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Die Sanitäterin der Core Box. Ihr Schild ist Verteidigung, Angriffsbonus und Teambuff in einem Symbol.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, sehen Sie dieses Lächeln? Sehen Sie die Flügel? Lassen Sie sich nicht täuschen! Was da geflogen kommt, ist ein KÜRBIS, und er kommt mit Anlauf! Sie flickt ihre Leute zusammen, sie stellt sich vor sie, und wenn Sie zu nah kommen, bekommen Sie Obst ins Gesicht: TANGERIIINE! Nicht blinzeln, sonst schmecken Sie Zitrusfrüchte!

💅 RHOD BOZZO: Schatz, ich habe lange auf jemanden gewartet, der Engelsflügel mit Boxhandschuhen kombiniert, und hier ist sie. Orange auf Orange auf noch mehr Orange, dazu Zöpfe bis zum Boden und eine Sonnenbrille, die sie nicht abnimmt, wenn sie jemanden verarztet. Das ist keine Sanitäterin, das ist eine Rettungsaktion mit Bühnenprogramm.

HexaDome Legends - Tangerine - Logo
Ihr Logo: der Schriftzug zwischen zwei Flügeln, darüber ein grinsendes Kumquat mit Händen. Eigenentwurf für diesen Guide — für die neuen Charaktere gibt es keine offiziellen Logos.

„Nobody touches my babies.“

„Tangerine is a walking contradiction: the most angelic face in the HexaDome paired with its fiercest temper. Her teammates can count on her protection and loving care, while her opponents will see nothing but a volley of smiling kumquats hurtling toward them.“

Corvus Belli, offizielle Charakterbeschreibung

Der Widerspruch, von dem der Text spricht, steht wörtlich auf ihrer Karte. Ihre Heilaktion heißt It’s just a Scratch!, ihr Angriff I’m no Angel. Und die lächelnden Kumquats sind kein Bild, sondern eine Taktikkarte: Zwei davon darf sie neben sich aufs Feld stellen.

Das Zitrusthema zieht sich durch alles an ihr. Tangerine ist das englische Wort für Mandarine, ihre Wurfgeschosse sind Kumquats, und im Kampfspruch nennt sie die Dinger „my babies“. Eines davon hat sogar einen Namen: Die Taktikkarte Good job, Kevin lobt einen der Kleinen für getane Arbeit.

Vorweg: kein Rückkehrer

Tangerine hat keine Vorgeschichte in Aristeia!. Es gibt keine alte Karte, gegen die sich ihre messen ließe. Gemessen wird sie deshalb an den elf anderen Charakteren des bisherigen Bestands, und an der Frage, die bei einer Heilerin zählt: Wie viel Schaden nimmt sie dem Team tatsächlich ab?

HexaDome Legends - Tangerine - Artwork HexaDome Legends - Tangerine - Miniatur
Engelsflügel, Sonnenbrille, und drei Kumquats, die um sie herum schweben. Oben im Haar sitzt ein viertes, kleines, mit eigenem Gesicht. Der Hersteller nennt sie einen wandelnden Widerspruch, das Artwork hält sich daran.

Die Grundwerte

HexaDome Legends - Tangerine - Charakterkarte
Die Charakterkarte. Ein Angriff für drei Punkte, ein Skill für einen, und ein Switch, der ein einzelnes Schild kostet.
Wert Tangerine Einordnung
Lebenspunkte3Mittelfeld, wie hEXx3r, Wild Bill und BeatBox
Initiative5Rang sieben bis zehn, sie teilt die 5 mit drei anderen
Energie5wie alle
Bewegung5der höhere von zwei Werten im Kader

Ihre Verteidigung aus Blau und Schwarz bringt 1,33 Blocks im Schnitt, Rang neun von zwölf. Das ist dünn, gilt aber nur für den nackten Wert. Sie kann sich selbst schützen, und dann sieht die Rechnung völlig anders aus.

Wichtiger als die Zahlen ist das Kostengefüge. It’s just a Scratch! kostet einen Aktionspunkt, I’m no Angel drei. Bei fünf Punkten heißt das: Sie kann in einer Aktivierung angreifen und danach noch zweimal heilen, oder dreimal flicken und sich anschließend noch bewegen — die Move-Aktion kostet zwei Punkte und bringt dafür Bewegungspunkte in Höhe ihres Bewegungswerts.

It’s just a Scratch!

Ein Aktionspunkt, Reichweite 0 bis 4, ein oranger und ein gelber Würfel. Zwei Effekte auf demselben Wurf:

  • Schild und Spezial zusammen heilen einen Schadenspunkt.
  • Ein Erfolg entfernt einen Zustand vom Ziel.

Weil das kein Angriff ist, würfelt niemand dagegen. Ein Skill ist ein einfacher Wurf, und die beiden Effekte schließen sich nicht aus:

Ergebnis Anteil
entfernt einen Zustand77,8 %
heilt einen Schadenspunkt61,1 %
beides im selben Wurf50,0 %
gar nichts11,1 %

Für einen einzelnen Aktionspunkt ist das viel. In der Hälfte aller Würfe kommt ein Verbündeter mit einem Schaden weniger und einem Zustand weniger aus der Sache heraus, und in nur einem von neun Fällen passiert überhaupt nichts.

Reichweite 0 bis 4 heißt außerdem, dass sie sich selbst behandeln darf und ansonsten vier Felder Abstand zum Patienten halten kann, also nicht dorthin muss, wo geschossen wird.

Der generelle Switch, und warum alles daran hängt

Ein einzelnes Schild, und sie legt Shielded auf ein beliebiges Element in Reichweite 0 bis 4. Das ist der billigste Preis, den das Spiel kennt, und bei ihr ist er die Voraussetzung für fast alles andere:

Wurf Switch gelingt in
I’m no Angel (Orange, Orange, Gelb)83,3 %
Verteidigung (Blau, Schwarz)83,3 %
It’s just a Scratch! (Orange, Gelb)66,7 %

In fünf von sechs Angriffs- und Verteidigungswürfen fällt ein Schild ab. Wer sie angreift, verschafft ihr damit meistens genau den Schutz, den sie gerade braucht.

I’m no Angel

Drei Aktionspunkte, Reichweite 1 bis 4, Orange, Orange und Gelb. Der Switch auf dieser Aktion gibt einen zusätzlichen Erfolg, wenn Tangerine selbst shielded ist.

Was von den Erfolgen ankommt, hängt daran, wer ihr gegenübersteht. Die rechte Spalte ist deshalb der Schaden, den ein Angriff im Schnitt anrichtet, gemittelt über die Verteidigungswürfe der elf anderen Charaktere:

Erfolge im Wurf Schaden, der ankommt
ohne eigenes Schild2,000,77
mit Schild3,001,49

Der Schaden verdoppelt sich fast, und das für einen Zustand, den sie sich in vier von fünf Verteidigungswürfen selbst besorgt. Sie ist damit keine Schadensausteilerin, aber auch keine, die man ignorieren kann: Gegen Afara kommt sie auf 2,18 Schaden je Angriff, gegen Gata und hEXx3r auf 1,73.

Der Reihenfolge nach spielt sich das so: erst ein Schild auf sich selbst, dann angreifen. Das kostet keinen zusätzlichen Punkt, sondern nur die Disziplin, den Switch in der richtigen Runde zu zünden.

HexaDome Legends - Tangerine - Szenenbild
Der Moment aus Good job, Kevin: Der Schuss, der ihr galt, trifft eines der Kumquats. Aus dem Einschlag quillt Helles, bei den sichtbaren Nähten des Kleinen eher Füllung als Rauch. Ihr Mund steht offen, der Kopf ist zum Einschlag gedreht; die Augen liegen hinter dem Visier.

From Tangerine, with Love

Ihre Passive ist der Grund, warum sie im Team steht, und sie ist leicht zu unterschätzen. Shielded nimmt dem nächsten Treffer normalerweise eine Wunde. Solange Tangerine im HexaDome steht, sind es zwei.

Was das wert ist, lässt sich ausrechnen. Als Maßstab dient hier immer dieselbe Verteidigung, nämlich Grün und Blau: Diese Zeile haben 4 der 12 Charaktere, sie ist die häufigste im Kader. Jeder Angriff des Kaders läuft also gegen denselben Gegenwurf, einmal ungeschützt und einmal um eine beziehungsweise zwei Wunden gekürzt.

Schaden im Schnitt
ohne Schild0,80
mit Shielded0,35
mit Shielded und Tangerine im HexaDome0,12

Ein Schild nimmt also 0,43 Schaden weg, gut die Hälfte. Steht Tangerine dabei, sind es 0,64, also über achtzig Prozent. Ihre Passive verdoppelt, was ein Schild abfängt: Aus einem Schaden werden zwei, auch bei Schilden, die jemand anderes verteilt. Am Ergebnis kommt weniger an als der Faktor verspricht: Viele Angriffe machen gar keine zwei Schaden, der zweite Punkt verfällt dann ungenutzt.

Und Schilde nehmen mehr weg als Schaden. Der Reference Guide hält auf Seite 35 fest, dass eine Bedingung wie „wenn das Ziel Schaden nimmt“ als nicht erfüllt gilt, sobald der Schaden ignoriert wurde. Nadirs Combat Vials, die einem getroffenen Ziel drei Giftmarker verpasst, fällt damit ersatzlos aus, und Valkyrie’s cry verliert die Hälfte ihrer Bedingung — sie verlangt ein Ziel mit Wunden oder ein immobilisiertes, und der zweite Weg bleibt offen. Was am Schaden hängt, verschwindet mit ihm; was am Zustand hängt, nicht.

Am Tisch fällt allerdings eine andere Zahl auf. Gemeint ist der Anteil der Würfe, aus denen überhaupt kein Schaden hervorgeht: 57 Prozent ohne Schild, 79 mit Schild, 92 Prozent mit Schild und Tangerine. Mehr als neun von zehn Angriffen gegen ein geschütztes Team gehen also ins Leere. Das erklärt den Ruf der Passiven besser als ihr Erwartungswert.

Eine Einschränkung gehört dazu, sonst liest sich die Rechnung zu freundlich. Sie nimmt die gedruckten Würfelpools, ohne Switches, Taktikkarten und Verstärker. Miyamotos genereller Switch hebt Ken No Sen von 1,83 auf 4,00 Erfolge, und gegen einen solchen Treffer ist ein doppelter Schild eine Dämpfung, keine Löschung. Der nackte Pool läuft gegen eine Wand, die Switches kommen durch.

Bei ihr selbst wirkt dasselbe. Ein Wurf gegen sie sieht mit und ohne eigenes Schild so aus:

Angreifer tötet sie ohne Schild mit Schild
Wild Bill, Twin Pistols45,1 %6,1 %
BeatBox, Make some Noise!35,4 %2,7 %
Miyamoto, Tai Tai No Sen20,4 %1,0 %
Obake, Judgement of the Oni12,8 %0,2 %
Valkyrie, Wisteria4,9 %0,0 %

Aus einer Figur, die der Duellant Wild Bill in fast jedem zweiten Wurf umlegt, wird eine, die er in sechzehn von siebzehn Würfen stehen lässt. Um eine Feinjustierung handelt es sich da nicht mehr.

Die Taktikkarten

Vier Karten, und drei davon drehen sich um dasselbe Symbol.

HexaDome Legends - Tangerine - Here, love
Here, love: Schilde für alle, und die Karte darf zurück ins Deck.

Here, love gibt während ihrer Aktivierung allen Verbündeten im HexaDome ein Schild und darf danach ins Deck zurückgemischt werden. Zusammen mit ihrer Passiven heißt das: Das ganze Team ignoriert die nächsten zwei Wunden, und die Karte kommt womöglich wieder. Von den vier ist sie die, die am meisten Schaden verhindert.

HexaDome Legends - Tangerine - Good job, Kevin
Good job, Kevin: eine dritte Wunde und ein Bewegungspunkt obendrauf.

Good job, Kevin ist nach einem ihrer Kumquats benannt, und die Karte legt bis zum Rundenende eine dritte Wunde auf den Schutz und gibt geschützten Verbündeten zu Beginn ihrer Aktivierung einen Bewegungspunkt. Beide Hälften wiegen schwerer, als sie klingen, und die zweite ist die interessantere.

Der dritte Punkt zuerst. Im Schnitt bringt er weniger als der zweite, 0,08 Schaden gegenüber 0,21. Sein Nutzen ist dafür sehr ungleich verteilt.

Die folgende Tabelle nimmt jeden Angriff des Kaders gegen dieselbe Verteidigung aus Grün und Blau. Die mittleren vier Spalten zeigen, wie viel Schaden davon beim Ziel ankommt: ungeschützt, mit einem Schild, mit Schild und Tangerine, und mit allen dreien zusammen. Die letzte Spalte zählt, wie oft der Angriff im letzten Fall gar nichts mehr bewirkt.

Angriff ungeschützt Schild + Tangerine + Kevin ohne Wirkung
Wild Bill, Twin Pistols1,750,970,430,1489 %
BeatBox, Make some Noise!1,450,730,280,0794 %
Miyamoto, Tai Tai No Sen0,970,430,140,0397 %
Obake, Judgement of the Oni0,730,280,070,0199 %
Miyamoto, Ken No Sen0,450,140,030,00100 %
Maximus, Shield of Jotum0,450,140,030,00100 %

Vom härtesten Angriff des Kaders bleiben 0,14 übrig, und er geht in 89 Prozent der Würfe ins Leere. Die untere Hälfte der Liste trifft gar nicht mehr. Die Karte gilt dabei für alle geschützten Verbündeten zugleich, eine Zielwahl gibt es nicht — gewählt wird also nicht die Figur, sondern der Zeitpunkt. Und der lohnt sich in der Runde, in der etwas Schweres zu erwarten ist: Gegen Twin Pistols nimmt der dritte Punkt 0,34 Schaden weg, gegen Ken No Sen nur noch 0,03. Wo Schild und Passive den Angriff ohnehin auf null drücken, ist für ihn nichts mehr zu holen.

Dann der Bewegungspunkt, und der ist gegen Immobilized der eigentliche Hebel. Der Zustand löst sich ausschließlich über Bewegungspunkte auf: Die rote Seite frisst alle, die eine Figur bekommt, die blaue noch einen, und erst danach ist der Marker weg. Bewegungspunkte gibt es sonst über die Move-Aktion, und die kostet zwei Aktionspunkte. Ein paar Taktikkarten schenken welche, in ihrem eigenen Kader aber keine.

Bei fünf Energie im ganzen Kader heißt das:

Freikommen kostet bleibt übrig
ohne die Kartezwei Move-Aktionen, 4 AP1 AP
mit der Karteeine Move-Aktion, 2 AP3 AP

Der billigste Angriff im Kader kostet zwei Punkte, und Contender, die Attacke, die jeder hat, ebenfalls. Mit einem verbliebenen Punkt lässt sich also kein einziger Angriff bezahlen. Eine immobilisierte Figur ohne diese Karte verliert die Aktivierung als Angriffszug vollständig. Mit ihr bleiben drei Punkte, und damit ist jeder Angriff drin.

Dazu kommt der Zeitpunkt. Der geschenkte Punkt fällt an, bevor der erste Aktionspunkt ausgegeben ist, und wird sofort verschluckt. Die Aktivierung beginnt damit bereits mit dem halb abgebauten Zustand.

Die Kombination, auf die alles hinausläuft

Here, love und Good job, Kevin tragen dasselbe Timing. Taktikkarten kosten keine Aktionspunkte, und ein Limit je Aktivierung kennt der Reference Guide nicht. Beide lassen sich also in derselben Aktivierung spielen, und dann steht das ganze Team hinter Schilden, die je drei Wunden ignorieren, jede Figur mit einem Bewegungspunkt obendrauf.

In Zahlen, gerechnet für eine ganze Runde: Ein Team besteht aus vier Charakteren, und wenn jeder von ihnen einmal angreift, kommen im Schnitt 2,97 Schaden zusammen. Die Kombination frisst davon 2,87, also 97 Prozent. Schilde allein, ohne die zweite Karte, nehmen 1,72 weg. Im Mittel bewirken dann 98 Prozent aller Angriffe gar nichts.

Dazu kommt, dass Good job, Kevin bis zum Rundenende gilt. Schilde, die erst danach entstehen, zählen mit: ihr eigener Switch, Afaras Switch, Obakes Impure Shield, hEXx3rs Untouchable.

Und jetzt die Gegenrechnung, denn daran hängt, ob das ein Problem ist. Jeder Charakter bringt zwei von vier eigenen Karten ins Deck. Beide zu nehmen heißt, auf Boom! Right in your face! und Run, little ones! zu verzichten. Tangerines gesamter Kartenanteil geht in eine einzige Kombination.

Schwerer wiegt, dass beide gleichzeitig auf der Hand liegen müssen. Bei achtzehn Karten, vier auf der Starthand und einem Nachzug je Runde sieht das so aus:

beide auf der Hand
Starthand3,9 %
nach Runde 29,8 %
nach Runde 418,3 %
nach Runde 4, mit Doppelzug43,1 %

Den Doppelzug bekommt, wer gleichauf liegt oder zurück. Die Kombination ist damit vor allem eine Aufholmechanik: In Führung bekommt man sie selten zu sehen, im Rückstand mehr als doppelt so oft. Für den Gegner heißt das trotzdem, in jeder Runde damit rechnen zu müssen, und Here, love darf nach dem Spielen zurück ins Deck.

HexaDome Legends - Tangerine - Boom! Right in your face!
Boom! Right in your face!: das Schild wird zur Wunde für jeden, der zu nah steht.

Boom! Right in your face! dreht die Richtung um. Sie entfernt ihr eigenes Schild und verteilt dafür eine Wunde an jeden angrenzenden Gegner, und ihr Adds-Kasten erlaubt dasselbe mit dem Schild eines Verbündeten. Gespielt wird sie während der Aktivierung eines Verbündeten — und eine Figur ist auch ihr eigener Verbündeter, also geht es in ihrem eigenen Zug genauso. In beiden Fällen ein Moment, in dem der Gegner nicht damit rechnet. Sonst verwandelt im Kader niemand einen Schutzzustand in Schaden.

HexaDome Legends - Tangerine - Run, little ones!
Run, little ones!: zwei Kumquats. Der Klammerzusatz auf der Karte macht sie zu einer besonderen Sorte Hindernis.

Run, little ones! stellt bis zu zwei Kumquats neben sie, und der Klammerzusatz auf der Karte ist der wichtigste Teil des Textes: running projectiles. Der Reference Guide führt sie auf Seite 43 als eigene Kategorie, und sie hat wenig mit einem Lautsprecher gemein.

Der Name ist im Artwork wörtlich genommen: Auf dem Szenenbild hat das Ding Augen, ein Grinsen, Arme und Beine, und unter dem Fuß steht eine Rauchwolke. Diese Geschosse laufen tatsächlich.

Ein Kumquat hat einen Lebenspunkt, keine Verteidigung und ist immun gegen alle Zustände. Am Ende der Zugphase jeder Runde aktiviert es sich: Man darf es bis zu viermal verschieben, wählt dann ein angrenzendes Ziel, dreht den Marker um und wendet den Effekt an. Danach ist der Marker weg.

Und der Effekt ist bei ihr 2 Schaden oder Immobilized.

Der Zeitpunkt ist dabei die halbe Miete: Ende der Zugphase heißt vor der Wertung. Wer durch ein Kumquat ins Lazarett geht, steht in der Objectives Phase in keiner Zone mehr — in den Zonenszenarien ist das mehr wert als der Schaden selbst.

Das sind zwei garantierte Schaden ohne Wurf, aus einer Karte, die keinen Aktionspunkt kostet. Zum Vergleich: Ihr eigener Angriff für drei Punkte bringt mit Schild 1,49 im Schnitt. Zwei Kumquats schlagen also, was sie selbst in einer Aktivierung austeilt, und sie tun es aus vier Feldern Anlauf.

Dazu kommt die Falle. Betritt oder verlässt ein Charakter ein Feld neben einem feindlichen Kumquat, löst es sofort aus. Ein stehen gelassenes Kumquat zwingt zum Umweg, und die vier Verschiebungen holen es notfalls nach.

Der Preis ist die Zerbrechlichkeit: ein Lebenspunkt, kein Verteidigungswürfel. Jeder Treffer nimmt eines vom Feld, und weil sie gegen Zustände immun sind, kann Tangerine sie auch nicht schützen. Ein Schild auf ein Kumquat gibt es nicht.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • It’s just a Scratch! kostet einen einzigen Aktionspunkt und wirkt in fast neun von zehn Würfen. Sie heilt und entfernt Zustände auf demselben Wurf.
  • Ihre Passive verdoppelt den Wert jedes Schildes im Team, auch fremder.
  • Der Switch für ein einzelnes Schild greift in 83,3 Prozent ihrer Angriffs- und Verteidigungswürfe.
  • Mit eigenem Schild fällt sie kaum noch: Wild Bills bester Angriff sinkt von 45 auf 6,1 Prozent.
  • Reichweite 0 bis 4 auf beiden Aktionen. Sie hilft, ohne selbst vorne zu stehen.

Schwächen

  • Ohne Schild ist ihre Verteidigung mit 1,33 Blocks Rang neun von zwölf, und drei Lebenspunkte sind nicht viel.
  • Der Angriff kostet drei Punkte und macht selbst mit Schild im Schnitt 1,49 Schaden. Zum Töten reicht das selten.
  • Ihre Passive wirkt nur, solange sie im HexaDome steht. Wer sie in die Krankenstation schickt, entwertet jedes Schild im gegnerischen Team.
  • Initiative 5 heißt: Sie handelt oft nach dem Schaden, den sie hätte verhindern sollen.

Synergien

Obake ist die naheliegendste Verbindung. Sie schildet sich über Impure Shield selbst, und solange Tangerine im HexaDome steht, ignoriert sie zwei Wunden statt einer. Für eine Figur mit fünf Lebenspunkten und der besten Verteidigungszeile ist das ein Aufschlag, den kaum jemand einholt.

Maximus ist der zweite Fall. Behind Me! lenkt Angriffe auf ihn um, und je mehr Treffer er kassiert, desto mehr Wunden fängt sein Schild ab. Sieben Lebenspunkte, Grün und Blau in der Verteidigung, dazu zwei ignorierte Wunden je Schild: An dieser Kombination beißen sich die meisten Angriffe des Kaders die Zähne aus.

Afara braucht sie am dringendsten. Zwei Lebenspunkte und die schwächste Verteidigung im Feld heißen, dass ein einziger guter Wurf reicht. Ein Schild von Tangerine hebt genau das auf, und Afaras eigene Passive macht aus dem Schild bei Bedarf einen Sprung.

Wild Bill und BeatBox sind die Gegenprobe. Beide teilen im Schnitt über anderthalb Schaden je Angriff aus, und gegen ein Team mit Tangerine verlieren sie den größten Teil davon.

