht, was sie kann.

Der Rest der Karte ist bekanntes Terrain. Frostbite immobilisiert für 2 AP beliebig viele angrenzende Elemente, Freyja’s Blessing gibt ihr für jedes angrenzende immobilisierte Element einen blauen Würfel auf alle Würfe, Angriff wie Verteidigung. Und Thor’s Blessing verbietet Gegnern schlicht, sie zu verschieben oder zu platzieren. In einem Spiel, das Push, Pull, Approach und Move Away zu einer eigenen Effektfamilie ausgebaut hat, ist das eine Ansage.

Nadir: der Neuzugang

Nadir hat kein Aristeia!-Vorbild, er ist für Legends entstanden. Und seine Karte sieht aus wie ein Fehldruck.

HexaDome Legends – Nadir
Nadir im Legends-Layout. Bilder & Karten: Corvus Belli.

Sechs blaue Würfel, zwei in jeder Attributzeile. Agility, Brawn, Defense, überall dasselbe Paar. Das hat sonst niemand im Feld. Vier Lebenspunkte, Initiative 6, Bewegung 4.

Dazu genau eine Aktion. Activated Carbon, 1 AP, ein blauer Würfel plus ein freier Block. Kein Angriff, kein zweiter Skill, das war’s. Ohne Angriffsaktion steht Nadir nicht allein, Afara, Gata und hEXx3r haben auch keine. Aber die drei bringen je zwei Skills mit. Nadir hat einen einzigen Würfel auf der ganzen Aktionszeile, weniger als jeder andere der zwölf.

Sein Beitrag steht woanders. Activated Carbon setzt ihm selbst einen Poison-Marker, dessen Schaden am Ende der Aktivierung ausbleibt. Er legt sich also einen Vorrat an, den er nicht bezahlt. Mechanical Arms erlaubt Verbündeten in Reichweite 0-3, während ihrer Aktivierung einen dieser Marker abzunehmen und dafür einen eigenen Zustandsmarker loszuwerden.

Und hier lohnt es sich, den Regelbegriff kurz beiseitezulegen. Auf der Karte steht Poison, aber was Nadir verteilt, ist kein Gift. Es ist Doping. Seine Dosen machen Verbündete besser, nicht schlechter, sie kosten nur Gesundheit. In einer Liga, die von Einschaltquoten lebt, ist der Mann mit dem Koffer eine völlig plausible Besetzung.

‚Precision‘ Dose zeigt das am deutlichsten: Solange Nadir im HexaDome steht, darf jeder Verbündete einmal je Aktivierung eine Dosis nehmen und dafür entweder einen blauen Würfel neu werfen oder nach dem Wurf einen Block dazunehmen. Ein Team mit Nadir spielt permanent mit einem kleinen Sicherheitsnetz, bezahlt in Lebenspunkten.

Seine Switches passen ins Bild. Zwei Schilde plus Spezial heilen einem Verbündeten in Reichweite 0-3 einen Schaden, Erfolg plus Spezial setzt einem Element in 0-3 einen Marker. Der einzige Kartentext, der überhaupt gegen den Gegner zeigt, ist der zweite Switch.

Was das mit dem Feld macht

Corvus Belli verkauft die Box mit einem Satz, der ziemlich genau sagt, wofür sie gedacht ist: „A relentless new duo arrives to secure zone control.“ Zonenkontrolle also, und die beiden liefern sie von entgegengesetzten Seiten.

Valkyrie ist der Anker. Wer sie in eine Punktezone stellt, muss sie dort erschlagen, wegschieben geht nicht. Für alle, die sich mit hEXx3r oder Obake daran gewöhnt hatten, gegnerische Positionen einfach umzustellen: Das hört hier auf. Und je voller die Zone, desto besser für sie, weil jedes angrenzende eingefrorene Element einen blauen Würfel auf jeden ihrer Würfe legt.

Nadir macht das Gegenteil. Er tut niemandem weh, er macht das Team haltbarer. Zustandsmarker abnehmen, Würfel wiederholen, Blocks nachlegen, heilen. Bezahlt wird jedes Mal in Lebenspunkten. Ob dieser Handel aufgeht, beantwortet keine Karte, sondern die Aufstellung: Wie oft fängt sich das Team überhaupt Zustände ein, wie lange bleibt Nadir stehen, wie viel hält der Kader aus.

An einer Stelle verspricht der Werbetext allerdings mehr, als auf der Karte steht. Nadir soll den Gegnern Kraft entziehen, „draining strength from his foes“. Auf seiner Charakterkarte findet sich davon genau ein Effekt: der Switch, der einem Element in Reichweite 0-3 einen Marker setzt. Alles andere zeigt nach innen. Bleiben die vier Taktikkarten, die wir noch nicht gesehen haben. Solange sie nicht auf dem Tisch liegen, ist Nadir auf dem Papier der Mannschaftsarzt und nicht der Saboteur.

Nebeneinander dürften sie sich gut vertragen. Valkyrie hält die Position, Nadir hält Valkyrie am Leben. Offen bleibt, was Nadir mit dem Rest seiner Aktivierung macht. Seine einzige Aktion kostet einen Punkt, danach bleibt Zeit für Bewegung, Taktikkarten und die Frage, ob er nah genug dransteht. Ein Charakter, dessen Hauptleistung darin besteht, an der richtigen Stelle zu stehen, ist im Legends-Kader bisher der einzige.

Wie es weitergeht

Zu Valkyrie und Nadir folgt je ein eigener Artikel, mit den vier Taktikkarten, durchgerechneten Würfelpools und den Kombinationen, die sich mit dem Rest des Kaders anbieten.

Bis dahin: Der Würfelrechner kennt Valkyries Extrawürfel bereits als Schalter. Wer wissen will, was aus Rot, Orange und zwei bedingten Orangen wirklich wird, kann das dort durchspielen.

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