Aristeia! - Parvati - Titelbild

Die einzige Figur im Spiel, die aktiv heilen kann, und gleichzeitig die, die alles ein bisschen und nichts ganz beherrscht.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, sie war schon hier, als dieser Sport noch einen anderen Namen hatte! Fünfundzwanzig Jahre, ein Dutzend Körper, und sie flickt Ihre Teamkollegen schneller zusammen, als Sie sie umlegen können: PARVAAATI! Nicht blinzeln, sonst steht der, den Sie gerade erledigt haben, schon wieder auf!

Aristeia! - Parvati - Logo
Parvati, das letzte Überbleibsel der Yajurveda-Ära.

„Taktische Analyse abgeschlossen. Zuversicht auf den Sieg bei 97,83 %.“

Sie ist unermüdlich und ihrem Team maximal ergeben. Falls es eine Grenze ihrer Fähigkeit zur Selbstverbesserung gibt, hat noch niemand ein Anzeichen davon gesehen. Sie heilt, repariert, bewertet, kämpft und punktet, wenn es nötig ist. Und sie spielt all diese Rollen so zuverlässig, dass sie seit zwanzig Jahren fester Bestandteil der All-Star-Teams der Team Managers Association ist.

Gemacht für den HexaDome

Aristeia! - Parvati - Full Art

Alles ist dazu verdammt, obsolet zu werden, fühlende Wesen wie unbelebte Objekte. So geschah es mit den Dinosauriern, den Neandertalern und dem Grammophon. Warum sollte Parvati denken, dass es bei ihr anders wäre? Vielleicht, weil sie eine geborene Überlebenskünstlerin ist. Wenn eine Sache sie auszeichnet, dann ihre Anpassungsfähigkeit.

Ihr Leben und ihre Karriere begannen in Yajurveda, dem Vorgänger von Aristeia!. Damals, vor 25 Jahren, war der Sport als unblutiges Spektakel konzipiert, ein Gladiatorenkampf zwischen Aspekten von ALEPH in übermenschlichen synthetischen Körpern. Die Show lief bereits vier Jahre, als der erste menschliche Herausforderer an die Spitze kam: Shona Carano. Das Publikum verliebte sich derart in ihre Wildheit, dass der Kanal auf fleischliche Kämpfe umschwenkte und die Maschinen auslaufen ließ.

Heute ist Parvati das letzte Überbleibsel dieser ersten Durchläufe. Ihr Lernmodul wurde von ALEPH mit Fokus auf Teamarbeit und Feldmedizin programmiert, und über viele Iterationen ist sie zu einem Grundpfeiler des Spiels geworden. Sie steht für ALEPH und alle Mitaspekte im Dienst von KI und Menschheit, und ihre Rolle ähnelt der von ALEPH selbst: immer da, um zu helfen, aber im Hintergrund, ohne der Menschheit das Rampenlicht zu stehlen.

Effektiv darin, Teamkollegen in Eile zusammenzuflicken, ist sie ohnehin. Einen Platz unter den Bahadurs brachte ihr aber erst ein, dass sie dabei weiter punktet und die Konkurrenz schlägt. Sie gilt als die zweite Welle, die selbst das katastrophalste Spiel noch dreht.

Aristeia! - Parvati - Skins
Jede Saison eine neue Hülle: Core, Victorian Automata und Circle League Star.
Aristeia! - Parvati - Circle League Star

Ihre Fans lieben, dass sich ihr Aussehen dank endloser Versorgung mit biosynthetischen Körpern von Saison zu Saison radikal ändert. Jedes Jahr eine speziell entworfene Hülle, passend zum Thema der Saison. Die 15. Aristeia!-Saison spielte in den Bergen von Ariadna, und Parvati trat als raue Grenzgängerin auf. Diesmal hat sie sich für einen Retro-Stil entschieden, der an ihr Debüt erinnert und die Fans nebenbei daran, dass sie im Kern ein hochentwickelter Android ist.

Nach fast zehn Jahren an der Spitze ging ihre Popularität allmählich zurück. Ihre Nebenrolle macht sie anfällig für Burnout, und täglich tauchen jüngere Kämpfer auf, besser abgestimmt auf neue Zuschauerprofile. Mit immer weniger Verträgen in den großen Ligen nahm sie schließlich den Vorschlag ihrer Manager an: ein Vertrag mit TransEtherea und eine Reihe von Kämpfen in der Circle League, dem HexaDome-Circuit der Circulars.