How to handle: gegen Tangerine spielen

Zuerst sie. Ihre Passive wirkt nur, solange sie im HexaDome steht. Sie zu entfernen kostet nicht nur eine Figur, sondern halbiert rückwirkend den Wert jedes Schildes im gegnerischen Team. Drei Lebenspunkte und 1,33 Blocks machen das machbar, solange sie kein eigenes Schild trägt.

Vor ihrem Schild, nicht danach. Mit Schild steigt der Aufwand um ein Vielfaches: Wild Bills bester Angriff fällt von 45 auf 6,1 Prozent. Es hängt also weniger am Würfelpool als am Zeitpunkt.

Zustände in Serie. It’s just a Scratch! nimmt genau einen Zustand je Wurf. Zwei oder drei gestapelt kommen schneller nach, als sie abräumen kann, und jeder Wurf, den sie fürs Aufräumen braucht, ist einer, den sie nicht fürs Schilden hat.

Auf Abstand bleiben, wenn sie ein Schild trägt. Boom! Right in your face! verwandelt genau dieses Schild in eine Wunde für jeden, der angrenzt. Wer sie im Nahkampf stellt, sollte damit rechnen.

Fazit

Tangerine gewinnt keine Partie über Schaden, und ihre Heilung ist es auch nicht allein. Was sie tatsächlich tut, steht in ihrer Passiven: Sie verdoppelt den Wert eines Zustands, den außer ihr auch andere verteilen. Ein Schild nimmt im Schnitt gut die Hälfte des eingehenden Schadens weg. Solange sie im HexaDome steht, sind es über achtzig Prozent.

Dabei ist sie erstaunlich billig zu spielen. Ein Aktionspunkt heilt und räumt Zustände ab, ein einzelnes Schild bezahlt ihren Switch, und ihre Angriffsaktion wird von genau dem Zustand schärfer, den sie ohnehin für alles andere braucht. Vier ihrer fünf Punkte kann sie in einer Aktivierung sinnvoll ausgeben, ohne sich zu bewegen.

Der Preis ist ihre eigene Haut. Ohne Schild ist sie ein weiches Ziel, und der Gegner weiß das. Sie ist deshalb keine Heilerin, die hinterherräumt, sondern eine Figur, die zuerst an sich selbst denken muss, damit der Rest funktioniert.


Bilder & Karten: Corvus Belli

Der Wüstenwind der Core Box. Für ihn ist eine Wand kein Hindernis, sondern der kürzeste Weg.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, Sie haben Ihre Deckung sorgfältig gewählt? Schön für Sie! Für diesen Mann ist Ihre Deckung eine TÜR! Er geht durch die Wand, er steht auf der anderen Seite, und was er zurücklässt, ist Gift! Zwei Lebenspunkte, Initiative acht, und ein Grinsen, das sagt: Ich war schon da, bevor Sie losgelaufen sind! Aus der Wüste in die Arena: AFAAARA!

💅 RHOD BOZZO: Schatz, das Haar. Das ist kein Haar, das ist eine Flamme in Türkis, und er trägt es, als wäre es das Normalste der Welt. Dazu Ohrringe, mit denen man Fenster einschlagen könnte, ein Schal in Kupfer und die Füße berühren den Boden nicht. Auf der Miniatur steht er auf seinem eigenen Wirbelwind. Bodenhaftung ist etwas für Leute ohne Stil.

HexaDome Legends - Afara - Logo
Sein Logo: der Schriftzug im Kupferband, umweht von einem türkisen Wirbel. Dieselben zwei Farben trägt die Miniatur. Eigenentwurf für diesen Guide — für die neuen Charaktere gibt es keine offiziellen Logos.

„Walls cannot stop the desert wind.“

„She is the dazzling new star to arrive in the HexaDomes, ready to challenge veteran scorer Gata head-on. Walls are shortcuts for this jinn in her pursuit of the scoring zones, even the most distant ones. Like a desert demon, she leaves every wall she passes through poisoned for the other fighters.“

Corvus Belli, offizielle Charakterbeschreibung

Der Hersteller schreibt „she“ und meint „he“

Die Beschreibung oben nennt Afara durchgehend weiblich. Auf Nachfrage im

September 2026 antwortete Jesús Fuster bei Corvus Belli auf die Frage

„Is Afara female?“ mit zwei Wörtern: „He’s male.“ Das Zitat bleibt hier

unverändert stehen, der Guide folgt der Auskunft. Die Anfrage steht mit elf weiteren in unseren Regelfragen an Corvus Belli.

Damit ist die Rolle gesetzt: Afara ist als Scorer gebaut, und er soll Gata das Feld streitig machen. Beide Aktionen seiner Karte stecken schon in diesen vier Sätzen. Die Wände als Abkürzung sind Nesim, das vergiftete Zurücklassen ist Maarid. Was der Text nicht sagt, ist, wie fragil die Figur ist, die das alles tun soll.

Vorweg: kein Rückkehrer

Afara hat keine Vorgeschichte in Aristeia!. Es gibt keine alte Karte, gegen die sich sein Profil messen ließe, keinen Umbau, den man bewerten könnte. Der Vergleichsmaßstab sind die elf anderen Charaktere des bisherigen Bestands, und an denen wird er in diesem Guide gemessen: Verteidigung, Initiative, Loslösen, und die Frage, wer ihn mit einem einzigen Wurf aus dem Spiel nimmt.

HexaDome Legends - Afara - Artwork HexaDome Legends - Afara - Miniatur
Das Artwork: Flammenhaar, Windschlieren, kein Boden. Die Miniatur setzt das um: Er schwebt auf einem Wirbel, der von der Base aufsteigt.

Die Grundwerte

HexaDome Legends - Afara - Charakterkarte
Die Charakterkarte. Zwei Lebenspunkte, zwei Aktionen, die zusammen einen Aktionspunkt kosten.
Wert Afara Einordnung
Lebenspunkte2so wenig wie Gata, weniger hat niemand
Initiative8Rang zwei im Feld, nur Gata mit 9 ist schneller
Energie5wie alle
Bewegung5der höhere von zwei Werten im Kader

Zwei Lebenspunkte und Initiative 8: Das ist dasselbe Profil, das Gata trägt, einen Punkt langsamer. Afara handelt in jeder Runde als Zweiter, er ist vor Miyamoto mit 7 und vor allen anderen am Zug. Für einen Scorer ist das der Wert, der zählt. Wer die Zone zuerst erreicht, hält sie; wer zuletzt kommt, muss jemanden vertreiben.

Die Tabelle zeigt auch die andere Hälfte des Profils. Jede Wunde kostet ihn die Hälfte seines Lebens, und die Verteidigung, die das verhindern soll, ist der schwächste Wert im Feld.

Die Würfelzeilen

Seine drei Attributzeilen sind kurz. Agility wirft zwei orange Würfel, Brawn einen schwarzen mit einem geschenkten Spezial-Symbol, Defense einen schwarzen und einen gelben.

Die Verteidigung bringt im Schnitt 0,83 Blocks. Das ist Rang vierzehn von vierzehn. Wisteria, die nächstschwächere, kommt mit einem einzelnen grünen Würfel auf 1,17, die vier Charaktere mit Grün und Blau auf 2,00. Afara blockt weniger als jede andere Figur der Core Box, und hinter diesen Blocks liegen zwei Punkte Leben.

Was das heißt, zeigt eine Rechnung: Wer nimmt ihn mit einem einzigen Angriff aus dem Spiel? Erfolge gegen Blocks gefaltet, ohne Switches und Taktikkarten auf beiden Seiten:

Angreifer Aktion Afara fällt in einem Wurf
Wild BillTwin Pistols84,5 %
BeatBoxMake some Noise!79,2 %
MiyamotoTai Tai No Sen59,7 %
ObakeJudgement of the Oni50,0 %
Tangerine, Valkyrie, WisteriaStandardangriff39,4 %
Maximus, MiyamotoShield of Jotum, Ken No Sen34,0 %

Gegen die beiden Fernkämpfer des Kaders ist er in mehr als vier von fünf Fällen nach dem ersten Treffer weg. Selbst der schwächste Angriff im Feld tötet ihn in gut einem Drittel der Würfe. Diese Zahlen sind der Grund, warum alles andere auf seiner Karte um eine Frage kreist: wie er gar nicht erst getroffen wird.

Die Agility mit zwei orangen Würfeln ist für das Loslösen da, und da liegt er im Feld gut. Gegen die Brawn-Zeilen der 13 anderen kommt er im Mittel in 59,9 Prozent der Fälle frei. Gegen Gata, Miyamoto und Wisteria, die alle mit einem gelben Würfel festhalten, sind es 77,8 Prozent. Gegen Obake, deren Passive genau auf diesem Wurf beruht, 60,6 Prozent. Nur Maximus mit Grün und Blau hält ihn in fast drei von vier Fällen fest. Für eine Figur, die nicht kämpfen kann, ist das ein wichtiger Wert: Wer neben ihm steht, hat ihn nicht automatisch.

Die Brawn ist ein einzelner schwarzer Würfel, dazu ein Spezial, das ohne Wurf da ist. Zum Festhalten taugt das nicht, und das soll es auch nicht. Das geschenkte Symbol ist für seinen generellen Switch da, dazu gleich mehr.

Maarid

Maarid ist sein einziger Skill mit Würfeln: ein Aktionspunkt, Reichweite 1 bis 3, blau und gelb. Ein Erfolg vergiftet das Ziel, aber nur, wenn das Ziel an eine Wand angrenzt.

Der Wurf ist ein einfacher Wurf, kein Vergleich gegen die Verteidigung. Es reicht ein einzelner Erfolg, und den bringen blau und gelb in 66,7 Prozent der Fälle. Im Schnitt liegen 0,83 Erfolge auf dem Tisch, mehr als einer wird selten, und mehr als einer braucht er auch nicht. Der Karte ist die Zahl der Erfolge egal; was zählt, ist, wo das Ziel steht.

Erst diese Bedingung verbindet den Skill mit dem Rest der Karte. In einer Arena voller Wände steht ständig jemand an einer, vor allem in den Zonen, um die gespielt wird. Afara wiederum bestimmt über Nesim selbst, wo er steht. Er sucht sich die Wand, hinter der ein Gegner Deckung genommen hat, versetzt sich auf seine Seite und vergiftet ihn für einen Aktionspunkt. Der Herstellertext spricht von der vergifteten Wand, und genau so spielt es sich: Wer sich an eine Wand lehnt, wird sein Ziel.

Gift ist in Legends ein Zustand, der langsam arbeitet: Wer vergiftet ist, erleidet am Ende seiner Aktivierung Schaden, und die Marker stapeln sich. Afara selbst verletzt niemanden. Kein Würfel auf seiner Karte ist rot, Maarid trifft für null Wunden. Er hinterlässt einen Zustand und geht weiter; der Schaden kommt, wenn er längst woanders steht.

Nesim

Nesim kostet keinen Aktionspunkt und würfelt nicht. Steht Afara an einer Wand, gibt er zwei Bewegungspunkte aus und platziert sich auf ein beliebiges Feld, das an dieselbe Wand grenzt. Das ist der Wüstenwind: Er geht nicht um das blockierte Feld herum, er ist einfach auf der anderen Seite.

HexaDome Legends - Afara - Artwork
Der Finger an der Schläfe, das Haar im Wind. Er hat den Weg schon gesehen, bevor die anderen die Wand bemerken.

Fünf Bewegungspunkte reichen für zwei Durchgänge und einen normalen Schritt. Der Unterschied liegt nicht in der Zahl, sondern in der Art der Bewegung. Ein normaler Schritt führt in ein Nachbarfeld. Ein Durchgang führt auf die Gegenseite eines Hindernisses, und dort steht in der Regel etwas, was den Umweg gerechtfertigt hätte: eine Zone, ein Gegner in Deckung, ein Verbündeter in Not. Zwei Durchgänge pro Aktivierung, dazu Initiative 8, und er ist in Zonen, die für alle anderen zwei Runden entfernt sind. „Even the most distant ones“ steht im Herstellertext, und die Karte deckt das.

Der Preis: Sie ist ein Place, kein Move. Was Bewegung verbietet oder bestraft, greift hier oft nicht. Was Place verbietet, greift dafür voll. Und wer ihn dort haben will, wo er nicht hin soll, braucht nur eine Arena mit wenig Wänden: Auf offenem Feld steht Nesim nur noch auf der Karte.

Ghazaal und der generelle Switch

Seine Passive Ghazaal erlaubt es ihm, während seiner Aktivierung den Zustand Shielded von sich zu entfernen und sich dafür zu versetzen. Ein Schild wird zu einem Displace. Für sich genommen ist das eine kleine Regel. Interessant wird er erst zusammen mit dem generellen Switch.

Der generelle Switch kostet zwei Spezial-Symbole und gibt ihm Shielded. Zwei Spezial sind ein hoher Preis, und auf seinen Pools sieht er so aus:

Wurf zwei Spezial
Maarid (blau, gelb)50,0 %
Verteidigung (schwarz, gelb)38,9 %
Brawn (schwarz, ein freies Spezial)33,3 %

Die Brawn-Zeile lohnt den zweiten Blick. Dort liegt ein Spezial schon vor dem Wurf, der schwarze Würfel muss nur noch eines nachlegen, und das tut er auf zwei von sechs Seiten. Ein Wurf, den er niemals gewinnt, weil sein einzelner schwarzer Würfel keinen Erfolg trägt, liefert ihm in jedem dritten Fall ein Schild. Wer ihn festhält, gibt ihm damit eine Chance auf das, was er zum Weglaufen braucht.

Denn das Schild bleibt bei ihm nicht lange ein Schild. In seiner nächsten Aktivierung gibt er es über Ghazaal aus und versetzt sich damit, ohne Bewegungspunkte und ohne Wand. Auf Maarid gelingt der Switch in jedem zweiten Wurf. Dann hat eine Aktivierung, die einen einzigen Punkt gekostet hat, einen vergifteten Gegner und ein Schild gebracht, und das Schild ist in der Runde darauf ein weiterer Sprung.

Zwei Dinge sollte man dabei im Kopf behalten. Shielded nimmt dem nächsten Treffer eine Wunde, und bei ihm ist eine Wunde die Hälfte. Wer das Schild für die Bewegung ausgibt, verzichtet auf genau diesen Schutz. Und der Switch auf der Verteidigung greift in weniger als zwei von fünf Würfen, was bei 0,83 Blocks bedeutet, dass der Angriff meistens durchgeht, bevor das Schild da ist.

Die Taktikkarten

Vier Karten, drei davon für das ganze Team, und alle vier drehen sich um dieselben zwei Dinge: Wände und Überleben.

HexaDome Legends - Afara - Shahin
Shahin. Für jeden im Team ein Schritt um die Ecke, für Afara ein Sprung.

Shahin wird während der Aktivierung eines Verbündeten gespielt und platziert den Spieler neben ein blockiertes Feld, an das er selbst angrenzt. Für das Team ist das ein kostenloser Schritt um eine Ecke. Für Afara steht im Kasten ein Ersatz: Er platziert sich neben ein blockiertes Feld in Reichweite 1 bis 3. Das ist ein Nesim ohne Bewegungspunkte, in der Aktivierung von jemand anderem und mit drei Feldern Reichweite. Solange die Karte im Deck liegt, ist er nirgends eingesperrt.

HexaDome Legends - Afara - Oqab
Oqab. Ein blauer Würfel für jeden, ein Block je Nachbarfeld für ihn, und die Karte kommt zurück.

Oqab kommt, nachdem ein Gegner einen Angriff auf einen Verbündeten angesagt hat, und hat zwei Zweige. Der Grundzweig gibt jedem einen blauen Würfel und dazu zwei Wiederholungswürfe, sofern man neben einem besetzten oder blockierten Feld steht. Afara darf stattdessen wählen: einen Block für jedes angrenzende besetzte oder blockierte Feld, und die Karte geht zurück ins Deck.

Bei ihm macht diese Karte aus der Verteidigung überhaupt erst eine. Seine 0,83 Blocks steigen mit dem blauen Würfel auf 1,67, mit den beiden Wiederholungswürfen auf 2,38. Der Chooses-Zweig liefert bei einem Nachbarfeld 1,83, bei zweien 2,83 und zieht damit vorbei, bei dreien 3,83. Zum Vergleich: Die beste gedruckte Verteidigungszeile im ganzen Kader liegt bei 2,17.

Nach oben ist der Zweig gedeckelt, aber der Deckel liegt hoch. Ein Feld grenzt an höchstens sechs andere, macht 6,83 Blocks. Wer Afara in eine Ecke drängt, härtet ihn also, statt ihn zu stellen. Und weil die Karte danach zurück ins Deck darf, ist das kein einmaliger Trick.

HexaDome Legends - Afara - Qareen
Qareen. Der Schaden geht nicht an ihn, er geht als Gift an das nächste Element.

Qareen ist seine eigene Karte, gespielt nachdem ein Gegner ihn angreift. Steht außer dem Angreifer noch irgendein Element in Reichweite 1 bis 3, ignoriert er alle Wunden dieses Angriffs, und dieses Element bekommt so viele Gift-Marker, wie er Wunden ignoriert hat. Für ihn ist das die Karte, die die Tabelle von oben für einen Angriff außer Kraft setzt. Wild Bills 84,5 Prozent werden zu null, und was er austeilt, landet als Gift bei dem, der ihm am nächsten steht, Marker für Marker, fällig am Ende von dessen Aktivierung. Ob das ein Gegner ist, ein Verbündeter oder ein Objekt, unterscheidet die Karte nicht.

HexaDome Legends - Afara - Aja'ib
Aja’ib. Figuren zählen als Wände, ein Durchgang kostet einen Punkt.

Aja’ib wird zu Beginn seiner Aktivierung gespielt und gilt bis zu deren Ende: Bei Nesim darf er besetzte Felder wie blockierte behandeln, und jeder Durchgang kostet nur noch einen Bewegungspunkt. Fünf Durchgänge statt zwei, und jede Figur auf dem Feld ist eine Wand, durch die er hindurch kann. Das ist die Runde, in der er von einem Ende der Arena zum anderen kommt. Die Karte schreibt den Skill übrigens Nessim mit zwei s, das Profil Nesim mit einem; gemeint ist derselbe.

Was die Namen bedeuten

Der Herstellertext sagt, was er ist: „Walls are shortcuts for this jinn in her pursuit of the scoring zones“, und weiter „like a desert demon“. Afara ist ein Dschinn, kein Mensch mit Windmaschine. Wer die sieben Begriffe nachschlägt, die auf seinem Profil und seinen vier Karten stehen, findet diese Ansage bestätigt. Alle sieben sind arabisch, und zwei davon benennen genau das Wesen, als das der Text ihn einführt.

Maarid ist zunächst ein Adjektiv und kein Monster: aufsässig, widerspenstig, von der Wurzel م ر د. Der Koran gebraucht es in Sure 37:7 für den shayṭān mārid, den aufsässigen Teufel. Aus derselben semitischen Wurzel kommen die hebräischen Wörter für Rebellion und Rebell. Hans Wehrs Wörterbuch führt „Dämon“ und „Riese“ als Zweitbedeutungen. Edward Lanes Lexikon zitiert eine klassische Quelle, nach der ein Mārid ein böser Dschinn der mächtigsten Klasse sei, doch diese Abstufung ist umstritten: In Tausendundeine Nacht stehen Mārid und Ifrit gleichbedeutend nebeneinander.

Qareen ist der zweite Dschinn, und bei ihm sitzt die Übersetzung auf der Karte. Ein Qarīn ist ein geistiger Doppelgänger, entweder Teil des Menschen selbst oder sein Gegenstück in einer parallelen Welt. Im Koran fehlt dieses Konzept noch, das Wort steht dort ohne dämonischen Bezug; erst ein Hadith bei Sahih Muslim verbindet es mit einem Geistwesen, überliefert über ʿAbdallāh ibn Masʿūd. Die Karte tut, was ein Qarīn tut: Sie hängt jemanden an Afara und lässt ihn für ihn tragen. Afaras Wunden werden zu seinem Gift.

Bei Nesim braucht es kein Wörterbuch, der Kampfspruch auf seiner Karte übersetzt ihn mit: „Mauern halten den Wüstenwind nicht auf.“ Das Wort heißt Brise. Die semitische Wurzel ن س م bedeutet Atem, das hebräische neschīma gehört dazu. Von allen Aktionen auf seinem Profil ist es die einzige, die keinen Aktionspunkt kostet.

Ghazaal ist die Gazelle, und unser deutsches Wort stammt über das Französische von diesem ab. Ergiebiger ist die Wurzel غ ز ل: zart sein, anmutig sein, flink sein, verspielt sein, und als letzte Bedeutung im Wörterbuch schwer zu fangen sein. Das Passiv wirft ein Schild weg, um ihn woandershin zu stellen.

Shahin ist der Wanderfalke, entlehnt aus dem Mittelpersischen, wo das Wort wörtlich „königlich“ heißt, von šāh. Oqab ist der Adler, und bei ihm steckt eine Doppeldeutigkeit im Schriftbild: Dieselben drei Konsonanten ع ق ب ergeben mit anderen Vokalen ʿiqāb, die Strafe. Geschrieben wird beides gleich. Für eine Karte, die man spielt, nachdem ein Gegner einen Angriff angesagt hat, sind beide Lesarten brauchbar.

Aja’ib sind die Wunder. Das Wort ist der Titel einer ganzen Gattung: ʿAjāʼib al-Makhlūqāt wa-Gharāʼib al-Mawjūdāt, „Die Wunder der Geschöpfe und die Merkwürdigkeiten des Vorhandenen“, geschrieben von Zakariyyā al-Qazwīnī im

  1. Jahrhundert. Auf dem Tisch ist es die Karte, mit der er durch Figuren

hindurchgeht.

Unter den sieben Begriffen ist kein einziges Kampfwort. Sie benennen zwei Geister, zwei Vögel, eine Brise, eine Gazelle und ein Buch. Corvus Belli erklärt keinen davon, weder auf der Produktseite noch im Reference Guide.

Und sein eigener Name? Dazu schweigt der Hersteller ebenfalls. Sein Eintrag im Infinity-Wiki Human Sphere existiert, doch er ist leer: Überschriften für Hintergrund, Dossier und Artwork, darunter nichts.

Der naheliegende Kandidat im Wörterbuch ist عفراء, ʿAfrāʾ, ein arabischer Frauenname: „staubfarben, weißlich“, und in einer Nebenbedeutung eine Gazelle mit weißen Flecken. Er kommt von der Wurzel ع ف ر, „Staub, Erde, Asche“, aus dem protosemitischen ˀapar-. Verwandt ist das hebräische עָפָר (ʿafar*) aus „Staub bist du“.

Reizvoll wird es durch das, was daneben steht. Wiktionary nennt als eine von zwei möglichen Herleitungen für عفريت, den ʿifrīt, dieselbe Wurzel, und führt ʿifrīt als Synonym von mārid. Der Herstellertext nennt ihn einen Wüstendämon. Man hätte die Kette gern: vom Staub zum Wüstendämon zu seinem Angriff, und die Gazelle als Zugabe zu Ghazaal.

Nur passt die Transkription nicht. ʿAfrāʾ schreibt man Afra oder Afraa, nicht Afara. Die zusätzliche Silbe erklärt niemand. Und die Ifrit-Herleitung ist selbst umstritten, die Alternative führt über ein mitteliranisches Partizip āfrīd, „erschaffen“. Bleibt eine schöne Möglichkeit, die niemand bestätigt hat.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Initiative 8, in jeder Runde als Zweite dran. Für das Erreichen von Zonen ist das der wichtigste Wert der Karte.
  • Nesim macht aus jeder Wand eine Tür. Mit Aja’ib auch aus jeder Figur.
  • Ein Kreislauf aus Switch und Passive, der Schilde in Bewegung verwandelt, und der auch auf einem verlorenen Brawn-Wurf anspringt.
  • Zwei Aktionen für zusammen einen Aktionspunkt. Vier Punkte bleiben für die Bewegung.
  • Qareen streicht einen Angriff komplett und gibt den Schaden als Gift weiter.

Schwächen

  • Die schwächste Verteidigung des Feldes auf zwei Lebenspunkten. Wild Bill nimmt ihn in 84,5 Prozent der Würfe mit einem Wurf aus dem Spiel, BeatBox in 79,2.
  • Kein Schaden. Maarid vergiftet, sonst passiert nichts. Wer ihn auf eine Zone stellt, braucht jemand anderen, der die Zone verteidigt.
  • Alles hängt an Wänden. Maarid braucht ein Ziel an einer Wand, Nesim braucht eine Wand neben ihm. Eine offene Arena nimmt ihm beide Aktionen.
  • Nesim ist ein Place. Was Platzieren verbietet, stoppt ihn vollständig.
  • Sein Brawn hält niemanden. Wer neben ihm weg will, geht.

Synergien

BeatBox ist der Partner, der seine Initiative absolut macht. Seine Lautsprecher aus Let’s get this party started geben Verbündeten in seiner Nähe rush, plus 3 Initiative, und Gegnern slow down, minus 3. Aus seiner 8 wird 11, aus Gatas 9 wird 6. In dieser Zone ist er vor jedem am Zug, auch vor der Figur, die Corvus Belli als seine Rivalin nennt.

Maximus ist der Leibwächter, den er braucht. Behind Me! lenkt Angriffe auf ihn um, sobald er angrenzend steht, und Relentless bringt ihn dorthin, wenn ein Angriff auf sie angesagt wird. Die Arbeitsteilung ist einfach: Er erreicht die Zone zuerst, Maximus hält sie.

hEXx3r liefert die Wände nicht, aber die Ziele daran. Vade Retro schiebt Gegner für einen Aktionspunkt, und wer gegen eine Wand geschoben wird, steht danach an der Stelle, an der Maarid ihn braucht.

Tangerine ist die Heilerin, und bei ihm ist ein geheilter Punkt die Hälfte des Lebens. Wenn Qareen schon gespielt ist, ist Tangerine die zweite Chance.

Und Gata. Der Herstellertext stellt die beiden als Konkurrenten vor, im selben Team ergänzen sie sich. Zwei Scorer mit Initiative 9 und 8, beide mit Bewegung 5, beide mit zwei Lebenspunkten und beide mit einem eigenen Weg über das Feld: Gata über Freerun, Afara durch die Wände. Ein Team, das mit beiden startet, hat zwei Zonen besetzt, bevor der Gegner seine erste Figur bewegt hat. Es hat dann allerdings auch zwei Figuren, die ein einziger guter Wurf aus dem Spiel nimmt.

How to handle: gegen Afara spielen

Die erste Antwort steht in der Tabelle: Fernkampf. Wild Bill und BeatBox erledigen ihn in vier von fünf Würfen, und beide erreichen ihn, ohne neben ihm zu stehen. Im Nahkampf jagt man eine Figur mit Initiative 8, Bewegung 5 und einem Sprung durch jede Wand. Aus fünf Feldern Entfernung schießt man auf 0,83 Blocks.

Die zweite: auf Qareen warten. Seine stärkste Verteidigung ist eine Karte, und die spielt er einmal. Ein erster Angriff, der ihn zwingt, sie zu ziehen, macht den zweiten zum echten. Dazu braucht Qareen ein anderes Element in Reichweite 3; wer ihn allein erwischt, erwischt ihn ohne die Karte.

Die dritte: Wände meiden. Alles, was er tut, beginnt an einer Wand. Wer sich nicht an eine lehnt, bekommt kein Gift, und wer keine in seiner Nähe lässt, nimmt ihm die Abkürzung. In den Zonen ist das nicht immer möglich. Zwischen den Zonen schon.

Die vierte, gegen seinen Kreislauf: festhalten lohnt nicht, ausweichen schon. Wer ihn im Nahkampf bindet, gibt ihm auf der Brawn in jedem dritten Wurf ein Schild, und das Schild ist in seiner nächsten Runde ein Sprung. Ein Gegner, der einfach weggeht, gibt ihm nichts.

Fazit

Afara ist eine Figur mit einer einzigen Aufgabe und dem passenden Werkzeug dafür. Er erreicht Zonen, die andere nicht erreichen, und er erreicht sie zuerst. Die Karte gibt ihm dafür Initiative 8, fünf Bewegungspunkte, einen Durchgang durch jede Wand und eine Passive, die aus Schilden weitere Sprünge macht. Drei seiner vier Zeilen bewegen ihn, die vierte vergiftet, keine verletzt.

Der Preis steht in der ersten Tabelle. Er ist die am leichtesten zu tötende Figur der Core Box, und er hat nur zwei Wege, damit umzugehen: eine Taktikkarte, die einen Angriff streicht, und ein Team, das ihn schützt. Als Scorer braucht er jemanden, der die Zone hält, die er eingenommen hat. Wer ihn als Duellanten spielt, hat die Karte nicht gelesen.

Der Vergleich mit Gata, den der Text aufmacht, geht am Tisch anders aus. Gata ist einen Punkt schneller und hat mit Freerun einen Weg, der keine Wand braucht. Gatas genereller Switch versetzt sie direkt, Afaras gibt ihm ein Schild, das er versetzen kann oder behalten darf; dazu hat er mit Qareen eine Verteidigungskarte, die Gata nicht hat. Wer von beiden besser punktet, entscheidet die Arena: Je mehr Wände, desto eher Afara. Auf offenem Feld ist Gata schneller, und Afara steht dort mit einem Skill, den er nicht einsetzen kann, und einer Verteidigung, die niemanden aufhält.


Bilder & Karten: Corvus Belli

Die Türsteherin der Core Box. Wer in ihre Nähe läuft, steht danach still.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Zwei Felder, meine Damen und Herren! ZWEI! So weit reicht der Bannkreis dieser Frau, und wer da hineinläuft, kommt nicht weiter! Kein Schuss, kein Schlag, kein Zauber! Sie steht einfach da, sieht zu Ihnen herüber, und Ihre Beine gehören nicht mehr Ihnen! Fünf Lebenspunkte, ein Knüppel und ein Gesicht, das man nicht vergisst: OBAAAKE! Nicht blinzeln, sonst stehen Sie schon fest!

💅 RHOD BOZZO: Schatz, die HÖRNER. Rotes Bandana, Bandagen um den halben Arm, und dieser Knüppel mit den goldenen Nieten, den man drei Reihen weiter riechen kann. Das ist kein Kostüm, das ist eine Drohung mit Stilbewusstsein. Und dann trägt sie Sandalen dazu. Sandalen! Und wundert sich, dass niemand mit ihr tanzen will. Ich bin schockiert und ich liebe es.

HexaDome Legends - Obake - Logo
Ihr Logo, ein Eigenentwurf für diesen Guide — offizielle gibt es für die neuen Charaktere nicht. Der Hersteller nennt ihr Oni-Gesicht eine Absichtserklärung, und der Entwurf nimmt ihn beim Wort.

Obake ist eine der Charaktere aus der Core Box von HexaDome Legends, und sie hat keine Vorgeschichte in Aristeia!. Ihr Profil ist damit das, was es ist: eine neue Karte, die sich an keinem alten Stand messen lassen muss.

HexaDome Legends - Obake - Profil
Die Charakterkarte: ein Angriff, ein Skill, eine Passive, ein Switch. Der interessanteste Eintrag steht in Orange.

Vorweg: kein Rückkehrer

Die Rückkehrer-Guides dieser Reihe legen eine Aristeia!-Karte neben ihre Legends-Fassung und messen, was sich bewegt hat. Bei Obake geht das nicht, sie gab es vorher nicht. Die Vergleichsgröße sind deshalb die elf anderen Profile im Kader, und alle Zahlen unten sind exakt ausgezählt, nicht simuliert.

Zum Hintergrund gibt es vom Hersteller genau einen Spruch und vier Sätze:

„I wonder why no one ever asks me to dance… Fuhuhu.“

Her Oni appearance is not merely cosmetic; it is a declaration of intent: brutal toward her enemies and honest with her allies. Her presence in the HexaDome is awe-inspiring, like watching a force of nature made flesh. Raw and intimidating. No enemy can come near her without being brought almost to a standstill.

Das Oni-Gesicht ist demnach Programm: brutal zu Gegnern, ehrlich zu Verbündeten, eine Naturgewalt in der Arena. Und der letzte Satz ist keine Ausschmückung, sondern ihre Passive in Prosa. Wer ihr nahekommt, steht fast still. Wie oft genau, steht weiter unten in Zahlen.

Obake ist im Japanischen ein Sammelbegriff für Gestaltwandler und Spukwesen, Oni sind die gehörnten Dämonen derselben Folklore. Den zweiten Teil bestätigt der Herstellertext, der erste bleibt eine Namensdeutung.

HexaDome Legends - Obake - Artwork HexaDome Legends - Obake - Miniatur
Das Artwork: Hörner, Bandana, bandagierter Arm. Die Keule trägt sie über der Schulter wie einen Baseballschläger. Die Miniatur zeigt dieselbe Figur mit beiden Beinen fest im Boden. Sie steht, sie läuft nicht.

Die Grundwerte

Wert Obake im Zwölferfeld
Lebenspunkte5zweitbester Wert, nur Maximus hat mehr (7)
Initiative5Mittelfeld
Energie5Standard im ganzen Kader
Bewegung4unteres Mittelfeld

Fünf Lebenspunkte und Bewegung 4: Das ist die Signatur einer Figur, die stehen bleiben soll. Wisteria hat dieselben fünf, Maximus sieben, alle anderen liegen darunter. Damit gehört sie zu den drei Figuren im Kader, die fünf oder mehr Lebenspunkte haben.

Die Würfelzeilen

Zeile Würfel Bedeutung
Agilityorange, gelbMittelfeld, reicht zum Loslösen
Brawnblauein einzelner Würfel
Defensegrün, blau2,00 Blocks im Schnitt, Spitzengruppe

Die Verteidigung ist so gut, wie sie im Kader wird. Grün und Blau bringen zusammen 2,00 Blocks, und dieselbe Kombination tragen nur Maximus, Miyamoto Mushashi und Valkyrie. Danach kommt eine Lücke: BeatBox liegt bei 1,83, das untere Ende bei 0,83.

Und dann der Brawn. Ein blauer Würfel, mehr nicht, im Schnitt 0,83 Blocks. Das ist der schwächste Eintrag auf ihrer Karte, und ausgerechnet daran hängt ihre wichtigste Fähigkeit.

Intimidating Presence, oder: der schwächste Wert trägt den Charakter

Kartentext: When an enemy enters Range 1-2 moving, they must face their AGI against your BRA. If they fail, they lose all their MP.

Wer sich in Obakes Nahbereich hineinbewegt, würfelt seine Agility gegen Obakes Brawn. Verliert er, sind sämtliche Bewegungspunkte weg, und er steht dort, wo er gerade war. Nach dem Reference Guide gilt ein Face-to-Face als bestanden, wenn nach Abzug der gegnerischen Blocks mindestens ein Erfolg übrig bleibt. Obake muss also nur gleichziehen, nicht gewinnen.

Zwei Sonderfälle stehen nicht auf der Karte und sind am Tisch beide schon strittig gewesen. Bewegt sich Obake in die Nähe eines Gegners, passiert nichts — die Passive verlangt, dass der Gegner sich bewegt. Und wer bereits in Reichweite 2 steht, darf sich dort frei bewegen, ohne erneut zu testen. Beides hat Corvus Belli auf Nachfrage bestätigt, nachzulesen in unseren Regelfragen an Corvus Belli. Es bleibt genau ein Zeitpunkt: der Eintritt in Reichweite 1-2 aus eigener Bewegung. Der Disengage-Test kommt davon unberührt obendrauf.

Gerechnet gegen jede der elf anderen Agility-Zeilen sieht das so aus:

Gegner Agility Obake hält ihn auf
Wisteriagelb88,9 %
Tangerine · hEXx3rgelb, gelb75,9 %
BeatBox · Wild Billorange69,4 %
Maximusrot63,9 %
Nadirblau, blau62,5 %
Miyamoto Mushashiorange, gelb56,5 %
Valkyrieorange, blau50,0 %
Afaraorange, orange39,4 %
Gatarot, orange32,9 %

Im Mittel über alle 13 hält sie 60,0 Prozent auf. Damit lässt sich planen, ein Riegel ist es nicht. Zehn von 13 bleiben in mindestens jedem zweiten Anlauf stehen, und nur die drei mit der besten Agility, Afara, Gata und Sì, kommen öfter durch als nicht.

Der Ausreißer nach unten ist Gata, und das passt zu ihr: Rot und Orange sind die stärkste Agility im Kader. Sie spaziert in zwei von drei Fällen einfach an Obake vorbei. Der Ausreißer nach oben ist Wisteria mit einem einzelnen gelben Würfel. Sie kommt in einem von neun Fällen durch.

Der Zusatz „moving“ ist die eigentliche Regel. Die Passive greift nur bei Bewegung. Wer platziert wird, löst sie nicht aus, und das ist kein Randfall: Gatas Freerun setzt sie auf ein freies Feld neben ihrem Ziel, ohne einen einzigen Schritt zu gehen. Obake geht dabei leer aus. Dasselbe gilt für ihre eigene Taktikkarte Positioning maneuvers, die ebenfalls platziert statt bewegt.

Wer einmal drinsteht, löst nichts mehr aus. Die Passive prüft das Hineinbewegen, nicht das Dortsein. Ein Gegner, der neben ihr steht und sich weiterschiebt, würfelt also nicht noch einmal.

Judgement of the Oni

Kosten3 AP
Reichweite1-2
Würfelrot, orange, blau
Immer dabei1 Erfolg oder 1 Block zum Wurf, freie Wahl
Switch1 Block + 1 Spezial: Move away 1 oder Push 1 das Ziel

Der gedruckte Pool bringt 2,33 Erfolge. Das frei wählbare Symbol hebt ihn auf 3,33, und weil man es nach dem Wurf vergibt, ist es mehr wert als ein zusätzlicher Würfel derselben Farbe: Es kommt garantiert.

Was das ausmacht, steht in den Trefferquoten:

ohne freies Symbol mit freiem Erfolg
mindestens 1 Erfolg97,2 %100 %
mindestens 2 Erfolge79,2 %97,2 %
mindestens 3 Erfolge43,1 %79,2 %
mindestens 4 Erfolge12,5 %43,1 %

Ein Wurf ohne einen einzigen Erfolg ist bei Obake unmöglich: Der freie Erfolg liegt auch dann noch da, wenn alle drei Würfel leer zeigen. Was die gegnerischen Blocks daraus machen, steht auf einem anderen Blatt.

Nimmt man das Symbol stattdessen als Block, steht die Aktion bei 2,50 Erfolgen und 2,33 Blocks. Für einen vergleichenden Wurf gegen einen harten Gegner ist das die interessantere Wahl, denn Blocks löschen dessen Erfolge.

Der Switch kostet einen Block und ein Spezial und kommt in 68,5 Prozent der Würfe. Nimmt man das freie Symbol als Block, sind es 77,8 Prozent. Damit schiebt Obake ihr Ziel ein Feld weit, wahlweise von sich weg oder von ihrem eigenen Standpunkt aus betrachtet zur Seite. Beides ist Positionsarbeit, und beides kostet sie keinen einzigen zusätzlichen Aktionspunkt.

Wen sie in einem Wurf umlegt

Erfolge minus Blocks, ohne Switches und Taktikkarten auf beiden Seiten, freies Symbol als Erfolg:

Ziel Lebenspunkte Schaden im Schnitt in einem Wurf erledigt
Afara22,5079,2 %
Gata22,0364,6 %
Tangerine · hEXx3r32,0335,4 %
Wild Bill31,7226,4 %
BeatBox31,5924,1 %
Miyamoto Mushashi31,4520,4 %
Nadir41,749,5 %
Valkyrie41,456,1 %
Wisteria52,182,8 %
Maximus71,450 %

Die beiden Zweipunkte-Figuren sind in echter Gefahr, sobald sie sie erreicht. Gegen Maximus dagegen führt kein einzelner Wurf zum Ziel, und das ist arithmetisch so: Sieben Lebenspunkte lassen sich mit einem Pool, der bei sechs Erfolgen aufhört, nicht in einem Anlauf abräumen.

Impure Shield

Ein Aktionspunkt, keine Würfel, zwei Effekte. Ist Obake nicht shielded, heilt sie einen Schadenspunkt. Danach schildet sie sich selbst. Gewürfelt wird nicht.

Das ist unspektakulär, und es ist viel. Für einen Aktionspunkt bekommt sie verlässlich einen Lebenspunkt zurück und einen Schild obendrauf, und bei fünf Energie bleiben ihr daneben noch vier Punkte, also ein volles Judgement of the Oni. Angriff und Selbstheilung passen in dieselbe Aktivierung.

Die Bedingung im ersten Halbsatz hat Folgen. Ist sie bereits geschildet, entfällt die Heilung. Wer den Schild aufhebt, statt ihn zu verbrauchen, bekommt beim nächsten Mal nur noch die Hälfte der Karte.

Der generelle Switch

Ein Block, und Obake nähert sich ihrem Ziel um ein Feld. Der billigste Preis, den es gibt, und entsprechend oft zahlt sie ihn:

Wurf Switch gelingt in
Verteidigung (grün, blau)94,4 %
Judgement of the Oni83,3 %
Brawn (blau)66,7 %

Auf der Verteidigung geht er praktisch immer an. Das heißt: Wer Obake angreift, zieht sie dabei an sich heran. Für eine Figur, die ihre Ziele auf Reichweite 1-2 braucht und selbst nur vier Schritte hat, ist das die halbe Lösung ihres Grundproblems. Die andere Hälfte übernimmt der Gegner, wenn er in ihre Nähe läuft.

Der Trick mit dem verlorenen Wurf

Switch und Passive greifen auf dasselbe Symbol zu, und daraus lässt sich etwas machen. Ein Face-to-Face wird in sechs Schritten aufgelöst: Die Switches liegen in Schritt 4, das Löschen der Erfolge durch Blocks erst in Schritt 5. Ein Schild kann also nur eines von beidem, blocken oder den Switch bezahlen. Läuft jemand in ihren Bannkreis und Obake wirft ein Schild, hat sie die Wahl: den Läufer stoppen, oder das Schild in einen Schritt nach vorn verwandeln und selbst im Basiskontakt landen.

Warum sie das wollen könnte, liegt am Wortlaut ihrer Passive. Die greift beim Hineinbewegen, also einmal beim Übertritt. Steht sie erst angrenzend, übernimmt der Disengage, und der stellt dieselbe Rechnung ein zweites Mal: Agility gegen Brawn, und wer verliert, bleibt stehen und verliert alle Bewegungspunkte. Aus der Bremse an der Grenze wird eine Fessel. Dazu kommt etwas, das bei Bewegung 4 mehr wiegt, als es klingt: Sie rückt in der gegnerischen Aktivierung vor, ohne einen eigenen Punkt dafür auszugeben.

Ausgezählt über alle 13 Gegner ist das seltener eine Abwägung, als es zunächst aussieht:

Was passiert, wenn jemand in den Bannkreis läuft Anteil
Approach gratis: sie blockt danach immer noch genug25,4 %
Wurf ohnehin verloren, das Schild wäre verfallen15,7 %
Gleichstand: stoppen oder herankommen25,6 %
kein Schild geworfen, keine Option33,3 %

In 41,0 % aller Anläufe kostet der Schritt nach vorn also gar nichts. Nur in einem Viertel steht eine echte Entscheidung an, und die hängt an der Lage: Wer ohnehin seinen letzten Bewegungspunkt ausgibt, den zu stoppen bringt nichts, da ist der Schritt nach vorn immer richtig.

Wie oft welcher Fall eintritt, hängt am Gegner. Gegen Wisteria mit ihrem einzelnen gelben Würfel ist der Approach in der Hälfte aller Anläufe gratis. Gegen Gata dagegen verliert Obake den Wurf in 35,6 % der Fälle ohnehin, und dann ist das Schild wenigstens noch einen Schritt wert.

Die Taktikkarten

Karte Timing Effekt
Positioning maneuversAktivierung eines VerbündetenPlace neben ein angrenzendes Element; Obakes Replaces erlaubt Reichweite 1-2 und schickt die Karte zurück ins Deck
Oni auraObakes Aktivierung, bis Rundenende+1 blau auf alle Brawn-Würfe; Gegner, die einen Face-to-Face gegen ihre Brawn verlieren, nehmen 1 Schaden
CollapseObakes Aktivierung1 Schaden und Stun auf alle Gegner in Reichweite 1-2
Defensive stancevor einem Wurf+1 blau, und vor dem Switch-Schritt verdoppelt sich jeder Block im Wurf
HexaDome Legends - Obake - Oni aura HexaDome Legends - Obake - Collapse
Oni aura: der blaue Würfel hebt ihre Passive, der Schadenspunkt macht daraus eine Falle. Collapse: ein Schaden und Stun auf alles, was in ihrem Bannkreis steht.

Oni aura ist die Karte, die zu ihr gehört. Der zusätzliche blaue Würfel hebt die Aufhaltequote ihrer Passiven von 60,0 auf 79,8 Prozent im Mittel über die 13 Gegner, und selbst Gata bleibt damit in fast drei von fünf Fällen stehen (59,7 statt 32,9 Prozent). Dazu kostet jeder verlorene Face-to-Face den Gegner einen Lebenspunkt. Aus einer Bremse wird ein Zaun mit Strom.

Defensive stance ist die auffälligste Rechnung im ganzen Profil. Der blaue Würfel hebt ihre Verteidigung von 2,00 auf 2,83 Blocks, und die Verdopplung macht daraus 5,67. Das ist fast das Dreifache ihres normalen Werts, und es gilt für jeden Wurf, nicht nur für die Verteidigung. Auf ihrer Brawn gespielt hält die Passive für diesen einen Wurf fast jeden auf.