Die Circle League ist eine geschlossene Liga voller ehemaliger Spieler und Außenseiter, oft nur „Die Müllhalde“ genannt. Trotz des grausamen Spitznamens ist sie lukrativ und werbewirksam, denn sie ist eine der großen Zerstreuungen gegen die Monotonie der Raumfahrt.

Parvati betrachtete das Angebot als Pause, die ihr eine stärkere Rückkehr ermöglichen würde. Sie unterschrieb und packte ihre Sachen.

Die Charakterkarte

Aristeia! - Parvati - Charakterkarte
Ein bisschen Heilung, ein bisschen Kontrolle, ein bisschen Schaden. Genau das ist das Problem.

Das Konzeptdesign zeigt eine Heilerin, aber sie bringt deutlich mehr mit als Heilung. Am ehesten vergleichbar ist sie mit einem Paladin: etwas Heilung, etwas States-Kontrolle, etwas Schaden, dazu eine solide Verteidigung bei nicht allzu vielen Lebenspunkten.

Und darin liegt ihre größte Schwäche. Sie kann alles, aber nichts davon richtig.

Ihre Initiative ist mit 4 sehr niedrig, was sie zum leichten Ziel für schadensorientierte Aristos macht, die meist auf 6 kommen. Von den fünfunddreißig aktuellen Profilen sind dreiundzwanzig schneller als sie. Ausgleichen lässt sich das mit ihrem generellen Switch, an den man auch außerhalb ihrer Aktivierung denken sollte, um den vollen Nutzen aus dem State zu ziehen. Zusammen mit ihrer guten Bewegung von 5 ist sie ein solider Scorer.

Drei Lebenspunkte sind wenig, dafür wirft sie in der Verteidigung Grün und Blau wie fast die ganze Core Box.

Ihre Supporterfähigkeiten sind nützlich, aber zu teuer und nicht zielgenau (Reset) oder schlicht zu schwach (Medikit). Der Vergleich mit Laxmee fällt deutlich aus: Die bringt Focused günstiger und provisorisch an, und Focused nimmt einen State gezielt weg, während Parvatis Reset alle entfernt, auch die guten. Umgekehrt gilt das ebenso: Man kann per Reset auch dem Gegner States nehmen oder einen gegnerischen Murtair mit Medikit heilen, um seine Initiative zu senken.

Submachine Guns Akimbo ist dagegen ein solider Angriff, den sie dank der Kosten zweimal pro Aktivierung einsetzen kann, in Verbindung mit Hannibal noch öfter. Damit jagt sie ähnlich wie Koorie Queen gegnerische Supporter oder schaltet angeschlagene Ziele endgültig aus.

Die Taktikkarten

Ihre Rolle spiegelt sich in den Karten, und zwar besonders darin, dass alle vier auch von anderen Aristos im Team gespielt werden können.

Aristeia! - Parvati - Reset 2.0 Aristeia! - Parvati - Nanoid Cloud
Reset 2.0: dasselbe wie Reset, nur ohne Reichweite und ohne Sichtlinie. Nanoid Cloud: schwache Flächenheilung, stark in den richtigen Szenarien.

Reset 2.0 ist im Kern ein Reset ohne Reichweiten- und Sichtlinienbeschränkung und wird gegen Teams mit vielen States sehr nützlich. Auch hier darf ein Gegner anvisiert werden, um ihm vorteilhafte States zu nehmen.

Nanoid Cloud ist eine schwache Flächenheilung für das eigene Team. Interessant wird sie in Szenarien wie King of the Hill oder Hunter & Prey, wo das Team ohnehin eng zusammensteht.

Aristeia! - Parvati - Field Analysis Aristeia! - Parvati - Advanced Surgery
Field Analysis: die nützlichste Karte im Arsenal, und sie kostet keinen Aktionspunkt. Advanced Surgery: die Comeback-Karte, die auch gezielte Opfergänge erlaubt.

Field Analysis ist die nützlichste Karte in ihrem Arsenal, vor allem gegen Gegner mit durchweg hoher Initiative oder gegen einzelne Bedrohungen, die den eigenen Plan kippen könnten. Mit ihr zieht man den eigenen Plan durch, aktiviert vor dem Gegner und durchkreuzt womöglich dessen.

Advanced Surgery ist eine gute Comeback-Karte. Sie hebt den -2 Energy-Zustand auf und kontert im selteneren Fall Bachmanns Side Effects. Sie erlaubt außerdem gezielte Opfergänge, um mit voller Energie und besserer Position zurückzukommen.