HexaDome Legends - Obake - Defensive stance HexaDome Legends - Obake - Positioning maneuvers
Defensive stance: erst ein Würfel dazu, dann jeder Block doppelt. Aus 2,00 werden 5,67. Positioning maneuvers: die einzige ihrer Karten, die sie selbst bewegt. Und sie platziert, statt zu gehen.

Collapse trifft alles in ihrer Nähe, ohne Wurf, ohne Bedingung. Ein Schaden und Stun auf jeden Gegner in Reichweite 1-2. Wer festgehalten wurde, steht genau dort.

Positioning maneuvers ist ihr Ausweg, wenn niemand zu ihr kommt. Sie platziert sie neben ein angrenzendes Element, in Obakes eigener Fassung sogar auf zwei Felder Abstand, und die Karte darf zurück ins Deck. Nebenbei umgeht sie fremde Präsenz-Effekte, weil Platzieren keine Bewegung ist.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Fünf Lebenspunkte und 2,00 Blocks Verteidigung, beides in der Spitzengruppe.
  • Judgement of the Oni trifft in 100 Prozent der Würfe mindestens einmal.
  • Der generelle Switch kostet einen Block und gelingt auf der Verteidigung in 94,4 Prozent.
  • Intimidating Presence hält im Mittel 60,0 Prozent der Anläufer auf, mit Oni aura 79,8 Prozent.
  • Defensive stance verdreifacht ihre Blockleistung für einen Wurf.

Schwächen

  • Brawn ist ein einzelner blauer Würfel, und die Passive hängt daran.
  • Bewegung 4 bei Reichweite 1-2: Sie muss warten, bis jemand kommt.
  • Die Passive greift nur gegen echte Bewegung. Place und Displace gehen an ihr vorbei, und davon gibt es im Kader reichlich — Gatas Freerun, hEXx3rs halbes Kartenblatt, jedes Push und jedes Pull.
  • Gegen Gata funktioniert sie kaum, gegen Maximus reicht ein Angriff nie.
  • Kein Fernkampf, keine Zonenwirkung außerhalb von zwei Feldern.

Synergien

Wisteria wirkt auf den ersten Blick wie die offensichtliche Partnerin, und genau das ist die Falle. Ihr Root zieht Gegner heran, aber Heranziehen ist ein Pull und damit ein Displace — und Displace ist laut Regelbuch keine Bewegung. Wer so in Obakes zwei Felder gerät, löst ihre Passive nicht aus.

hEXx3r hat dasselbe Problem. Sie schiebt Gegner dorthin, wo sie stehen sollen, aber ihre Karten versetzen, und Versetzen zählt nicht als Bewegung. Wer jemanden in Obakes Bannkreis hineinschiebt, bekommt keinen Wurf dafür — die Passive greift nur, wenn der Gegner aus eigenem Antrieb hineinläuft.

Maximus ist der zweite Anker im Feld, und zwei Anker sind selten sinnvoll. Wer beide aufstellt, hat zwei langsame Figuren, die darauf warten, dass jemand vorbeikommt. Das funktioniert in einem Szenario, das um eine einzige Zone kreist, und geht schief, sobald die Zonen wandern.

How to handle: gegen Obake spielen

Lauf nicht hin, lass dich setzen. Jeder Place-Effekt umgeht ihre Passive vollständig. Gatas Freerun, jede Karte, die platziert statt bewegt: Obake bekommt keinen Wurf.

Schick die Schnellen. Gata kommt in 67,1 Prozent der Fälle durch, Afara und Sì in 60,6. Wer eine gute Agility hat, darf das Risiko eingehen, wer eine gelbe hat, sollte es lassen.

Nimm ihr die Umgebung, nicht die Lebenspunkte. Fünf Punkte hinter 2,00 Blocks sind teuer, und sie heilt sich für einen Aktionspunkt wieder hoch. Billiger ist es, sie stehen zu lassen und die Punktezonen woanders zu besetzen. Mit vier Schritten kommt sie nicht hinterher.

Sie will, dass du sie angreifst. Ihr Switch zieht sie dabei heran, und zwar in fast jedem Verteidigungswurf. Wer sie aus Reichweite 3 beschießt und danach feststellt, dass sie plötzlich auf zwei Feldern steht, hat ihr die Arbeit abgenommen.

Fazit

Obakes Kernfähigkeit hängt an ihrem schwächsten Wert. Ein blauer Würfel, 0,83 Blocks im Schnitt, und daran entscheidet sich, ob ein Gegner stehen bleibt oder durchspaziert.

Das klingt nach einer Fehlkonstruktion, und ich halte es für einen der interessanteren Entwürfe der Box. Die Passive kostet sie nichts, sie läuft von allein, und sie läuft in der gegnerischen Aktivierung. Wer sie ignoriert, verliert Bewegungspunkte, wer sie angreift, zieht sie heran, und wer sie umgehen will, muss den Umweg tatsächlich laufen.

Was ihr fehlt, ist Reichweite. Zwei Felder Bannkreis, zwei Felder Angriff, vier Punkte Bewegung: Sie ist eine Figur für einen Ort, nicht für eine Arena. In einem Szenario mit einer festen Zone ist sie ein Problem. In einem, das die Zonen verschiebt, ist sie eine Zuschauerin mit guter Verteidigung.


Bilder & Karten: Corvus Belli

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Initiative NEUN, meine Damen und Herren! NEUN! Die höchste Zahl, die in dieser Arena je auf einer Karte stand, und was macht diese junge Dame damit? Sie LÄUFT! Sie rennt an Ihnen vorbei, sie rennt um Sie herum, und wenn Sie sich umdrehen, steht sie in Ihrer Punktzone und winkt! Aus der Core Box von HexaDome Legends: GAAATA! Nicht blinzeln, bei ihr meine ich das wörtlich!

💅 RHOD BOZZO: Schaaatz. SCHATZ. Neun. Initiative neun! Das ist nicht einfach schnell, das ist unhöflich. Die anderen elf ziehen sich noch die Schuhe an, und sie hat schon zweimal für die Kameras gewunken. Und das Beste: Sie sieht dabei aus, als hätte sie es gar nicht eilig. Ich sterbe.

Gata
Gata, die Katze aus der Favela. Auch ihr Logo ist aus Aristeia! unverändert mitgekommen.

Gata ist unter den sechs Aristos, die aus Aristeia! nach HexaDome Legends mitgekommen sind, ein Sonderfall. Ihre Karte ist bis auf zwei Zahlen identisch geblieben: gleiche Würfel, gleiche Aktionen, gleiche Switches, dieselbe Passive mit derselben Wirkung. Geändert haben sich ihre Initiative, von 7 auf 9, und die Reichweite ihrer Passiven. Für alles andere ist sie der Kontrollfall der ganzen Reihe: Was sich an ihren Würfelergebnissen ändert, kommt aus der Würfelreform und aus sonst gar nichts. Ihre alte Analyse steht hier.

HexaDome Legends – Gata – Artwork HexaDome Legends – Gata – Miniatur
Die Legends-Kunst: zwei Hände, zweimal das Victory-Zeichen. Eine Waffe hält sie in keiner davon, und auf ihrer Karte steht auch keine. Dieselbe Figur in Plastik: Sprungpose auf einem Trümmerstück, Katzenohren am Headset, Katzenkopf auf dem Shirt.
Aristeia! – Gata
Die Aristeia!-Karte von 2017.
HexaDome Legends – Gata
HexaDome Legends 2026: dieselben Würfel, dieselben Switches, zwei Punkte mehr Initiative.

Die Grundwerte

Wert Aristeia! Legends
Lebenspunkte22
Initiative79
Energie55
Bewegung55

Zwei Lebenspunkte, damals wie heute die zerbrechlichste Figur im Feld. Bewegung 5, weiterhin Spitzenwert.

Und dann die Initiative. In Aristeia! teilte sie sich die 7 mit Axl Steel, es gab also jemanden, der ihr zuvorkommen konnte. In Legends steht sie bei 9 und hat den Wert für sich allein. Dahinter Afara mit 8 und Miyamoto Mushashi mit 7, der Rest liegt bei 6 und darunter.

Auf dem Blatt handelt sie damit in jeder Runde zuerst. Der alte Artikel nannte Axl Steel als eines von drei Gegenmitteln gegen sie, weil er ihre 7 erreichte. Dieses Gegenmittel gibt es im Legends-Kader nicht mehr. Was es gibt, sind Zustände: BeatBox‘ Lautsprecher legen slow down an, und aus ihrer 9 wird eine 6.

Die Würfelzeilen

Zeile Aristeia! Legends
Agilityrot, orangerot, orange
Brawngelbgelb
Defenseblau, schwarzblau, schwarz

Alle drei identisch: kein Würfel dazu, keiner weg, keine Farbe getauscht. Trotzdem verhält sich die Karte anders, und zwar an genau der Stelle, wo Legends die Würfel selbst angefasst hat.

Der Fall, der in Aristeia! unmöglich war

Gatas genereller Switch kostet zwei Spezial-Symbole und bietet zwei Effekte zur Wahl: sich selbst versetzen, oder dem Gegner einen Erfolg aus dem Wurf streichen. Auf ihrem Verteidigungswurf aus Blau und Schwarz sah das so aus:

Aristeia! Legends
Spezial im Schnitt0,330,83
Der Switch gelingt in0,0 %16,7 %

Die Null ist echt, und der Grund ist der schwarze Würfel. In Aristeia! hatte er drei Block-Seiten und drei leere Seiten, kein einziges Spezial, und der blaue Würfel hat genau eine Seite mit einem Spezial. Zwei Spezial-Symbole aus einem Pool, der höchstens eines liefern kann: Das konnte nicht klappen, egal wie lange man würfelte. Gatas gedruckter Switch war auf ihrer eigenen Verteidigung tote Tinte.

Legends hat dem schwarzen Würfel zwei Spezial-Seiten gegeben, und damit springt der Switch in einem von sechs Würfen an. Keine große Zahl, aber eine, mit der man rechnen kann. Vorher war es keine.

Feline Reflexes: der eigentliche Gewinner

Ihre Passive gibt ihr einen zusätzlichen gelben Würfel, wenn sie sich im Nahbereich verteidigt. Damit sieht die Rechnung anders aus:

Aristeia! Legends
Spezial im Schnitt1,331,83
Der Switch gelingt in38,9 %63,9 %

Aus gut einem Drittel werden knapp zwei Drittel. Für eine Figur mit zwei Lebenspunkten heißt das: Wer sie im Nahbereich angreift, findet sie danach meistens auf einem anderen Feld.

Der Wortlaut der Passive hat sich ebenfalls verschoben, zu ihren Gunsten:

Aristeia! Legends
Gatas Verteidigung gegen angrenzende Ziele ist blau, schwarz, gelb1 gelber Würfel auf Verteidigungswürfe gegen Ziele in Reichweite 1-2

Rechnerisch dasselbe, geografisch nicht: Alt griff die Passive nur, wenn der Angreifer direkt neben ihr stand, neu auch aus zwei Feldern Abstand.

Die Aktionen

Misdirection wird Distraction

Aristeia! Legends
NameMisdirectionDistraction
Kosten1 AP1 AP
Reichweite1-11-1
Würfelorange, gelborange, gelb
EffektErfolg: DazzledErfolg: Blind

Neuer Name, neuer Zustandsname, dieselbe Mechanik. Die Trefferquote liegt in beiden Fassungen bei 38,9 Prozent, der Erwartungswert bei 1,17 Erfolgen.

Wozu man den Zustand anlegt, sagt der Reference Guide auf Seite 40: Wer blinded ist, hat bei der Sichtlinienprüfung keine gültigen Ziele jenseits Reichweite 0-1. Für einen Nahkämpfer ist das lästig, für einen Schützen das Ende der Aktivierung. Wild Bills Twin Pistols beginnt bei Reichweite 2 und ist damit tot, BeatBox‘ Make some Noise! ebenso.

Und dieser Zugang gehört ihr allein: Gata ist die einzige Figur im Zwölferfeld, die Blinded verteilt. Mit Initiative 9 ist sie dabei fast immer vor ihrem Ziel dran.

Freerun

Unverändert. Null Aktionspunkte, Reichweite 1-1, und für einen einzigen Bewegungspunkt platziert sie sich auf ein freies Feld neben ihrem Ziel.

Das ist nach wie vor der Kern der Figur. Zum offiziellen FAQ-Eintrag aus Aristeia!-Zeiten, wonach sie den Sprung einmal je ausgegebenem Bewegungspunkt machen darf und mit fünf Bewegungspunkten damit bis zu zehn Felder überbrückt: Für Legends liegt uns keine entsprechende Klarstellung vor. Der Kartentext gibt dieselbe Lesart her, offiziell bestätigt ist sie nicht.

Der wichtigere Teil steht im Regelwerk, nicht auf der Karte. Freerun platziert sie, und der Reference Guide sagt auf Seite 19 klipp und klar: „Placing a character does not require a disengage roll.“ Wer sich normal aus dem Nahbereich eines Gegners löst, würfelt Agility gegen dessen Brawn und verliert bei einem Fehlschlag alle Bewegungspunkte. Gata würfelt nicht. Für eine Figur mit zwei Lebenspunkten ist das nicht Beiwerk, sondern der Grund, warum sie überlebt.

Dazu kommt ein zweites Regeldetail, ohne das die ganze Rechnung nicht funktioniert: Bewegungspunkte müssen nicht am Stück ausgegeben werden. Seite 18 erlaubt ausdrücklich, Bewegung und Aktionen zu verschränken. Eine Aktivierung kann also lauten: zwei Felder laufen, Freerun neben ein Ziel, Distraction auf dieses Ziel, mit dem Rest weiterlaufen. Wer nur die Reichweiten addiert, unterschätzt sie.

Eine harte Grenze hat der Sprung trotzdem. Er setzt sie auf ein freies Feld, blockierte Felder sind ausgenommen. In Legends sind das die Wände des HexaDome selbst; einen Charakter, der zusätzliche Sperrfelder aufstellt, gibt es im Zwölferfeld nicht. Die Grenze ist damit Geländefrage, nicht Gegnerfrage.

Die Taktikkarten

Alle vier Namen sind geblieben. Die Effekte haben sich sortiert: eine Karte wurde für alle anderen schlechter, zwei wurden für alle anderen besser.

Aristeia! Legends Was passiert ist
SwerveSwerveKern gleich, für Gata kommt ein Adds dazu: platzieren bis Reichweite 1-2, wenn sie neben einem besetzten Feld steht
Go All-outGo all-outGrundfassung gibt jetzt 3 Bewegungspunkte, nur Gatas Choose macht daraus wieder 1 Aktionspunkt
QuicksilverQuicksilverDer Verschiebeschutz gilt jetzt jedem Verbündeten, Gatas Adds bringt den kritischen Erfolg
Pain SuppresantsPain suppresantsGilt jetzt jedem Verbündeten, dafür nur einmal; erst Gatas Adds verlängert auf die ganze Runde
Aristeia! – Gata – Swerve HexaDome Legends – Gata – Swerve
Swerve 2017: ein Satz, ein Effekt. Swerve heute: derselbe Satz. Der Unterschied steht im Adds-Kasten, und den gab es in Aristeia! nicht.

Go All-out ist der bemerkenswerteste Fall. Im alten Artikel steht sie als „Must-Have-Taktik im Deck“, und der Grund war, dass sie jedem Charakter im Team einen Aktionspunkt gab. Genau das ist weg: Wer nicht Gata heißt, bekommt drei Bewegungspunkte, nur sie selbst darf den Aktionspunkt wählen. Aus einem Tempowerkzeug für alle ist eines für Gata geworden. Maximus hat dieselbe Behandlung bekommen, sein Scram! schiebt in der Grundfassung nur noch einen Gegner statt aller angrenzenden. Bei ihm fällt es weniger auf: Ein Push weniger wiegt anders als ein fehlender Aktionspunkt in einer fremden Aktivierung.

Aristeia! – Gata – Go All-out HexaDome Legends – Gata – Go all-out
Go All-out 2017: ein Aktionspunkt, und zwar für jeden im Team. Go all-out heute: drei Bewegungspunkte für alle. Der Aktionspunkt steht im Choose-Kasten und gehört Gata allein.

Quicksilver und Pain suppresants laufen in die Gegenrichtung, und das steht nicht im Effekt, sondern in der Anrede. Beide Karten nannten 2017 ausdrücklich Gata: „no enemy Effect may Displace, Move or Place Gata“ und „instead of receiving Damage tokens, Gata receives that number of Poisoned tokens“. Sie lagen in ihrem Deck und halfen ihr.

Die Legends-Fassungen sagen you, und gemeint ist der Verbündete, um den es gerade geht: bei Quicksilver der, der aktiviert, bei Pain suppresants der, der gleich Schaden nimmt. Beide Karten liegen damit im Deck des ganzen Teams und nicht mehr in Gatas. Ihr alter Stand kommt über den Adds-Kasten zurück, der kritische Erfolg bei Quicksilver und die Verlängerung auf die ganze Runde bei Pain suppresants.

Auch die Kopfzeilen sind weiter geworden. Quicksilver lief 2017 nur während Gatas Aktivierung, heute während der Aktivierung jedes Verbündeten. Dieselbe Karte, und sie passt jetzt in jede eigene Aktivierung.

Gatas Zusatz bei Quicksilver ist ein kritischer Erfolg auf jeden ihrer Agility-Würfe, das Wappen mit dem Stern darin. Es steht schon auf der Aristeia!-Karte, Legends hat es übernommen. In der Agility ist das die härteste Zugabe, die es gibt: Normale Schilde heben einen kritischen Erfolg nicht auf, dafür braucht der Gegner einen kritischen Block, und der liegt nur auf dem grünen Würfel.

Aristeia! – Gata – Quicksilver HexaDome Legends – Gata – Quicksilver
Quicksilver 2017: Der Kartentext nennt Gata zweimal beim Namen, und spielbar war sie nur in ihrer eigenen Aktivierung. Quicksilver heute: Aus Gata wird you. Neu ist außerdem die letzte Zeile im Adds-Kasten: Die Karte darf am Rundenende zurück ins Deck.

Bei Pain suppresants ist der Sprung noch größer, weil dort die Kopfzeile die Sorte gewechselt hat. Die Aristeia!-Fassung lief während Gatas Aktivierung und wirkte bis zum Rundenende, angesagt wurde sie also lange bevor feststand, ob überhaupt jemand auf sie schießt. Die Legends-Fassung wartet, bis der Schaden ansteht, und sie wartet für jeden im Team.

Aristeia! – Gata – Pain Suppresants HexaDome Legends – Gata – Pain suppresants
Pain Suppresants 2017: gespielt in Gatas Aktivierung, gültig bis Rundenende, und nur für sie. Der Tippfehler im Namen steht schon auf dieser Karte. Pain suppresants heute: Die Kopfzeile wartet jetzt auf den Schaden, statt ihn vorherzusehen. Und sie wartet für jeden im Team.

Stärken und Schwächen im Legends-Stand

Stärken

  • Initiative 9, der höchste Wert im Feld. Solange niemand an ihrer Initiative dreht, handelt sie zuerst.
  • Freerun für null Aktionspunkte, unverändert seit 2017.
  • Ihr Selbst-Displace springt im Nahkampf jetzt in 63,9 statt 38,9 Prozent der Fälle an.
  • Feline Reflexes deckt einen Ring mehr ab.
  • Quicksilver verbietet Gegnern das Verschieben, der harte Konter gegen die halbe Kontrollfraktion.

Schwächen

  • Zwei Lebenspunkte. Der niedrigste Wert im Feld, und daran hat sich nichts geändert.
  • Kein Angriff. Sie punktet und stört, sie tötet nicht.
  • Ohne Feline Reflexes, also außerhalb des Nahbereichs, fällt derselbe Switch auf 16,7 Prozent. Auf Distanz ist sie nackt.
  • Brawn ist ein einzelner gelber Würfel, der Wert liefert im Schnitt 0,33 Erfolge.

Synergien

Der Partner, der im alten Artikel als spannendste Synergie steht, heißt Gaia und ist in Legends nicht dabei. Übrig bleibt hEXx3r, und die tut in Legends dasselbe wie damals: Hindernisse und Gegner dorthin schieben, wo Gata sie zum Springen braucht.

Neu ist Wisteria als Möglichkeit. Ihr Root zieht Gegner heran statt sie wegzuschieben, und ein herangezogener Gegner ist für Gata ein zusätzlicher Absprungpunkt. Ob das mehr ist als eine hübsche Idee, wissen wir erst, wenn wir es gespielt haben. Mit dem neuen Kader steht noch keine Partie zu Buche, das gilt für alles in diesem Abschnitt.

Maximus löst auch bei ihr das Grundproblem, nach demselben Muster wie bei hEXx3r: heranspringen, Schaden übernehmen. Bei ihr wiegt das noch schwerer als dort, weil schon der erste durchgelassene Treffer über die Krankenstation entscheidet.

How to handle: gegen Gata spielen

Nimm ihr die Bewegung. Das war 2017 die Antwort und ist es geblieben. Immobilize und Bewegungsabzüge treffen sie härter als jede andere Figur, weil ihr ganzes Profil an der Fortbewegung hängt. hEXx3r, Wisteria und Valkyrie bringen alle drei das nötige Werkzeug mit.

Vergiss den Initiativ-Trick. In Aristeia! war Axl Steel das saubere Gegenmittel, weil er ihr zuvorkommen konnte. Bei Initiative 9 gegen ein Feld, das bei 8 aufhört, gibt es diesen Weg nicht mehr. Wer sie vor ihrer Aktivierung erwischen will, braucht eine Reaktion oder einen Zustand, der ihre Initiative drückt. BeatBox hat so einen.

Ein Treffer reicht. Fast jeder Angriff im Feld legt sie in einem Anlauf um, wenn er durchkommt. Die Schwierigkeit liegt davor: überhaupt an sie heranzukommen.

Halt sie von den Zonen fern, statt sie zu jagen. Sie kommt fast überall hin, und wer ihr hinterherläuft, kommt zu spät. Wer stattdessen die Punktezonen besetzt, zwingt sie in den Nahbereich, und dort hat sie nichts, was einen Treffer aushält.

Fazit

Gata ist der Beweis dafür, dass eine unveränderte Karte trotzdem eine andere Figur sein kann.

Verändert wurden die Würfel selbst und eine einzige Zahl auf ihrer Karte. Den Spitzenplatz bei der Initiative hat sie jetzt für sich allein, statt ihn zu teilen. Und ihr genereller Switch, auf der bloßen Verteidigung früher mathematisch unmöglich, gelingt dort in einem von sechs Würfen, mit Feline Reflexes in knapp zwei Dritteln.

Ihr Deck hat die Seiten getauscht, in beide Richtungen. Go All-out gab in Aristeia! jedem einen Aktionspunkt und ist für alle außer ihr zur Bewegungskarte geworden. Quicksilver und Pain suppresants liefen umgekehrt: Sie standen früher wörtlich auf ihren Namen und schützen jetzt den Verbündeten, der sie gerade braucht.

Unterm Strich läuft sie schneller und teilt weniger Tempo aus. Zu einer Figur, die ohnehin alleine an allen vorbeiläuft, passt das ganz gut.


Bilder & Karten: Corvus Belli

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, halten Sie Ihre Getränke fest, denn hier kommt die Nummer EINS! Nicht als Rangliste, meine Damen und Herren, als KARTENNUMMER — der Mann stand 2017 an erster Stelle und steht neun Jahre später immer noch hier! Ein Schwert, zwei Aktionen, und ein Lebenspunkt weniger als damals, weil er ihn nicht braucht! Aus der Core Box von HexaDome Legends: MIYAMOTO MUSHAAASHI! Nicht blinzeln, sonst ist der zweite Schlag auch schon durch!

🥊 FINALBOSS: Ohohoooo!!! Der Alte ist zurück. Und hört mir gut zu, Kinder: Der hatte 2017 die Kartennummer 001. Nummer eins. Vor allen anderen. Neun Jahre später steht er immer noch da, hat einen Lebenspunkt weniger und schlägt dafür zweimal. So macht man das. So. Macht. Man. Das.

Miyamoto Mushashi
Miyamoto Mushashi trug 2017 die Kartennummer 001. In Legends steht der Name über einer neuen Kopie.

Miyamoto Mushashi ist einer der sechs Aristos, die aus Aristeia! nach HexaDome Legends mitgekommen sind. Seine alte Analyse steht hier.

Mushashi trug in Aristeia! die Kartennummer 001 und hatte genau eine Aktion. In Legends hat er zwei, und das ist die interessanteste Umbaumaßnahme unter allen sechs Rückkehrern.

Es ist nicht derselbe Mann

Bevor es um Würfel geht, eine Sache, die man wissen sollte: Der Miyamoto aus Aristeia! ist verschwunden. Was in Legends in der Arena steht, ist eine neue Kopie von ALEPH.

Die Geschichte dahinter ist die beste im ganzen Kader, und sie steht vollständig im offiziellen Hintergrundtext. VissioRama bestellte bei ALEPH eine Recreation des historischen Schwertmeisters, dazu eine Serie über seine Pilgerfahrt durch die Menschensphäre. Die Serie schlug ein. „Atemberaubend, ehrfurchtgebietend“, schrieb das Magazin CloseCombat.

Dann fielen die Quoten, und der Grund ist bezeichnend: Er war zu gut. Mushashi hielt es für Unsinn, im Kampf ästhetische Maßstäbe anzulegen. Sein Stil war schnell und effizient, die Duelle waren zu schnell vorbei, und für das Starsystem von Aristeia! fehlte ihm jede Leichtfertigkeit. VissioRama verlangte daraufhin, seine Persönlichkeit zu löschen und ihn als auffälligeren Duellanten neu zu schreiben.

Dazu kam es nicht. Ein Hacker, erklärter Fan des Schwertmeisters, fing die interne Kommunikation des Senders ab und warnte ihn. Mushashi verschwand noch in derselben Nacht.

Heute wird er gesucht: Körperverletzung, Vertragsbruch, illegale Duelle, Mord an mehreren Aspects, Ungehorsam gegenüber ALEPH. Gegen die KI, die ihn gebaut hat, hegt er laut Hintergrundtext einen tief sitzenden Hass. Er lebt als Söldnerduellant in heimlichen Arenen, taucht monatelang unter und in fernen Kriegsgeschichten wieder auf.

Und hier schließt sich der Kreis auf eine Weise, die dem Original vermutlich nicht gefallen würde. Sein persönlicher Kenjutsu-Stil heißt Niten Ichi, „Zwei Schwerter als eines“, und er hat ihn sich im Exil erkämpft, unter Lebensgefahr, gegen mächtige Feinde. In Legends schlägt sein Nachbau zweimal statt einmal.

ALEPH hat der Kopie mitgegeben, was das Original sich abringen musste.

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Für die Zuschauer daheim: Der Mann in der Arena teilt Aussehen, Können und Namen mit einem Gesuchten, der Aspekte getötet hat. Er teilt nicht dessen Erinnerungen. Ob das ein Unterschied ist, darüber streiten in der Menschensphäre seit Jahren die Juristen.

HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Artwork
Das offizielle Artwork zeigt ihn kniend auf einem Hexfeld, beide Schwerter vor sich abgelegt und den Kopf gesenkt.
HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Artwork HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Miniatur
Die Legends-Kunst: Eine Hand liegt am Griff, gezogen ist noch nichts. Die zweite Klinge steckt im Gürtel. Die Miniatur trägt beide Schwerter quer vor dem Körper und steht auf einem Trümmerstück. Die Füße sind kybernetisch, mit segmentierten Zehen und verschraubter Knöchelmanschette.
Aristeia! – Miyamoto Mushashi
Die Aristeia!-Karte von 2017. Eine einzige Aktion, die sich bei genug Spezial-Symbolen selbst wiederholt.
HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi
HexaDome Legends 2026: aus dem einen Angriff sind zwei geworden.

Die Grundwerte

Wert Aristeia! Legends
Lebenspunkte43
Initiative67
Energie55
Bewegung55

Ein Lebenspunkt weniger, ein Initiativpunkt mehr: der klassische Tausch, schneller am Zug und weniger auszuhalten. Mit Initiative 7 ist er der drittschnellste im Zwölferfeld, vor ihm liegen nur Gata mit 9 und Afara mit 8. Mit drei Lebenspunkten steht er allerdings im unteren Drittel. Die Summe aus Leben und Initiative liegt bei 10 und damit im Normalband des Feldes, aber die Verteilung ist einseitiger geworden.

Für einen Nahkämpfer, der auf Reichweite 1-1 arbeiten muss, ist das eine unangenehme Kombination. Er muss heran, und wenn er einmal steht, hält er weniger aus als früher.

Die Würfelzeilen

Zeile Aristeia! Legends
Agilityorange, gelborange, gelb
Brawnblau, orangegelb
Defensegrün, blaugrün, blau

Agility und Defense sind unverändert. Brawn ist die Zeile, in der es weh tut.

Aus zwei Würfeln wird einer, und aus zwei kräftigen Farben wird die schwächste im Spiel. Blau liefert im Schnitt 0,50 Erfolge, Orange 0,83, Gelb dagegen 0,33. Sein Brawn-Wert ist damit von 1,33 auf 0,33 Erfolge gefallen, also auf genau ein Viertel.

Unter allen sechs Rückkehrern hat keiner in einer einzelnen Zeile so viel verloren. Und es trifft ihn zur schlechtesten Zeit: Brawn entscheidet Kollisionen, und Kollisionen sind in Legends vom Randthema zum Regelkern geworden.

Aus einem Angriff werden zwei

In Aristeia! hatte Mushashi eine einzige Aktion:

Ken No Sen, 3 AP, Reichweite 1-1, Würfel rot, orange, blau. Bei einem Schild und zwei Spezial-Symbolen durfte er die Aktion nach der Auflösung noch einmal ausführen, ohne Aktionspunkte zu zahlen.

In Legends sind daraus zwei Aktionen geworden:

Ken No Sen Tai Tai No Sen
Kosten3 AP2 AP
Reichweite1-11-1
Würfelorange, blau, blaurot, orange, orange
Switch2x Spezial: Tai Tai No Sen hinterher, ohne AP—

Der Mechanismus sieht auf den ersten Blick gleich aus: ein Angriff, ein Switch, ein zweiter Angriff gratis. Der Unterschied steckt darin, dass der zweite Angriff jetzt ein eigenes Werkzeug ist, das auch für sich benutzt werden darf.

Ein verfehlter Switch bedeutete früher: 3 Aktionspunkte für einen Angriff ausgegeben, und die Aktivierung war vorbei. Wer ihn heute verfehlt, kann für 2 Aktionspunkte trotzdem noch einmal zuschlagen. Die Kette ist keine Alles-oder-nichts-Sache mehr.

Was der Wurf tatsächlich liefert

Ken No Sen Aristeia! Legends
Erfolge im Schnitt2,331,83
Blocks im Schnitt1,332,17
Spezial im Schnitt1,171,33
Der Switch gelingt in30,6 %41,7 %

Der Eröffnungsschlag ist schwächer geworden. Der rote Würfel, der in Legends im Schnitt 1,17 Erfolge bringt, ist gegen einen zweiten blauen getauscht worden. Dafür steigen die Blocks deutlich, und die wehren beim vergleichenden Wurf nicht nur ab, sie löschen dem Gegner seine Erfolge.

Der Switch dagegen ist billiger geworden: Statt einem Schild und zwei Spezial-Symbolen kostet er nur noch zwei Spezial.

Und was der Nachschlag bringt

Nachschlag Aristeia! (noch einmal Ken No Sen) Legends (Tai Tai No Sen)
Würfelrot, orange, blaurot, orange, orange
Erfolge im Schnitt2,332,67

Der zweite Schlag ist in Legends sogar etwas stärker als der erste, und stärker als der alte Nachschlag. Rot und zweimal Orange ist ein reiner Angriffspool.

Damit dreht sich seine Rechnung um. In Aristeia! war die Wiederholung eine Verdopplung desselben Schlags, die in nicht einmal jedem dritten Wurf kam. In Legends öffnet er mit dem defensiveren Angriff und hofft auf den schärferen hinterher, und das klappt in zwei von fünf Fällen.

Was er in einer Aktivierung anrichtet

Beide Angriffe einzeln zu betrachten unterschätzt ihn, und zwar deutlich. Am Tisch hat er fünf Aktionspunkte, und die reichen für beide Aktionen zusammen: Ken No Sen kostet drei, Tai Tai No Sen zwei.

Kommt auf Ken No Sen der Switch mit zwei Spezial, wird der Nachschlag geschenkt. Dann liegen die zwei Punkte für Tai Tai No Sen immer noch auf dem Tisch, und er schlägt ein drittes Mal zu.

Weg durch die Aktivierung Angriffe Erfolge (mit Switch)
A — Ken No Sen, dann Tai Tai No Senzwei7,67
B — Ken No Sen, Nachschlag gratis, dann Tai Tai No Sendrei11,33
Erwartungswert über alle Ausgänge9,19

Ohne den generellen Switch wären es 5,61. Er trägt also gut ein Drittel des gesamten Ausstoßes, und er kostet keinen Aktionspunkt.

Weg B kommt in 41,7 Prozent der Fälle zustande, also in gut zwei von fünf Aktivierungen. Dabei behindern sich die beiden Switches nicht: Der Nachschlag kostet Spezial, der Erfolgstausch kostet Schilde. Es sind verschiedene Symbole, und Miyamoto darf beide im selben Wurf ausgeben.

Was davon beim Ziel ankommt

Erfolge sind noch kein Schaden. Der Verteidiger würfelt gegen jeden der drei Angriffe neu, und seine Blocks löschen Erfolge. Gerechnet gegen ein Ziel, das stehen bleibt und selbst keine Switches zündet:

Ziel Verteidigung LP Weg A Weg B Erwartung
AfaraSchwarz, Gelb26,028,867,20
Gata, Tangerine, hEXx3rBlau, Schwarz2–35,067,436,05
WisteriaGrün55,377,886,41
NadirBlau, Blau44,466,535,32
Maximus, Obake, ValkyrieGrün, Blau4–73,865,634,60
Mittel über elf4,666,785,56

Knapp fünf Schadenspunkte im Normalfall, gut sieben, wenn der Nachschlag kommt. Zum Vergleich: Die Hälfte des Kaders hat drei Lebenspunkte oder weniger.

Als Wahrscheinlichkeit, dass das Ziel die Aktivierung nicht überlebt, sieht dieselbe Rechnung so aus:

Ziel LP fällt in einer Aktivierung
Afara298,9 %
Gata296,5 %
Tangerine, hEXx3r390,8 %
Wild Bill385,5 %
BeatBox381,9 %
Wisteria573,9 %
Nadir473,2 %
Valkyrie463,7 %
Obake548,4 %
Maximus722,4 %

Das ist die Zahl, die seinen Ruf erklärt. Gegen neun der elf anderen ist eine einzige Aktivierung wahrscheinlicher tödlich als nicht, gegen die beiden Zweipunkte-Figuren praktisch sicher. Nur Obake kommt knapp darunter, und Maximus steht es in gut drei von vier Fällen durch — dafür hat er auch sieben Lebenspunkte und die beste Verteidigungszeile im Feld.

Nach oben ist die Fahnenstange bei 18 Erfolgen — sechs je Angriff, dreimal. Das ist ein Wert für die Vitrine, kein Plan. Ein einzelnes Ken No Sen zeigt sein Maximum von sechs allerdings in jedem achten Wurf, und die drei Würfel dafür müssen nur je ihre beste Seite treffen.

Zwei Dinge fehlen dieser Rechnung, beide zu seinen Gunsten: Der Verteidiger darf seine eigenen Switches zünden, und ein Ziel, das nach dem ersten Schlag in der Krankenstation liegt, nimmt keinen weiteren Schaden. Das zweite ist am Tisch meistens kein Verlust, sondern der Grund für seine Passive — Kaze Tachinu schickt ihn dann zum nächsten Gegner.

Die Passive: Kaze Tachinu

Aristeia! Legends
Sofort nachdem Mushashi X Schaden zugefügt hat, darf er sich X Felder weit displacenFügt er während der Auflösung eines Kampfwurfs Schaden zu, darf er sich displacen. Geht das Ziel in die Krankenstation, noch einmal

Das ist eine deutliche Kürzung. In Aristeia! vier Schaden austeilte, durfte vier Felder weit springen. In Legends gibt es einen Schritt, unabhängig von der Schadenshöhe, und einen zweiten nur dann, wenn das Ziel dabei ausscheidet.

Für einen Nahkämpfer war die alte Fassung ein Fluchtwerkzeug: zuschlagen, weit weg sein. Die neue reicht, um sich aus der Angrenzung zu lösen, mehr nicht. Das ist eine Kürzung an genau der Stelle, an der sie eine Figur mit drei Lebenspunkten am härtesten trifft.

Die Vorlage für den Neuzuschnitt stand dabei im eigenen Haus. Infinity Defiance, Aristeia! und HexaDome Legends kommen vom selben Designteam, und dort hatte Cadin „Firstrike“ Donn dieselbe Frage schon einmal beantwortet. Beim Umbau von Kaze Tachinu hat man sich davon inspirieren lassen.

Der generelle Switch

Aristeia! Legends
1 Schild: 1 Erfolg zum Wurf gegen ein angrenzendes Ziel1 Schild: 1 Erfolg zum Wurf, wenn das Ziel angrenzt

Wortgleich. Ein einzelnes Schild ist der billigste Switch im Feld, und auf seinem Verteidigungspool aus Grün und Blau gelingt er in 94,4 Prozent aller Würfe. In Aristeia! waren es 88,9 Prozent.

Im Nahkampf trägt sein Verteidigungswurf damit fast immer einen Erfolg mehr, als auf dem Blatt steht.

Wichtiger ist allerdings, was der Switch im Angriff tut, und dort haben wir ihn bisher unterschlagen. Beide Aktionen haben Reichweite 1, das Ziel grenzt also immer an, und die Bedingung ist damit jedes Mal erfüllt. Jedes Schild in seinem eigenen Angriffswurf lässt sich in einen Erfolg tauschen:

Angriff Erfolge roh mit dem Switch
Ken No Sen1,834,00
Tai Tai No Sen2,673,67

Ken No Sen mehr als verdoppelt sich. Genau die 2,17 Blocks, die den Wurf oben defensiv aussehen ließen, sind über den Switch Angriffswürfel. Der Pool aus Orange und zweimal Blau ist damit nicht schwächer geworden als sein Vorgänger, er ist nur anders sortiert: Was früher als Erfolg gedruckt war, muss er sich heute selbst umwandeln.

Zwei Nachschläge aus einem Wurf?

Der Switch kostet zwei Spezial, und der Wurf liefert im Schnitt 1,33 davon. Vier Spezial in einem Wurf sind also kein Kunststück, und am Tisch stellt sich sofort die Frage, ob man den Nachschlag dann zweimal auslöst.

Für Aristeia! war das ausdrücklich verneint: Switches mit einem Effekt „at the end or resolution of this Action“ galten als nicht kumulativ. Für Legends steht es im Reference Guide. Seite 24 erlaubt denselben Switch grundsätzlich mehrfach, nimmt davon aber ausdrücklich die aus, deren Effekt „am Ende dieser Aktion“ greift — und genau diese Bedingung trägt Ken No Sen. Alle Zahlen in diesem Guide rechnen mit einem Nachschlag je Angriff.

Die Taktikkarten

Alle vier Namen sind geblieben, zwei Effekte wurden ausgetauscht.

Aristeia! Legends Was passiert ist
Tsuchi-Do: 3 schwarze Würfel zum WurfTsuchi-Do: 2 Lebenspunkte heilen, dazu einen Zustand entfernenVollständig ersetzt
Mizu-Do: 1 AktionspunktMizu-Do: 1 AktionspunktEffekt gleich, Nummer und Timing enger
Sora-Do: einen gegnerischen Würfel streichenSora-Do: einen Würfel aus dem gegnerischen Wurf nehmen, beim vergleichenden Wurf gegen ein angrenzendes Ziel wandert er in den eigenen PoolKern gleich, Zusatz neu
Kaze-Do: 3 BewegungspunkteKaze-Do: Displace, 2 Bewegungspunkte, Karte zurück ins DeckEin Punkt weniger, dafür wiederverwendbar

Tsuchi-Do ist der einzige echte Bruch. Drei schwarze Würfel waren in Aristeia! reine Blockmasse für einen Verteidigungswurf. Die Legends-Fassung heilt stattdessen. Für eine Figur, die einen Lebenspunkt verloren hat, ist das ein sinnvoller Tausch, auch wenn er sich völlig anders spielt.

Aristeia! – Miyamoto Mushashi – Tsuchi-Do HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Tsuchi-Do
Tsuchi-Do 2017: drei schwarze Würfel für den Wurf, sonst nichts. Tsuchi-Do heute: Von den Würfeln ist nichts geblieben. Die Karte heilt zwei Lebenspunkte, und Mushashis Adds nimmt einen Zustand mit.

Sora-Do ist der Gewinner. Einen Würfel aus dem gegnerischen Wurf zu nehmen war schon gut. Ihn im Nahkampf in den eigenen Pool zu übernehmen, ist ein doppelter Effekt aus einer Karte, und er greift genau dort, wo Mushashi arbeitet.

Aristeia! – Miyamoto Mushashi – Sora-Do HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Sora-Do
Sora-Do 2017: ein Würfel weniger für den Gegner. Sora-Do heute: derselbe Anfang. Im vergleichenden Wurf gegen ein angrenzendes Ziel landet der Würfel anschließend in seinem eigenen Pool.
Aristeia! – Miyamoto Mushashi – Kaze-Do HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Kaze-Do
Kaze-Do 2017: drei Bewegungspunkte. Kaze-Do heute: ein Bewegungspunkt weniger, dafür ein Displace davor und die Karte darf zurück ins Deck.
Aristeia! – Miyamoto Mushashi – Mizu-Do HexaDome Legends – Miyamoto Mushashi – Mizu-Do
Mizu-Do 2017: ein Aktionspunkt, irgendwann während der Aktivierung. Mizu-Do heute: derselbe Aktionspunkt, aber nur noch zu Beginn einer Aktivierung.

Stärken und Schwächen im Legends-Stand

Stärken

  • Initiative 7, drittschnellster im Feld hinter Gata und Afara.
  • Zwei Angriffe statt einem, der zweite auch ohne Switch bezahlbar.
  • Sein genereller Switch gelingt in 94,4 Prozent der Verteidigungswürfe.
  • Der Nachschlag Tai Tai No Sen liefert im Schnitt 2,67 Erfolge, mehr als sein Eröffnungsschlag.

Schwächen

  • Drei Lebenspunkte bei Reichweite 1-1. Er muss dorthin, wo es weh tut.
  • Brawn auf einen einzelnen gelben Würfel gekürzt, im Schnitt 0,33 Erfolge.
  • Kaze Tachinu bringt ihn nur noch ein Feld weit heraus statt X.
  • Beide Angriffe funktionieren ausschließlich auf Reichweite 1-1. Auf Abstand gehalten ist er aus.

Synergien

Mushashi braucht jemanden, der ihn heranbringt und dort hält. Wisteria ist dafür der neue Kandidat: Ihr Root zieht Gegner heran und immobilisiert sie bei Kollision. Ein festgesetzter Gegner neben Mushashi ist ein Gegner, der zwei Angriffe abbekommt.

hEXx3r kann dasselbe von der anderen Seite: Vade Retro setzt einen Gegner in Mushashis Reichweite zu schieben, spart ihm die Bewegung.

Tangerine und Nadir sind bei drei Lebenspunkten keine Nettigkeit, sondern Bedingung. Ein Nahkämpfer, der in die Krankenstation geht, sobald er dreimal getroffen wird, braucht Nachschub. Auch das ist, wie immer in dieser Reihe, aus den Karten gelesen und nicht ausgespielt.

How to handle: gegen Miyamoto Mushashi spielen

Halt ihn auf Abstand. Beide Angriffe reichen genau ein Feld weit. Alles, was ihn wegschiebt, kostet ihn eine ganze Aktivierung. hEXx3r mit Vade Retro für einen einzigen Aktionspunkt ist hier das billigste Gegenmittel im Spiel.

Nimm ihm die Beine. Beide Angriffe verlangen ein angrenzendes Ziel, und Kaze Tachinu trägt ihn nicht mehr quer über das Feld. Damit trifft ihn Immobilized härter als fast jeden anderen: Der Zustand frisst alle Bewegungspunkte, die er bekommt, und wer sich freikaufen will, zahlt zwei Move-Aktionen. Im Kader legen Valkyrie über Frostbite und Frostburn sowie Wisteria über Root diesen Zustand an.

Was nicht mehr geht: seine Switches abschalten. In Aristeia! war Moonchilds Total Immunity die saubere Antwort auf ihn, weil sie die ganze Kette aushebelte: keine Switches, kein Zusatzschaden, kein Nachschlag. Diese Figur ist nicht dabei, und im Legends-Kader gibt es auch sonst nichts, was Switches unterbindet. Die Rechnung oben, 9,19 Erfolge über eine Aktivierung, geht deshalb ungestört durch. Man kann seinen Schaden begrenzen, aber nicht seinen Mechanismus.

Drei Lebenspunkte sind drei Lebenspunkte. Er hält weniger aus als in Aristeia!. Früher Beschuss nimmt ihm die Substanz, die er braucht, um überhaupt anzukommen.

Rechne mit dem Switch, nicht mit dem Angriff. Sein Eröffnungsschlag ist der schwächere von beiden. Gefährlich wird es in den 41,7 Prozent der Fälle, in denen der Nachschlag kommt. Bei der Verteidigung rechnet man mit zwei Angriffen.