Ein Beispiel: Der eigene Hammerhead sitzt am falschen Ende des HexaDomes immobilisiert fest, ohne Möglichkeit für Battering Ram. Man opfert ihn mit Overdose und zu vielen Poisoned-States und holt ihn per Advanced Surgery in der nächsten Runde ohne lästige Zustände an einer besseren Stelle zurück.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Die Einzige mit einer Aktion, die andere heilt. Mendoza heilt sein Team ebenfalls, aber über Passive und Switch.
  • Alle vier Taktikkarten sind vom ganzen Team spielbar.
  • Bewegung 5 und solide Verteidigung machen sie nebenbei zu einem guten Scorer.
  • Submachine Gun Akimbo ist billig genug für zwei Angriffe je Aktivierung.

Schwächen

  • Sie kann vieles und nichts davon richtig.
  • Initiative 4 macht sie zum leichten Ziel für Schadensausteiler mit 6.
  • Reset nimmt alle States, auch die eigenen guten.
  • States-Kontrolle erledigen Bachmann und Laxmee inzwischen deutlich gezielter.

Synergien

Aristeia! - Hannibal - Charakterkarte
Hannibal lässt sie außerhalb der eigenen Aktivierung heilen, kontrollieren und schießen.

Ihre durchschnittliche Leistung hebt vor allem ein zweiter klassischer Supporter: Hannibal. Er verstärkt ihren günstigen Angriff deutlich und erlaubt ihr, außerhalb der eigenen Aktivierung Schaden auszuteilen, States zu kontrollieren und zu heilen.

Gut funktioniert sie auch mit Murtair, der seine Taktiken Berserker Charge und Unbridled Fury mit weniger Bedenken einsetzen kann, weil Parvati ihn danach wieder hochheilt.

Gatas Pain Suppressants machen sie bis zum Ende einer Runde praktisch unsterblich, und die Verbindung zu Reset liegt auf der Hand: Aktiviert Parvati in der Runde nach dem Ausspielen und bevor der Gegner etwas mit den Poisoned-States anstellen kann, etwa über Batrachotoxin oder Eclypse, entfernt sie das Gift einfach. Voraussetzung ist, dass sie vor Gata aktiviert. Alternativ aktiviert man jemand anderen oder Gata selbst und hält Reset 2.0 auf der Hand.

How to handle: gegen Parvati spielen

Nutze ihre Initiative. Mit 4 handelt sie später als fast jeder Schadensausteiler. Wer vor ihr aktiviert, nimmt ihr die Reparatur, bevor sie stattfindet.

Zwing sie zur Wahl. Sie kann heilen, kontrollieren, punkten oder schießen, aber nicht alles in derselben Aktivierung. Wer an zwei Stellen gleichzeitig Druck macht, bekommt immer eine Baustelle geschenkt.

Rechne mit Field Analysis. Die Karte kostet sie keinen Aktionspunkt und dreht die Reihenfolge. Wer seinen Plan darauf baut, zuerst dran zu sein, sollte einen zweiten haben.

Töte den Patienten, nicht die Ärztin. Ihre Heilung ist schwach genug, dass konzentrierter Schaden schneller ist als ihre Reparatur. Sie selbst hat eine gute Verteidigung, aber wenige Lebenspunkte.

Fazit

Parvati ist das lebende Archiv dieses Sports, und spielerisch beantwortet sie die Frage, was ein Allrounder taugt. Ihre Heilung ist tatsächlich einmalig: Mendoza heilt über Sanatur a Deo zwar das ganze Team, aber ohne eine Aktion dafür, Murtair und Señor Massacre haben je eine Karte dafür. Eine Aktion, die andere heilt, hat sonst niemand. Alles andere, was sie kann, können andere gezielter.

Damit ist sie kein schlechter Charakter, sondern einer mit einer klaren Bedingung: Sie braucht ein Team, das ihre Vielseitigkeit tatsächlich abruft, statt sie als vierten Platz zu füllen. In einer Aufstellung, die States sammelt und Schaden einsteckt, ist sie unbezahlbar. In einer, die schnell punktet, ist sie der langsamste Weg zu allem.

Weiterführendes

Zu Parvati gibt es einen Artikel von Corvus Belli mit mehr Hintergrund zu ihrer Entwicklung und einen guten englischsprachigen Blog-Beitrag von Heart of the Hyperpower.

FAQ und Errata

Wann spiele ich Field Analysis, vor oder nachdem der Gegner seine Initiativkarte aufdeckt? Danach. Man darf abwarten und die gegnerische Initiativkarte sehen, bevor man sich entscheidet.


Bilder & Karten: Corvus Belli

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