Rechne den Verteidigungs-Switch von vornherein ein. Bei 94,4 Prozent ist er keine Möglichkeit, sondern eine Zusage. Wer knapp kalkuliert, kalkuliert an einem Erfolg vorbei, den er auf dem Blatt gar nicht sieht.

Fazit

Mushashi ist die Figur, bei der Legends am mutigsten umgebaut hat.

Aus einem Angriff, der sich selbst wiederholte, sind zwei geworden, von denen der erste den zweiten auslöst. Das ist nicht dieselbe Sache in neuer Verpackung, denn der zweite Schlag existiert auch dann, wenn der Switch danebengeht.

Bezahlt hat er mit Substanz. Ein Lebenspunkt weniger, ein Brawn-Wert, der auf ein Viertel des alten gefallen ist, und eine Passive, die ihn nicht mehr aus der Gefahrenzone trägt.

Er trifft häufiger und kommt schlechter wieder weg. Was davon schwerer wiegt, ist die offenste Frage unter den sechs.

Bleibt eine Ungereimtheit, die keine Regel klärt: Der Doppelschlag ist Niten Ichi, der Stil, den das Original im Exil entwickelt hat. Wie er auf die Karte einer Kopie kommt, die vorher gebaut wurde, sagt niemand.


Bilder & Karten: Corvus Belli

Der Fernkämpfer, der seine Ziele erst markiert und dann trifft, obwohl er sie nicht sieht. Und der erste Charakter dieser Reihe ohne Aristeia!-Vergangenheit.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, Sie können sich verstecken, aber Sie können ihn nicht überhören! Zwei Lautsprecher auf dem Rücken, eine Kanone am Arm, und wenn er Sie erst einmal markiert hat, ist die Deckung nur noch Dekoration! Der Mann, dessen Bass durch Wände geht: BEEEATBOX! Nicht blinzeln, und halten Sie sich die Ohren zu!

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Kurz zur Einordnung. BeatBox ist einer von vier Charakteren der Core Box, die es in Aristeia! nie gab. Es gibt also keine alte Karte, gegen die man ihn halten könnte. Was an Hintergrund existiert, sind vier Sätze, und die sind erstaunlich präzise. Alles Weitere kommt von der Karte und vom Würfel.

HexaDome Legends - BeatBox - Logo
Zwei Lautsprecher, dazwischen ein stilisiertes B auf einem Hexagon, darunter der Schriftzug. Eigenentwurf für diesen Guide: Für die neuen Charaktere veröffentlicht Corvus Belli keine Logos, nur die Rückkehrer bringen ihre alten mit.
HexaDome Legends - BeatBox - Artwork HexaDome Legends - BeatBox - Miniatur
Die Maske trägt links ein X und rechts einen leuchtenden Kreis. Auf der bemalten Miniatur ist der Lautsprecher auf dem Rücken größer als sein Kopf.
HexaDome Legends - BeatBox - Profil
Die Charakterkarte. Ein Angriff, ein Skill, ein Passiv, ein Switch. Alles darauf hängt an einem Zustand: Marked.

Vorweg: kein Rückkehrer

Die bisherigen Guides dieser Reihe stellen eine Aristeia!-Karte neben ihre Legends-Fassung und messen, was sich bewegt hat. Bei BeatBox geht das nicht. Er ist zusammen mit Obake, Tangerine und Afara neu dazugekommen, es gibt also keinen Vorgänger.

An Hintergrund gibt es genau vier Sätze:

„Crank up the master… It is time you learned how to really dance.“

When he enters the HexaDome, the party begins. He spins the soundtrack to no-holds-barred violence and fun. His sound system is so powerful and finely tuned that it makes hearts race, stuns enemies, and can even wound like the deadliest of weapons.

Auf Deutsch: Wenn er den HexaDome betritt, geht die Party los. Er legt den Soundtrack auf, zu dem geprügelt wird. Seine Anlage sei so kräftig und so fein abgestimmt, dass sie Herzen rasen lässt, Gegner betäubt und verwunden kann wie die tödlichste Waffe.

Das liest sich wie Verpackungstext, und die letzten drei Wirkungen stehen trotzdem so auf seinem Profil:

im Text auf dem Profil
lässt Herzen rasenLet’s get this party started verteilt rush, also +3 Initiative
betäubt GegnerElectric Shock betäubt in zwei von drei Fällen
verwundet wie die tödlichste WaffeMake some Noise! kommt auf 3,33 Erfolge, mit Sichtlinienbonus auf 4,33

Selbstverständlich ist das nicht. Bei Nadir aus der Cold-Blood-Box geht beides auseinander: Er wird als jemand verkauft, der Gegner zermürbt, und auf seiner Karte zeigt fast alles nach innen. Hier passt es zusammen.

Was das Artwork dazu beisteuert: eine Maske mit einem X über dem einen und einem leuchtenden Kreis über dem anderen Auge, ein pinker Irokese, zwei Lautsprecher hinter den Schultern, eine Schallkanone am Arm und Tätowierungen über dem ganzen Oberkörper.

HexaDome Legends - BeatBox - Artwork
Der Schuss im Bild: Die Kanone liegt auf der Schulter, die Druckwelle läuft quer durch die Arena.

Die Vergleichsgröße sind deshalb die elf übrigen Legends-Profile. Gegen die haben wir ihn gerechnet, Zeile für Zeile.

Die Grundwerte

Wert BeatBox Spanne im Feld
Lebenspunkte32 (Gata, Afara) bis 7 (Maximus)
Initiative63 (Maximus) bis 9 (Gata)
Energie55 bei allen zwölf
Bewegung44 oder 5

Drei Lebenspunkte teilt er sich mit hEXx3r, Miyamoto, Tangerine und Wild Bill. Das ist die Gruppe, die ein guter Angriff in einem Zug erledigt, und BeatBox gehört dazu. Initiative 6 liegt im oberen Mittelfeld, gleichauf mit Nadir und Wild Bill, hinter Miyamoto (7), Afara (8) und Gata (9). Er handelt also vor der Hälfte des Feldes, aber nicht vor den Schnellen.

Die Würfelzeilen

Zeile Würfel
AgilityOrange
BrawnBlau
DefenseBlau, Schwarz, Schwarz

Die Verteidigung fällt ins Auge: drei Würfel, und das hat sonst niemand im Feld. Nur sagt die Anzahl wenig, wenn zwei davon schwarz sind. Der schwarze Würfel trägt drei Blocks, zwei Spezial und eine leere Seite, und das ergibt im Schnitt einen halben Block je Würfel.

Ausgezählt über alle Verteidigungszeilen, erwartete Blocks je Wurf:

Rang Charakter Blocks
1Valkyrie, Obake, Miyamoto, Maximus (Grün + Blau)2,00
5BeatBox (Blau + Schwarz + Schwarz)1,83
6Wild Bill, Nadir1,67
8hEXx3r, Tangerine, Gata1,33
11Wisteria (in Runde 1)1,17
12Afara0,83

Drei Würfel, Rang fünf. Die vier Charaktere mit Grün und Blau blocken mit zwei Würfeln mehr als er mit dreien. Was seine Zeile dafür hergibt, ist Verlässlichkeit: In 91,7 Prozent aller Verteidigungswürfe fällt mindestens ein Block, in 62,5 Prozent zwei. Er kassiert selten den vollen Treffer, und mit drei Lebenspunkten ist das der Unterschied zwischen angeschlagen und weg.

Make some Noise!

3 AP, Reichweite 2-5, Rot + Orange + Blau, dazu ein geschenkter Erfolg. Und ein Effekt vor dem Wurf: ein weiterer Erfolg, wenn das Ziel keine Sichtlinie zu BeatBox hat.

Die Mindestreichweite 2 ist die Grenze, die ihn definiert. Wer neben ihm steht, kann von ihm nicht beschossen werden. Dafür reicht er fünf Felder weit, und mit dem geschenkten Erfolg auf der Karte ist der Wurf schon vor dem Würfeln nicht mehr leer.

Make some Noise! ohne Bonus Ziel sieht ihn nicht
Erfolge im Schnitt3,334,33
mindestens 2 Erfolge97,2 %100 %
mindestens 3 Erfolge79,2 %97,2 %
mindestens 4 Erfolge43,1 %79,2 %

Dreieinhalb Erfolge im Schnitt sind viel. Zum Vergleich: Wild Bills Twin Pistols kommen auf 3,83, Tangerines I’m no Angel auf 2,00. BeatBox liegt ohne Bonus knapp hinter Wild Bill und mit Bonus deutlich davor. Der Bonus gibt ihm keinen weiteren Würfel, er gibt ihm einen Erfolg, der schon feststeht. Auf einem Pool, der ohnehin selten unter zwei fällt, schiebt das die ganze Verteilung nach oben.

Wen legt er um?

Bei einem Fernkämpfer hängt alles an einer Frage: Steht das Ziel danach noch? Gerechnet über beide Würfe, Erfolge gegen Blocks, ohne Switches und Taktiken auf beiden Seiten:

Ziel Leben Verteidigung ohne Bonus Ziel sieht ihn nicht
Afara2Schwarz + Gelb79,2 %95,1 %
Gata2Blau + Schwarz64,6 %87,2 %
hEXx3r3Blau + Schwarz35,4 %64,6 %
Tangerine3Blau + Schwarz35,4 %64,6 %
Wild Bill3Grün + Schwarz26,4 %54,5 %
BeatBox3Blau + Schwarz + Schwarz24,1 %50,0 %
Miyamoto3Grün + Blau20,4 %45,1 %
Nadir4Blau + Blau9,5 %27,9 %
Valkyrie4Grün + Blau6,1 %20,4 %
Wisteria5Grün2,8 %13,9 %
Obake5Grün + Blau1,0 %6,1 %
Maximus7Grün + Blau0,0 %0,1 %

Drei Dinge stehen in dieser Tabelle.

Gegen die beiden Scorer ist er ein Alpha-Strike. Afara und Gata haben zwei Lebenspunkte, und er nimmt sie in zwei von drei Fällen mit einem einzigen Wurf vom Feld, mit Bonus in neun von zehn. Eine Einschränkung bei Gata: Ihr Passiv gibt ihr gegen Ziele in Reichweite 1-2 einen gelben Würfel auf die Verteidigung. Die Tabelle gilt für Schüsse aus drei bis fünf Feldern. Aus Reichweite 2 sinkt ihre Zeile auf 54,9 und 79,6 Prozent. Immer noch der beste Wert, den irgendjemand gegen sie hat.

In der Mitte der Tabelle entscheidet der Sichtlinienbonus, ob der Schuss ein Glücksspiel ist oder ein Plan: 20 bis 35 Prozent ohne ihn, 45 bis 65 mit ihm. Wer BeatBox spielt, spielt um diesen Bonus.

Und ab vier Lebenspunkten hört es auf. Gegen Maximus richtet er praktisch nichts aus. Dafür ist er auch nicht gebaut.

Der Spiegel

Gegen sich selbst braucht er 24,1 Prozent, mit Bonus 50,0. Das setzt ihn zwischen Wild Bill und Miyamoto: zäher als hEXx3r und Tangerine, weil seine dritte Würfelzeile trotz zweier schwarzer Würfel etwas mehr blockt, und weicher als die Grün-Blau-Fraktion.

Interessanter als die Zahl ist, was im Spiegelduell mit dem Bonus passiert. Der greift, wenn das Ziel ihn nicht sieht, und markiert werden kann er nur von einer Sorte Gegner: einem zweiten BeatBox. Beide markieren dabei auch beim Verteidigen, in sieben von zehn Würfen.

Nach ein, zwei Schlagabtauschen sind also mit einiger Wahrscheinlichkeit beide markiert, beide sehen einander durch jede Deckung, und beide verlieren den Bonus. Der Vorteil, der ihn gegen alle anderen trägt, hebt sich hier gegenseitig auf. Übrig bleibt die linke Spalte: knapp 24 Prozent, drei Lebenspunkte auf jeder Seite, und der erste ernsthafte Treffer entscheidet.

Wer den Spiegel spielt, sollte also nicht darauf setzen, in Deckung zu bleiben, sondern darauf, zuerst zu markieren und dann sofort zu schießen, bevor der Gegenzug ihn selbst markiert.

Electric Shock

1 AP, Reichweite 0-5, Blau + Gelb. Bei einem Erfolg: Stun auf das Ziel.

Zwei Würfel, davon ein gelber, der kaum Erfolge liefert. Der Stun kommt in 66,7 Prozent der Fälle, also in zwei von drei Würfen. Für einen Aktionspunkt ist das ein fairer Preis, und Stunned ist in Legends ein harter Zustand: Wer den Zustand ausgelöst hat, streicht nach dem nächsten Wurf des Betroffenen ein Basissymbol. Bei Charakteren mit kleinen Pools trifft das die Aktion selbst.

Die Reichweite beginnt bei 0, und das ist der Teil, der im Vergleich zum Angriff zählt: Dieser Skill hat keine Mindestreichweite. Ein Gegner, der neben BeatBox steht, ist für Make some Noise! unerreichbar, für Electric Shock nicht. Er kann ihn betäuben und mit dem Switch markieren, ohne einen Schritt zu machen.

Interessanter als der Stun ist aber, was der Wurf nebenbei produziert. Dazu gleich.

Der generelle Switch: Mark

Schild + Spezial: Mark auf das Ziel.

Marked ist in Legends ein neuer Zustand, und seine Regel ist kurz: Das markierte Ziel ist für alle sichtbar, und man darf es angreifen, als gäbe es die Sichtlinie nicht.

Der Switch kostet ein Schild und ein Spezial, und BeatBox hat drei Würfe, auf denen er ihn zünden kann. Ausgezählt:

Wurf Mark gelingt
Make some Noise! (Rot + Orange + Blau)68,5 %
Verteidigung (Blau + Schwarz + Schwarz)70,4 %
Electric Shock (Blau + Gelb)75,0 %

Den Befund hatten wir anders erwartet: Der billigste Wurf ist der beste Markierer. Electric Shock kostet einen Aktionspunkt, reicht fünf Felder, betäubt zu zwei Dritteln und markiert zu drei Vierteln. Ein Skill, der nach Beiwerk aussieht, ist tatsächlich die Vorbereitung für alles andere.

Und noch etwas steht in der Tabelle: Er markiert auch beim Einstecken. Wer BeatBox angreift, bekommt in sieben von zehn Fällen ein Mark zurück. Der nächste Schuss trifft dann durch die Deckung.

You know this one!

Ist das Ziel markiert, darf BeatBox einen Würfel seines Wurfs neu werfen.

Ein einzelner Reroll klingt nach wenig. Ausgezählt ist es mehr, als man denkt: Wirft man nach dem Wurf den Würfel neu, der am weitesten unter seinem eigenen Erwartungswert liegt, steigt der Schnitt auf Make some Noise! von 3,33 auf 3,87 Erfolge. Das sind 0,54 Erfolge mehr, ein Plus von 16,2 Prozent, und es kommt aus einem Passiv, das nichts kostet.

Der Grund liegt am roten Würfel. Er hat eine leere Seite und eine mit nur einem Erfolg, und genau die sind es, die der Reroll erwischt.

Die Spielweise: erst billig markieren, dann teuer treffen

Setzt man die vier Teile zusammen, ergibt sich ein Ablauf, der auf der Karte nirgends steht und trotzdem der einzige ist, der Sinn ergibt.

  1. Electric Shock auf das Ziel, ein Aktionspunkt. In drei von vier Fällen ist es danach markiert, in zwei von drei betäubt.
  2. Das Ziel ist markiert, also darf BeatBox es angreifen, auch ohne Sichtlinie.
  3. Steht das Ziel hinter Deckung, hat es in aller Regel auch keine Sichtlinie zu ihm. Der Bonus-Erfolg aus Make some Noise! greift.
  4. Das Ziel ist markiert, also darf er neu werfen.
  5. Make some Noise!, drei Aktionspunkte: mit dem Bonus-Erfolg im Schnitt 4,33, mit Reroll mehr.

Vier Aktionspunkte, einer bleibt übrig. Für einen Schritt reicht der nicht — eine Move-Aktion kostet zwei. Gut angelegt ist er trotzdem, und zwar als Rückversicherung: Geht Electric Shock im ersten Anlauf daneben, was in jedem dritten Wurf passiert, bezahlt der fünfte Punkt einen zweiten Versuch. Erst danach lohnt der teure Angriff, denn ohne Mark gibt es weder Sichtlinienfreiheit noch Wiederholungswurf.

Sitzt der Stun dagegen sofort, bleibt der Punkt liegen — und die Taktikkarten übernehmen, was er nicht mehr kann. Und ein Ziel mit drei Lebenspunkten, das sich hinter einer Wand sicher gefühlt hat, liegt zu zwei Dritteln in der Krankenstation.

Die Deckung, die andere Fernkämpfer ausbremst, ist für ihn der Auslöser. Wer immer sich die Karte ausgedacht hat, hat sie um diesen einen Gedanken herum gebaut.

Auf der Karte steht die Bedingung aus der Sicht des Ziels: „if your target doesn’t have LoS to you“. Sichtlinien gelten in Legends in beide Richtungen, ein Ziel hinter Deckung sieht ihn also genauso wenig wie er es. Der Bonus greift damit in genau der Stellung, in der er gebraucht wird.

Eine Ausnahme gibt es, und sie steht sinnigerweise auf seiner eigenen Karte: Ist BeatBox selbst markiert, sieht ihn das Ziel trotz Deckung, und der Bonus fällt weg. Praktisch ist das im aktuellen Kader eine Fußnote. Wir haben alle zwölf Profile und 58 Karten danach durchsucht, wer Mark verteilen kann: Es ist BeatBox, über seinen Switch und über And all that bass, und beide treffen nur Gegner. Markiert werden kann er derzeit nur von einem zweiten BeatBox auf der anderen Seite des Feldes.

Die Taktikkarten

Vier Karten, und keine davon ist Füllmaterial.

HexaDome Legends - BeatBox - And all that bass HexaDome Legends - BeatBox - Shock waves
And all that bass: der Notausgang, wenn jemand zu nah gekommen ist. Shock waves: für alle spielbar, aber nur bei BeatBox ein Flächeneffekt über fünf Felder.

And all that bass (027): Während seiner Aktivierung. Mark und Push 2 auf alle Gegner in Reichweite 1-2, und eine Wunde, wenn sie kollidieren.

Damit löst er sein größtes Problem. Wer bis auf ein Feld an ihn heran ist, steht innerhalb seiner Mindestreichweite und kann nicht beschossen werden. Diese Karte schiebt alle Nahsteher zwei Felder weg, markiert sie dabei, und dann sind sie in Reichweite 2 und markiert. Genau da, wo er sie haben will.

Shock waves (028): Während der Aktivierung eines Verbündeten. Stun auf zwei Elemente in Reichweite 1-2. BeatBox Replaces: Stun auf alle Elemente in Reichweite 1-5, und von beliebig vielen Elementen in Reichweite 1-5 darf je ein Zustand entfernt werden.

Der Basiseffekt ist ordentlich, die BeatBox-Fassung ist ein anderes Spiel. Alles in fünf Feldern betäubt, und obendrein darf er dem eigenen Team die Zustände abnehmen, mit denen der Gegner es belegt hat. Beides in einer Karte, beides ohne Wurf, beides in der Aktivierung eines anderen. Stärker ist keine seiner vier.

HexaDome Legends - BeatBox - Let's get this party started HexaDome Legends - BeatBox - Hypnotic pattern
Let’s get this party started: zwei Lautsprecher, und die Initiative in ihrem Umkreis gehört ihm. Hypnotic pattern: eine gegnerische Aktion, ausgeführt gegen das gegnerische Team.

Let’s get this party started (029): Während seiner Aktivierung, bis zum Spielende. Bis zu zwei Lautsprecher als Hindernisse in Reichweite 1-3, je ein Lebenspunkt, keine Verteidigung. Zu Beginn jeder Runde bekommen Verbündete in Reichweite 1-3 eines Lautsprechers Rushed, Gegner Slowed. Sind beide Lautsprecher weg, ist die Karte weg.

Rushed ist +3 Initiative, Slowed -3, und beide sind Zustände mit zwei Seiten: Nach dem ersten Auslösen dreht der Marker auf +2 beziehungsweise -1. Hier greift das nicht. Ein Charakter kann jeden Zustand nur einmal tragen, und die Karte legt ihn zu jedem Rundenbeginn neu an. Der gedrehte Marker wird dabei überschrieben, nicht ergänzt. Wer in der Zone steht, bekommt also jede Runde die vollen drei Punkte.

Das ist die einzige Quelle für Rushed im gesamten erfassten Kartenbestand, und wer davon am meisten hat, steht weiter unten bei den Synergien.

Der Preis: Die Lautsprecher fallen um, sobald jemand hinsieht. Ein Lebenspunkt, keine Verteidigung. Der Gegner braucht zwei Angriffe, um die Karte aus dem Spiel zu nehmen, und die kosten ihn Aktionspunkte, die er nicht auf BeatBox‘ Team verwendet. Auch das ist ein Ergebnis.

Hypnotic pattern (030): Während seiner Aktivierung. Übernimm die Kontrolle über einen Charakter in Reichweite 1-5 und führe eine seiner Aktionen aus, mit den nötigen Aktionspunkten. Für die Dauer der Aktion zählt das Ziel zu BeatBox‘ Team.

Der letzte Satz ist der wichtige. Das übernommene Ziel greift seine eigenen Kameraden an. Und BeatBox bezahlt aus seinen fünf Aktionspunkten, also lohnt sich die Karte nach dem, was die fremde Aktion hergibt:

Übernommen Aktion Kosten was BeatBox dafür bekommt
hEXx3rVade Retro1 APden billigsten Displace im Spiel, gegen ihr eigenes Team
GataDistraction1 APBlind auf einen ihrer Nachbarn
ValkyrieFrostbite2 APImmobilize auf alle, die neben ihr stehen
WisteriaRoot2 APPull 1 und Immobilize bei Kollision
Wild BillTwin Pistols3 AP3,83 Erfolge auf Reichweite 2-6, mit Doppelschuss-Switch
MiyamotoKen No Sen3 APden härtesten Nahkampfangriff, gegen wen auch immer neben ihm steht

Wild Bill ist der Preis dieser Karte: Sein Angriff ist der beste Fernkampf im Spiel, seine Reichweite deckt den halben HexaDome ab, und sein Switch schießt ein zweites Mal. Für drei Aktionspunkte bekommt BeatBox damit mehr, als sein eigener Angriff je liefert.

Eine Frage stand lange offen: Wirken die Passiven des Übernommenen mit? Wild Bills Dead Man’s Hand etwa, das Handkarten in Erfolge tauscht. Auf der Karte steht dazu nichts, und im Reference Guide ist es nicht geregelt. Corvus Belli hat sie beantwortet, und zwar gegen unsere Vermutung: Die Passiven bleiben aktiv, und die Switches lösen sich auf, als wäre der Übernommene selbst am Zug. Unter BeatBox‘ Kontrolle steht der vollständige Charakter, nicht nur dessen Aktion. Der Wortlaut von Frage und Antwort steht in unseren Regelfragen an Corvus Belli.

Wie er sich neben den anderen macht

Drei Charaktere im Feld schießen aus der Distanz:

Fernkämpfer Angriff Reichweite Erfolge im Schnitt mindestens 2
Wild BillTwin Pistols2-63,8398,1 %
BeatBoxMake some Noise!2-53,3397,2 %
TangerineI’m no Angel1-42,0066,7 %

Wild Bill trifft härter und weiter. BeatBox holt das mit dem Sichtlinienbonus mehr als auf, und er bringt etwas mit, das Wild Bill nicht hat: Er kann Ziele treffen, die er nicht sieht. Wild Bill braucht die Sichtlinie, BeatBox braucht nur das Mark.

Tangerine steht in der Tabelle, taugt dort aber nicht zum Vergleich: Ihr Angriff ist ein Nebengeschäft, ihr Geschäft ist Heilung.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Der einzige Charakter im Feld, dessen Angriff durch Deckung geht, und dem die Deckung dabei noch einen Erfolg schenkt.
  • Gegen Ziele mit zwei Lebenspunkten ein Alpha-Strike: 79 und 65 Prozent ohne jede Vorarbeit.
  • Electric Shock markiert zu 75 Prozent und betäubt zu 67, für einen einzigen Aktionspunkt.
  • Er markiert auch beim Verteidigen, in sieben von zehn Würfen.
  • Shock waves in seiner Fassung ist ein Flächen-Stun plus Zustandsentfernung über fünf Felder, ohne Wurf.
  • Let’s get this party started ist die einzige Rushed-Quelle, die es bisher gibt.

Schwächen

  • Drei Lebenspunkte. Wer ihn erreicht, hat gute Karten.
  • Mindestreichweite 2 auf dem Angriff. Ein Gegner, der neben ihm steht, kann betäubt und markiert werden, aber nicht beschossen. Wegschieben kann ihn nur And all that bass, und die Karte muss auf der Hand sein.
  • Drei Verteidigungswürfel klingen nach mehr, als sie sind: Rang fünf, hinter vier Charakteren mit zweien.
  • Ab vier Lebenspunkten ist er kein Finisher mehr. Sieben Lebenspunkte bekommt er rechnerisch gar nicht durch.
  • Blinded schaltet ihn ab, solange das Ziel nicht markiert ist. Der Zustand macht bei der Sichtlinienprüfung alles jenseits von Reichweite 1 zum ungültigen Ziel — und genau diese Ungültigkeit hebt Marked wieder auf. Wer ihn blenden will, muss es tun, bevor das Mark liegt. Danach schießt er weiter.

Synergien

hEXx3r ist der offensichtlichste Partner, und zwar in beide Richtungen. Ihre größte Schwäche ist Initiative 4. Let’s get this party started hebt sie auf 7, und das Slowed auf Gegner in derselben Zone drückt Gata, Afara und Miyamoto unter sie. Aus der Figur, die immer als Vorletzte handelt, wird die, die als Erste sortiert. Umgekehrt bringt sie ihm, was er braucht: Vade Retro schiebt ein Ziel, das neben BeatBox steht, für einen Aktionspunkt wieder auf Reichweite 2.

Valkyrie und er teilen sich die Zustände. Sein Stun und ihr Immobilize treffen dasselbe Ziel, und ihr Freyja’s Blessing gibt ihr für jedes angrenzende immobilisierte Element einen blauen Würfel. Er betäubt aus fünf Feldern, sie friert ein und schlägt zu. Und ihr Thor’s Blessing macht sie zu dem Anker, der den Lautsprechern den Rücken deckt.

Nadir löst sein Zuverlässigkeitsproblem auf der Verteidigung. ‚Precision‘ Dose erlaubt jedem Verbündeten einmal je Aktivierung, sich zu vergiften, um einen blauen Würfel neu zu werfen. Sein einziger blauer Würfel in der Verteidigung ist der, der zählt.

Maximus ist der Leibwächter, den drei Lebenspunkte brauchen. Relentless holt ihn aus drei Feldern an BeatBox‘ Seite, wenn ein Angriff angesagt wird, und Behind Me! nimmt den Schaden. Nur eines passt nicht: Maximus steht dann neben ihm, und seine Reichweite beginnt bei zwei. Der Beschützer ist innerhalb der Mindestreichweite, aber das ist kein Problem, solange BeatBox nicht auf ihn schießen will.

Wild Bill ist weniger Partner als Konkurrent um dieselbe Rolle. Zwei Fernkämpfer in einem Team von vier sind viel, und beide wollen dieselbe Aufstellung: hinten stehen, freies Schussfeld. Wer beide aufstellt, hat vorne zwei Plätze übrig. Was funktioniert: Shock waves in BeatBox‘ Fassung betäubt alles in fünf Feldern, und ein betäubter Gegner streicht nach seinem nächsten Wurf ein Symbol. Das ist ein Block weniger gegen Wild Bills nächsten Schuss.

Tangerine deckt seine dünne Leiste. It’s just a Scratch! heilt auf Reichweite 0-4 und entfernt Zustände, und ihr Shield auf Reichweite 0-4 gibt ihm eine zweite Verteidigung. Wer BeatBox als Schadensquelle spielt, stellt Tangerine als Versicherung daneben.

How to handle: gegen BeatBox spielen

Geh ran. Die Mindestreichweite 2 ist seine Achillesferse. Auf einem Feld Abstand ist sein Angriff wertlos. Rechne aber mit Electric Shock: Der hat keine Mindestreichweite, und ein Stun plus Mark auf den Nahsteher ist die Vorbereitung für den nächsten Zug, sobald jemand anderes ihn wegschiebt. Sein einziges eigenes Gegenmittel bleibt eine Taktikkarte, die er auf der Hand haben muss. Miyamoto, Valkyrie und Obake sind gebaut, um genau das zu tun.

Schieß die Lautsprecher weg. Ein Lebenspunkt, keine Verteidigung. Zwei Treffer, und die Rushed-Zone ist Geschichte. Es kostet Aktionspunkte, aber es kostet ihn eine ganze Karte.

Lass dich nicht markieren. Das ist leichter gesagt als getan, weil er auch beim Verteidigen markiert. Aber ein Angriff auf BeatBox, der ihn nicht erledigt, gibt ihm in sieben von zehn Fällen das Mark für seinen Gegenschuss. Wer ihn angreift, sollte ihn umlegen.

Spiel Gata. Distraction macht ihn Blinded, und ein blinder Fernkämpfer ohne markiertes Ziel ist ein Fernkämpfer ohne Angriff. Sie hat Initiative 9 gegen seine 6 und handelt vor ihm.

Halt die Dicken vorne. Gegen Obake, Wisteria und Maximus richtet sein Angriff kaum etwas aus. Ein Team, dessen Front aus Fünf- und Sieben-Lebenspunkte-Figuren besteht, nimmt ihm das Ziel.

Fazit

BeatBox ist der erste Charakter, den Legends nicht aus Aristeia! übernommen, sondern für das neue Regelwerk gebaut hat, und man merkt es ihm an. Seine Karte ist ein Kreislauf: markieren, treffen, neu werfen, und die Deckung des Gegners ist der Auslöser statt das Hindernis.

Gegen die Dünnen ist er ein Alpha-Strike, gegen die Dicken ein Zuschauer. Was ihn trägt, ist der billige Skill, den man leicht übersieht: Electric Shock für einen Aktionspunkt ist der beste Markierer, den er hat, und der beste Betäuber im Feld, der keine Karte kostet.

Und seine vier Taktikkarten sind vier verschiedene Spiele. Eine schiebt, eine betäubt alles, eine dreht die Initiative, eine stiehlt einen Angriff. Wer ihn aufstellt, sollte vor dem Deckbau entscheiden, welches davon er spielen will.


Bilder & Karten: Corvus Belli

Die Kontrolleurin ohne Angriff, ohne passive Fähigkeit und mit dem billigsten Displace im Spiel.

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Meine Damen und Herren, halten Sie Ihre Getränke fest, denn was jetzt hereinkommt, wird Sie kein einziges Mal anfassen! Kein Angriff! Kein Schaden! Nicht ein Tropfen Blut auf ihrem Stab! Und trotzdem stehen Sie am Ende der Runde genau da, wo SIE es will — festgenagelt, ausgebremst, drei Felder von Ihrer Punktzone entfernt! Die Nomad Witch, die schärfste Hackerin, die diese Arena je gesehen hat: hEEEXX3R! Nicht blinzeln, sonst stehen Sie plötzlich woanders!

📖 LYDIA VÁSQUEZ: Kurz für die Statistik, bevor Vince wieder loslegt. hEXx3r ist die einzige Figur im Feld ohne passive Fähigkeit. Das war 2017 so, das ist 2026 so. Sie hat keine Aura, keinen Automatismus, keinen Bonus, der einfach da ist. Alles, was sie kann, muss sie tun. Ich finde das erwähnenswert.

hEXx3r
hEXx3r, die Nomad Witch. Die einzige Figur im Kader ohne Angriff auf der Karte.

hEXx3r ist die einzige Figur im Legends-Kader, deren Profil keinen Angriff trägt. Zwei Skills, ein Switch, sonst nichts. Was sie kann, kostet sie Aktionspunkte, und was sie tut, ist sortieren: verlangsamen, festsetzen, verschieben.

An diesem Konzept hat der Relaunch nichts angefasst. Sie war 2017 eine Kontrolleurin und ist eine geblieben. Gedreht wurde an Reichweiten, Preisen und der Art der Zustände, die sie verteilt. Wer ihren alten Stand ausführlich nachlesen will, findet ihn hier.

HexaDome Legends - hEXx3r - Artwork HexaDome Legends - hEXx3r - Miniatur
Die Legends-Kunst: Kapuze, Maske, kein Blick ins Gesicht. Die Miniatur führt einen Stab und ein paar Energiebänder. Zuschlagen wird sie damit nicht: Ihr Profil kennt keine Angriffsaktion.
Aristeia! - hEXx3r - Charakterkarte
Die Aristeia!-Karte von 2017. Zwei Skills, kein Angriff, keine passive Fähigkeit.
HexaDome Legends - hEXx3r - Profil
HexaDome Legends 2026: Vade Retro kostet weiterhin einen Aktionspunkt, reicht aber nur noch drei Felder weit.

Die Grundwerte

Wert Aristeia! Legends
Lebenspunkte33
Initiative54
Energie55
Bewegung44

Eine einzige Zahl hat sich bewegt, und sie ist gesunken. Das sieht nach einem Detail aus und ist die wichtigste Änderung an dieser Karte.

Warum diese eine Zahl alles verschiebt

In HexaDome Legends entscheidet die höhere Initiative innerhalb eines Zuges nicht, wer zuerst handelt, sondern wer das bestimmen darf. Wer vorn liegt, hat ein Wahlrecht: den Gegner vorschicken und auf ein fertiges Bild reagieren, oder selbst vorlegen.

Mit Initiative 4 hat hEXx3r dieses Wahlrecht praktisch nie. Im offiziellen Zwölferfeld liegt nur Maximus mit 3 unter ihr. Gegen alle anderen zehn bestimmt der Gegner, ob sie anfängt oder als zweite handelt. Und beides ist schlecht für sie, auf zwei verschiedene Arten:

Schickt der Gegner sie vor, verpufft ihr Displace. Sie schiebt, immobilisiert, sortiert das Feld zurecht, und die gegnerische Aktivierung stellt anschließend genau das wieder her, was sie eben verstellt hat. Ihre Arbeit ist die Vorlage für den anderen, nicht der Abschluss des eigenen Zuges.

Lässt er sie warten, aktiviert er zuerst und kommt ihr zuvor. Drei Lebenspunkte, kein Schutz, keine Passive: Ein Angriff genügt oft. Wo er nicht genügt, genügen Zustände, denn ohne Aktionspunkte tut diese Figur überhaupt nichts.

Der Gegner muss sich also nicht einmal entscheiden, was er gegen sie tun will. Er entscheidet erst, wenn er das Feld sieht.

Dazu passt der Rest ihres Profils. Mit Leben 3 und Initiative 4 kommt sie auf eine Summe von 7 und ist damit der einzige Charakter im Zwölferfeld unter der Marke von 8. Fragil und ohne Kontrolle über den Zeitpunkt, das ist dieselbe Schwäche zweimal.

Als Gegenmittel bleibt die Teamaufstellung. Sie gehört nicht allein ans Sortieren, sondern in einer Runde einsetzen, in der der Gegner ein anderes Problem hat: eine gerade eröffnete Punktzone, ein Charakter, der dringender ausgeschaltet werden muss, ein Maximus davor.

Die Würfelzeilen

Zeile Aristeia! Legends
Agilitygelb, gelbgelb, gelb
Brawnblau, gelbblau, gelb
Defenseblau, gelbblau, schwarz + 1 geschenktes Spezial

Zwei von drei Zeilen sind unverändert. In der Verteidigung wird der gelbe Würfel gegen einen schwarzen getauscht, dafür kommt ein Spezial-Symbol geschenkt dazu.

Das klingt nach einem Nullsummenspiel und ist keins. Der Effekt auf ihren Verteidigungswurf:

Aristeia! Legends
Erfolge im Schnitt0,830,50
Blocks im Schnitt1,171,33
Spezial im Schnitt1,331,83
Ihr Switch gelingt im Verteidigungswurf in72,2 %83,3 %

Sie blockt etwas besser und bekommt vor allem deutlich mehr Spezial-Symbole. Genau die braucht sie: Ihr genereller Switch kostet ein Schild und ein Spezial und setzt sie selbst um ein Feld. Für eine Figur mit drei Lebenspunkten ist „ich stehe nach dem Angriff woanders“ die wertvollste Währung überhaupt. Bezahlt hat sie dafür mit Erfolgen in der Verteidigung, die dort ohnehin wenig ausrichten.

Die Aktionen

hEXx3r hat in beiden Spielen genau zwei Skills und keinen einzigen Angriff. Über ihr Profil richtet sie keinen Schaden an, sie sortiert nur — Schaden kommt bei ihr allein aus einer Taktikkarte.

Vade Retro

Aristeia! Legends
Kosten1 AP1 AP
Reichweite1-41-3
Würfelgelb, gelb, gelbgelb, gelb, gelb
EffektErfolg: Displace das ZielErfolg: Displace das Ziel

Ein Detail, das der Kartentext nicht betont und das ihren Wert verdoppelt: Dort steht das Ziel, nicht der Gegner. Vade Retro ist ein Skill und kein Angriff, und das Verbot, Verbündete anzuvisieren, gilt laut Reference Guide nur für Angriffe. Sie darf also die eigenen Leute versetzen.

Damit ist der Skill nicht nur ein Störwerkzeug, sondern eine Eröffnung: Sie zieht in der ersten Aktivierung der Runde zwei Mitspieler nach vorn, die dann in ihren eigenen Aktivierungen die Punktezone erreichen und dort noch handeln können. Sie selbst kommt dabei nirgendwo an, und genau das ist der Punkt.

Bis auf die Reichweite ist die Karte unangetastet. Drei gelbe Würfel für einen Aktionspunkt, das ist immer noch der billigste Displace im Spiel, und die Trefferquote liegt in beiden Fassungen bei exakt 70,4 Prozent.

Warum sie identisch ist, hat einen technischen Grund: Der gelbe Würfel gehört zu den beiden Farben, die die Würfelreform gar nicht angefasst hat. Ein reiner Gelb-Pool verhält sich in Legends bitgenau wie in Aristeia!.

Ein Feld Reichweite ist trotzdem weg. In Aristeia! konnte sie aus vier Feldern Entfernung sortieren, jetzt aus dreien.

Gotcha!

Aristeia! Legends
Kosten2 AP2 AP
Reichweite1-31-3
Würfelgelb, gelborange, gelb
SwitchSchild + Spezial: -2 Bewegung2x Spezial: -3 Initiative
ErfolgImmobilizedImmobilize

Hier hat der Relaunch spürbar umgebaut. Der gelbe Würfel weicht einem orangen, und der Switch verhängt einen anderen Zustand zu anderen Kosten.

Aristeia! Legends
Erfolge im Schnitt0,671,17
Spezial im Schnitt2,001,33
Der Switch gelingt in55,6 %38,9 %

Zwei gegenläufige Bewegungen. Der Hauptteil der Karte, das Immobilize bei einem Erfolg, wird deutlich zuverlässiger: Der Erwartungswert steigt um drei Viertel. Der Switch dagegen wird seltener, weil zwei Spezial-Symbole aus Orange und Gelb schwerer zu holen sind als ein Schild plus ein Spezial aus zwei gelben Würfeln.

Der Tausch ergibt Sinn, wenn man sich ansieht, was der Switch jetzt bewirkt. -2 Bewegung war in Aristeia! ein Bremsklotz. -3 Initiative greift die Achse an, die in Legends über den ganzen Zug entscheidet: Das Ziel verliert das Bestimmungsrecht und muss hinnehmen, wann es handelt. Genau das, was hEXx3r selbst nicht mehr hat, nimmt sie damit einem anderen weg. Das ist der härtere Effekt, und er darf entsprechend seltener kommen: von 55,6 auf 38,9 Prozent. Der Erfolgspfad geht den umgekehrten Weg und springt von 55,6 auf 77,8 Prozent an.

Eine Einschränkung gehört dazu, und sie steht nicht auf hEXx3rs Karte, sondern in den Zustandsregeln. Slowed ist in Legends ein benannter State mit zwei Stufen, rot -3 und blau -1. Die vollen drei Punkte wirken also einmal, danach dreht der Marker um und es bleibt einer übrig. Wer mit „dauerhaft -3 Initiative“ rechnet, rechnet zu großzügig.

Unterm Strich ist Gotcha! zuverlässiger in dem geworden, was es meistens tun soll, und punktueller in dem, was es manchmal tun soll.

Die Passive

Es gibt keine, in beiden Spielen nicht, und das ist keine Auslassung, sondern eine Aussage über die Figur. hEXx3r hat keine Reichweiten-Aura wie BeatBox, keinen Schutz wie Valkyrie, kein automatisches Nachschieben wie Wisteria. Alles, was auf dem Feld passiert, kostet sie Aktionspunkte.

HexaDome Legends - hEXx3r - Nomad Witch
Keine Aura, kein Automatismus, kein Bonus, der einfach da ist. Was auf dem Feld passiert, hat sie vorher bezahlt.

Dafür sind ihre Aktionen die billigsten im Kader: zwei Skills für zusammen 3 AP, fünf Würfel. Sie hat schlicht ein anderes Geschäftsmodell.

Der generelle Switch

Aristeia! Legends
Schild + Spezial: Displace dich selbstSchild + Spezial: Displace dich selbst

Wortgleich, Kosten identisch, Effekt identisch. Die Quote ist es nicht.

Ein Switch hängt nicht nur an seinem Preis, sondern am Pool, auf dem er gewürfelt wird, und hEXx3rs Verteidigungszeile hat sich geändert: aus Blau und Gelb wurde Blau und Schwarz, dazu ein geschenktes Spezial. Damit braucht sie dort nur noch ein Schild, das Spezial liegt schon auf dem Tisch.

Wurf Aristeia! Legends
Verteidigung72,2 %83,3 %
Gotcha!55,6 %61,1 %
Vade Retro70,4 %70,4 %

Auf zwei von drei Würfen gelingt der Selbst-Displace also häufiger als früher, auf dem dritten gleich oft. Eine Karte, an der niemand ein Wort geändert hat, ist über die Würfelzeilen besser geworden.

Wichtiger ist, wo er überhaupt gilt, und da wird oft zu eng gedacht. Der Reference Guide kennt zwei Sorten Switch: Steht er im Text einer Aktion, gehört er allein zu deren Würfen. Steht er außerhalb der Aktionen, und genau dort steht dieser, dann darf die Figur ihn in jedem ihrer Würfe aktivieren. hEXx3rs Selbst-Displace hängt also nicht an der Verteidigung. Er hängt an allem, was sie würfelt.

Damit ist „wie oft springt er an“ keine einzelne Zahl, sondern eine je Wurfart:

Wurf Aristeia! Legends
Verteidigung72,2 %83,3 %
Brawn72,2 %75,0 %
Gotcha!55,6 %61,1 %
Vade Retro70,4 %70,4 %
Agility55,6 %55,6 %

Der Sprung steckt in der Verteidigung, und nur dort. Brawn und Gotcha! rücken ein Stück nach oben, weil Blau und Orange durch die Würfelreform gegangen sind. Vade Retro und die Agility bestehen aus reinem Gelb und stehen deshalb auf dem Stand von 2017, auf die Nachkommastelle genau.

Dass bei Vade Retro dieselbe Zahl steht wie oben bei der Trefferquote, ist Zufall: Drei gelbe Würfel liefern „mindestens ein Erfolg“ und „mindestens ein Schild plus ein Spezial“ zufällig gleich zuverlässig.

Die Taktikkarten

Alle vier Namen haben überlebt. Bei den Effekten sieht es anders aus.

Aristeia! Legends Was passiert ist
Unlimited PowerUnlimited powerGleicher Effekt, schlechteres Timing: statt während der Aktivierung für 2 Energie jetzt zu Beginn für alle Aktionspunkte
UntouchableUntouchableNur der Name blieb. Aus „Verteidigung wird für eine Runde vierfarbig“ wird „Shield dich, displace dich“
Access DeniedAccess deniedGleicher Zuschnitt, härterer Zustand: Immobilize statt -2 Bewegung, dazu ein Displace je festgesetztem Gegner
R@gd0llR@gd0llVom Verstärker zur eigenständigen Waffe

R@gd0ll zeigt es am deutlichsten. In Aristeia! machte die Karte für eine Runde alle Ziele von Vade Retro zusätzlich blind. Sie war wertlos, wenn hEXx3r nicht dazu kam, den Skill auch zu benutzen. Die Legends-Fassung wirkt allein: Push 3 auf ein Element in Reichweite 1-3, und wenn es dabei kollidiert, ein Schadenspunkt.

Aristeia! - hEXx3r - R@gd0ll HexaDome Legends - hEXx3r - R@gd0ll
Die alte Karte tut aus eigener Kraft nichts: Sie blendet nur, was Vade Retro ohnehin schon trifft. Die neue braucht keinen Skill mehr, und sie spricht von einem Element, nicht von einem Gegner: R@gd0ll schiebt auch eine Barriere aus dem Weg.

Drei Felder Schub sind eine Ansage. Damit lassen sich Gegner aus Punktezonen räumen, in Kollisionen treiben oder schlicht aus dem Weg schaffen. Nur eben immer in dieselbe Richtung: weg von hEXx3r.

Untouchable ist der Gegenfall. Alt tauschte die Karte hEXx3rs Verteidigung für eine ganze Runde gegen vier Würfel in vier Farben, ein massiver Schutzschirm. Neu bekommt sie ein einmaliges Shield, darf sich versetzen, und ihr Adds legt einen geschenkten kritischen Block nach und gibt dem Wurf einen Push-Switch. Punktueller, dafür sofort und mit Wirkung nach außen.

Aristeia! - hEXx3r - Untouchable HexaDome Legends - hEXx3r - Untouchable
Alt war das ein Schutzschirm für eine ganze Runde: vier Würfel in vier Farben, solange hEXx3r selbst angegriffen wurde. Neu genügt ein Angriff auf einen Verbündeten. Im Adds-Kasten steht der kritische Block, kein Würfel, und der Switch schiebt das Ziel um ein Feld.

Auf das Wort kritisch kommt es an. Ein normales Schild kann genau eines: einen gegnerischen Erfolg schlucken. Der kritische Block ist ein eigenes Symbol mit eigenen Regeln. Man darf ihn ausgeben, um dem Angreifer einen ganzen Würfel aus dem Wurf zu streichen, bevor überhaupt gezählt wird — und weil ein kritischer Erfolg des Gegners sich nur so aus dem Weg räumen lässt, ist das oft mehr wert als jede Blockleistung. Gibt sie ihn nicht aus, zählt er am Ende als zwei Blocks.

Dazu kommt, woher sie ihn hat. Der kritische Block liegt nur auf dem grünen Würfel, und in hEXx3rs Verteidigung steht kein Grün. Über einen Wurf bekommt sie ihn also nie. Die Karte gibt ihr das einzige Symbol, das sie sonst gar nicht erreichen kann.

Warum ihr Kartenquartett besonders ist

Alle vier Karten verändern Positionen. Das schafft im ganzen Kader sonst niemand: Maximus und Wisteria kommen auf drei von vier, alle anderen auf eine.

Wichtiger als die Anzahl ist die Art. Displace ist in Legends der Oberbegriff, und der Reference Guide erklärt die Varianten wörtlich darüber: Push X ist „displace them X times away from you“, Pull X dasselbe zur anderen Seite hin. Es gibt also nicht drei Effekte, sondern einen mit drei Vorgaben zur Richtung — und die sind unterschiedlich viel wert.

Push und Pull kennen nur eine Richtung. R@gd0ll ist ein Push: Das Ziel fliegt von hEXx3r weg, sonst nirgendwohin. Wisterias Root ist ein Pull, es zieht immer zu ihr. Wer so eine Karte in sein Deck legt, hat die Richtung schon entschieden, bevor die Partie beginnt.

Ein Displace ohne Zusatz darf wählen. Es setzt das Ziel um, ohne die Richtung vorzugeben. Dieselbe Karte entfernt jemanden aus einer Punktezone oder holt ihn hinein, und entschieden wird das erst beim Auflegen, wenn die Figuren stehen und die Punkte gezählt sind. In einem Szenario, in dem Mehrheit und Frags gleichzeitig zählen, ist das bares Geld.

Aristeia! - hEXx3r - Access Denied HexaDome Legends - hEXx3r - Access denied
Alt war das ein reiner Bremsklotz: -2 Bewegung für alle Gegner in Reichweite 1-3, sonst nichts. Neu friert dieselbe Zone ein und bezahlt hEXx3r für jeden Festgesetzten mit einem eigenen Schritt, dessen Richtung sie sich aussucht.

Drei ihrer vier Karten setzen ohne Richtungsvorgabe um, dazu Vade Retro und ihr genereller Switch. Unlimited power ist dabei der Extremfall und in der Box einmalig: Es ist die einzige offizielle Legends-Karte, die einen Gegner richtungsfrei versetzt. Alle anderen Karten, die frei umsetzen dürfen, betreffen die eigene Figur; wer Gegner anfasst, tut es sonst per Push oder Pull auf fester Linie. Und hEXx3r darf es gleich mit beliebig vielen Gegnern auf einmal tun.

Nur hat die Karte beim Wechsel verloren, und zwar nicht an der Währung. Der Zeitpunkt ist das Problem. In Aristeia! lautete das Timing „During hEXx3r’s Activation“: Man handelte erst und legte die Karte hinterher obendrauf. Bezahlt wurde mit einem -2 Energy-Marker, der bis zur nächsten Runde wartete und dabei auf -1 umschlug, weil die Aktionspunkte längst ausgeteilt waren. Volle Wirkung sofort, halbe Strafe später.

Legends schreibt „At the start of hEXx3r’s activation“ und „Lose all your AP“. Die Entscheidung fällt jetzt, bevor irgendetwas passiert ist, und sie kostet die komplette Aktivierung. Kein Skill, kein Schritt, nichts. Damit ist Unlimited power kein Machtinstrument mehr, sondern ein Notnagel. Sie lohnt sich, wenn hEXx3r ohnehin weit vom Geschehen entfernt steht oder gerade mit negativem Energie-Zustand von der Bank kommt, die Aktivierung also sowieso wenig hergibt. Wer sie in einer intakten Runde spielt, verschenkt mehr, als er verschiebt.

Aristeia! - hEXx3r - Unlimited Power HexaDome Legends - hEXx3r - Unlimited power
Alt durfte die Karte mitten in der Aktivierung fallen, nach getaner Arbeit. Die zwei Energie taten erst in der nächsten Runde weh, und dann nur zur Hälfte. Neu muss die Karte zu Beginn der Aktivierung fallen, blind, und kostet sämtliche Aktionspunkte. Die Freiheit beim Zielfeld bleibt, der Rest der Runde nicht.

Stärken und Schwächen im Legends-Stand

Stärken

  • Der billigste Displace im Spiel, unverändert seit 2017: drei Würfel für einen Aktionspunkt, 70,4 Prozent.
  • Zwei Skills für zusammen 3 AP, das lässt in einer Aktivierung Raum für Bewegung.
  • Ihr Selbst-Displace springt in 83,3 Prozent aller Verteidigungswürfe an, in Aristeia! waren es 72,2.
  • Access denied setzt eine ganze Zone fest und bewegt sie gleich mit.
  • Alle vier Taktikkarten verändern Positionen, drei davon ohne Richtungsvorgabe. Die legt sie erst beim Auflegen fest, nicht beim Deckbau.

Schwächen

  • Leben 3 plus Initiative 4 ist der schlechteste Wert im Feld. Sie hält wenig aus, und außer gegen Maximus bestimmt immer der Gegner, wann sie handelt.
  • Sie fügt keinen Schaden zu. Kein Angriff, keine Frags, keine Drohung.
  • Keine passive Fähigkeit heißt: Wer ihr die Aktionspunkte nimmt, nimmt ihr alles.
  • Ein Feld Reichweite auf Vade Retro verloren.
  • Ihre spektakulärste Karte ist zum Notnagel geworden. Unlimited power muss zu Beginn der Aktivierung fallen und frisst sie ganz auf.

Synergien

Ihr natürlicher Partner ist alles, was von Positionen profitiert. Gata ist das offensichtliche Beispiel und war es schon in Aristeia!: hEXx3r räumt Felder frei oder schiebt Hindernisse dorthin, wo Gata sie zum Springen braucht.

Neu ist die Frage, wie sie sich zu Wisteria verhält. Beide immobilisieren, beide verschieben, aber nicht auf dieselbe Art. Wisteria zieht heran, immer zu sich, und holt Verbündete mit derselben Bewegung nach. hEXx3r versetzt frei und legt sich auf keine Richtung fest. Die Spezialistin und die Generalistin also, nicht zwei Varianten derselben Figur. Zusammen lässt sich das Feld tatsächlich beliebig sortieren. Der Preis sind zwei von vier Plätzen für eine Aufgabe, und ob das aufgeht, entscheidet das Szenario.

Gegen ihre zweite Schwäche, die Anfälligkeit für Zustände, hilft eine andere Sorte Partner. Nadir nimmt Verbündeten in Reichweite 0 bis 3 einen Zustandsmarker ab, wenn sie einen seiner Giftmarker mitnehmen, und seine Taktik Panacea räumt bei einem Verbündeten irgendwo im HexaDome gleich mehrere ab. Tangerine kann dasselbe über It’s just a Scratch!, und weil ihre Reichweite ebenfalls bis 4 geht, muss keiner von beiden dorthin, wo hEXx3r arbeitet.

BeatBox ist der Einzige, der ihre Kernschwäche tatsächlich behebt. Seine Taktik Let’s get this party started stellt zwei Lautsprecher auf, und zu Beginn jeder Runde erhalten Verbündete in Reichweite 1-3 eines Lautsprechers rush, also +3 Initiative. Aus hEXx3rs 4 werden 7, damit zieht sie an acht der elf anderen vorbei. Dieselbe Karte verpasst Gegnern in der Zone slow down, und damit kippt der Rest gleich mit: Gata fällt von 9 auf 6, Afara von 8 auf 5, Miyamoto von 7 auf 4. Im Umkreis der Lautsprecher bestimmt plötzlich sie.

Beide Zahlen halten. Rushed und Slowed tragen wie alle Legends-Zustände eine rote und eine blaue Seite, rot +3 beziehungsweise -3, blau +2 und -1, und nach dem ersten Auslesen dreht der Marker um. Bei dieser Karte greift das nicht: Ein Charakter kann jeden Zustand nur einmal tragen, und die Lautsprecher legen ihn zu jedem Rundenbeginn neu an. Der gedrehte Marker wird überschrieben. Wer in der Zone steht, bekommt jede Runde die vollen drei Punkte.

Der Trick daran ist die Geometrie. Die Zone reicht 1-3 Felder weit, und Gotcha!, Vade Retro und Access denied reichen ebenfalls 1-3. Der Bereich, in dem hEXx3r ohnehin arbeiten muss, ist genau der, der ihr die Reihenfolge schenkt.

Umsonst ist das nicht. Die Lautsprecher haben einen Lebenspunkt und keine Verteidigung, wer sie abräumt, nimmt die Karte mit aus dem Spiel. Der Effekt greift nur zu Rundenbeginn, sie muss also schon dort stehen. Und der Aufbau kostet zwei der vier Teamplätze plus einen von BeatBox‘ zwei Deckplätzen.

Maximus ist der Leibwächter, den sie braucht. Sein Relentless springt aus Reichweite 1-3 an ihre Seite, sein Behind Me! nimmt ihr den Schaden ab. Mit drei Lebenspunkten ist das keine nette Option, sondern ihre Lebensversicherung. Steht allerdings so auf den Karten und nicht in einem Spielbericht, ausprobiert haben wir es nicht.

How to handle: gegen hEXx3r spielen

Nutze das Wahlrecht. Der wichtigste Hebel gegen sie kostet keine Karte und keinen Aktionspunkt. Außer mit Maximus hat jeder Charakter im Feld eine höhere Initiative als ihre 4, bestimmt also die Reihenfolge im Zug. Das gilt allerdings nur, solange keine Lautsprecher stehen: Mit BeatBox‘ rush springt sie auf 7, und wer in der Zone steht, verliert selbst 3. Dann ist der Hebel weg, und die erste Antwort heißt Lautsprecher abräumen. Sie haben einen Lebenspunkt. Damit stehen drei Antworten offen, und man muss sich erst festlegen, wenn man das Feld sieht:

  • Nach ihr aktivieren und ihr Displace aushebeln. Was sie verschoben hat, schiebt man zurück oder läuft einfach hin. Ihre Positionsarbeit hält genau eine Aktivierung.
  • Vor ihr aktivieren und sie mit Zuständen belegen. Alles, was Aktionspunkte kostet oder Aktionen sperrt, trifft sie härter als jeden anderen, weil sie nichts hat, was ohne Aktionspunkte läuft.
  • Vor ihr aktivieren und sie töten. Drei Lebenspunkte, kein Schutz. Fast jeder Angriff im Spiel legt sie in einem oder zwei Anläufen um, und danach hört das Sortieren ganz auf. Das war in Aristeia! die Antwort und ist es geblieben.

Der Unterschied zu Aristeia! ist nicht die Antwort, sondern der Preis. Dort musste man den Zeitpunkt erkaufen, hier bekommt man ihn geschenkt.

Spiel Figuren, die sich nicht schieben lassen. Valkyrie ist der harte Konter: Thor’s Blessing verbietet Gegnern ausdrücklich, sie zu displacen oder zu platzieren. Weil Push im Regelbuch als Displace definiert ist, deckt das auch R@gd0ll ab, und Vade Retro ohnehin. Beide sind gegen sie wirkungslos, damit die Hälfte von hEXx3rs Werkzeugkasten. Gata hat mit Quicksilver dieselbe Option auf Zeit.

Halt Abstand. Ihre Reichweite endet jetzt bei 3. Aus 4 oder mehr Feldern arbeitet man außerhalb ihres Werkzeugkastens. Wild Bill auf 2-6 und BeatBox auf 2-5 tun genau das.

Fazit

An hEXx3r hat der Relaunch so gezielt gearbeitet wie an keiner zweiten Figur der Core Box.

Das Konzept blieb unangetastet: keine Passive, kein Schaden, zwei billige Skills, ein Switch, der sie selbst versetzt. Wer sie 2017 gespielt hat, muss nichts umlernen.

Geändert wurden die Details, und zwar in beide Richtungen. Sie bekommt zuverlässiger, was sie meistens will (Immobilize auf Gotcha!, ihr Selbst-Displace), und seltener, was sie manchmal will (der Switch auf Gotcha!). Sie ist ein Feld kurzsichtiger geworden. Ihre Taktikkarten sind eigenständiger, aber weniger schützend.

Was sie wirklich kostet, steht aber nicht in den Würfelzeilen, sondern in der Initiative. Der eine Punkt von 5 auf 4 nimmt ihr das Wahlrecht über den Zug, und damit die Kontrolle darüber, ob ihre Positionsarbeit stehen bleibt oder sofort wieder eingerissen wird. Eine Figur, deren ganzer Beitrag im Sortieren des Feldes besteht, ist auf genau diesen Zeitpunkt angewiesen. Leben 3 bei Initiative 4 bleibt das ungünstigste Wertepaar im ganzen Kader, und das lässt sich durch keinen Würfel wegrechnen.


Bilder & Karten: Corvus Belli

🎙️ VINCE McMAHOGANY: Er ist zurück, meine Damen und Herren, und er hat sich nicht einmal umgezogen! Sieben Lebenspunkte, ein Schild von der Größe einer Garagentür, und wenn ihr auf seinen Nebenmann zielt, steht er plötzlich davor. Neun Jahre Pause, kein Gramm zugelegt. NICHT BLINZELN!

Maximus
Maximus, der Fels von PanOceania. Das Logo stammt aus Aristeia! und ist mit ihm mitgekommen.

Sechs Aristos aus Aristeia! stehen auch in HexaDome Legends wieder im Feld. Diese Serie nimmt sich jeden einzeln vor und stellt das alte Profil gegen das neue. Nicht „fühlt sich stärker an“, sondern Zeile für Zeile, mit ausgerechneten Würfelwerten.

Den Anfang macht Maximus, der Fels von PanOceania. Wer die alte Fassung nachlesen will: Die ausführliche Aristeia!-Analyse steht hier und bleibt gültig, was Hintergrund und Rolle angeht.

HexaDome Legends – Maximus – Artwork HexaDome Legends – Maximus – Miniatur
Die Legends-Kunst: Der Schild ist breiter als der Mann, der ihn trägt. Auf der bemalten Miniatur steht sein Name darauf. Untertreibung war noch nie sein Fach.
Aristeia! – Maximus
Die Aristeia!-Karte von 2017. In der Agility-Zeile steht kein Würfel, sondern ein geschenkter kritischer Erfolg.
HexaDome Legends – Maximus
HexaDome Legends 2026: Reichweite 1-2 statt 1-1, und Relentless holt ihn aus drei Feldern Entfernung heran.

Wie hier gerechnet wird

Alle Prozentzahlen in diesem Artikel stammen aus einer vollständigen Auszählung sämtlicher Würfelausgänge, nicht aus einer Simulation. Dabei wechseln beide Seiten: Das alte Profil wird mit den Aristeia!-Würfeln gerechnet, das neue mit den überarbeiteten Legends-Würfeln. Was unten steht, ist also der Gesamteffekt, so wie er am Tisch ankommt. Wer nur wissen will, was die Würfelreform allein bewirkt hat, findet das im Artikel über die Taktiken und Würfel.

Die Grundwerte

Wert Aristeia! Legends
Lebenspunkte77
Initiative43
Energie55
Bewegung34

Zwei Zahlen haben sich geändert, und sie haben praktisch die Plätze getauscht. Maximus ist einen Schritt schneller geworden und handelt dafür noch später. Beides passt zusammen: Er soll dorthin kommen, wo es weh tut, und er soll nicht vorpreschen. Sieben Lebenspunkte sind dabei weiterhin einsame Spitze, der Nächstplatzierte im Zwölferfeld liegt bei fünf.

Die Würfelzeilen

Zeile Aristeia! Legends
Agilitykein Würfel, 1 geschenkter kritischer Erfolg1 roter Würfel + 1 geschenkter Erfolg
Brawngrün, blaugrün, blau
Defensegrün, blau + 1 geschenkter Blockgrün, blau + 1 geschenkter Block

Brawn und Defense sind unverändert, samt dem geschenkten Block. Die Agility-Zeile dagegen ist der interessanteste Fleck auf der ganzen Karte.

In Aristeia! stand dort kein einziger Würfel, sondern ein geschenkter kritischer Erfolg. Maximus würfelte auf Agility nie, er hatte das Ergebnis schon. Das war spektakulär und gleichzeitig starr: genau ein kritischer Erfolg, nie mehr, nie weniger. Der alte Artikel erwähnt die einzige Lücke darin, nämlich dass ein kritischer Block des Gegners diesen Erfolg beim Disengage-Wurf aufhebt.

Legends ersetzt das durch einen roten Würfel plus einen geschenkten Erfolg. Im Mittel kommen dabei 2,0 Erfolge heraus, also mehr als der eine kritische Erfolg von früher. Dafür ist die Sache jetzt Glückssache: In 16,7 Prozent der Fälle würfelt er selbst einen kritischen Erfolg, in einem von sechs Fällen bleibt der rote Würfel leer und es bleibt beim geschenkten Erfolg. Aus einer Garantie ist damit eine Verteilung geworden, im Schnitt besser, im schlechtesten Fall schlechter.

Die Angriffsaktion

Aristeia!: Jotum’s Shield Legends: Shield of Jotum
Kosten3 AP3 AP
Reichweite1-11-2
Würfelrot, blau, schwarzorange, blau, blau
Switch2x Spezial: Displace das ZielSchild + Spezial: Push 1, Stun bei Kollision

Hier hat der Relaunch am deutlichsten zugegriffen, und zwar in jeder Zeile. Die Reichweite wächst von 1-1 auf 1-2, Maximus muss also nicht mehr Nase an Nase stehen, um zuzuschlagen. Bei einem Charakter mit Bewegung 4, der als Letzter handelt, ist ein Feld Luft mehr wert, als es klingt.

Der Würfelpool tauscht Rot und Schwarz gegen Orange und einen zweiten Blauen. Das Ergebnis:

Aristeia! Legends
Erfolge im Schnitt1,501,83
Blocks im Schnitt1,332,17
Spezial im Schnitt0,831,33

Alle drei Werte steigen, die Blocks am stärksten. Das ist kein Zufall: Blau und Orange sind die beiden Farben, die in Legends sowohl Erfolge als auch Blocks liefern, und beim vergleichenden Wurf zählen Blocks direkt gegen den Gegner. Der schwarze Würfel, den er verloren hat, konnte in Aristeia! nur blocken und blieb in der Hälfte aller Würfe leer.

Der Switch ist der eigentliche Umbau. Alt: zwei Spezial-Symbole für ein ungerichtetes Displace. Neu: ein Schild und ein Spezial für einen gerichteten Push 1, und wenn das Ziel dabei gegen etwas knallt, ist es zusätzlich betäubt.

Der Preisunterschied ist gewaltig. Zwei Spezial-Symbole lagen in Aristeia! bei 16,7 Prozent. Schild plus Spezial mit dem neuen Pool liegt bei 81,5 Prozent. Aus einer Ausnahme ist der Normalfall geworden.

Man muss dazu sagen: Der neue Switch ist auch schwächer als der alte. Displace setzte ein Ziel auf ein beliebiges freies Nachbarfeld, Push 1 schiebt es stur einen Schritt von Maximus weg.

Und das ist keine allgemeine Systemumstellung, auf die man sich herausreden könnte. Legends kennt das richtungsfreie Displace weiterhin: Sieben der 47 offiziellen Legends-Taktikkarten tragen eines, drei weitere ein ebenso freies Place. Dazu kommen Gatas und hEXx3rs genereller Switch, hEXx3rs Vade Retro für einen einzigen Aktionspunkt und die Passiven von Mushashi und Afara. Auf Maximus‘ eigener Karte Block steht sogar noch eines.

Verschoben hat sich die Zielrichtung. Sich selbst frei umsetzen dürfen viele. Einen Gegner frei versetzen darf im offiziellen Kader nur noch hEXx3r mit Unlimited power, und die bezahlt dafür sämtliche Aktionspunkte. Maximus gehörte früher zu diesem Kreis und gehört heute nicht mehr dazu. Es ist also sehr wohl eine Maximus-Sache.

Bezahlt wird ihm der Verlust trotzdem, und zwar an der Häufigkeit. Aus einem Effekt, der in einem von sechs Würfen kam, ist einer geworden, der in vier von fünf kommt, und die Kollision mit Stun hängt mit dran. Wer die Wahl hat zwischen freiem Versetzen alle sechs Würfe und einem Schub samt Betäubung in vier von fünf, nimmt den Schub.

Die Passiven

Get behind me! heißt jetzt Behind Me! und tut dasselbe: Maximus darf Schaden übernehmen, der einem angrenzenden Verbündeten zugedacht war, ohne Obergrenze. Der Kern seiner Rolle ist unangetastet geblieben.

Eine Kleinigkeit im Wortlaut ist trotzdem verräterisch. Die Legends-Karte sagt „you may suffer any amount of that damage instead“, man darf also einen Teil nehmen und den Rest beim Verbündeten lassen. Auf der Aristeia!-Karte stand das nicht, dort musste erst das Fan-Wiki klarstellen, dass der Schaden frei aufgeteilt werden darf, solange die Gesamtsumme zugewiesen wird. Eine Regel, die neun Jahre lang in einer FAQ stand, ist damit auf die Karte gewandert: Wo Aristeia! eine Nachfrage brauchte, steht in Legends die Antwort gleich mit drauf.

Implacable heißt jetzt Relentless, und ob das eine Aufwertung ist, hängt daran, wofür man die Fähigkeit gebraucht hat.

Aristeia! Legends
Sagt ein Gegner einen Angriff gegen einen Verbündeten an, darf Maximus sich displacen.Sagt ein Gegner einen Angriff gegen einen Verbündeten in Reichweite 1-3 an, darf Maximus sich neben diesen Verbündeten platzieren.

Die Tabelle verdeckt, worum es eigentlich geht. Entscheidend ist nicht die Reichweite, sondern wer das Zielfeld bestimmt. Displace gibt keine Richtung vor: Alt durfte Maximus bei jedem gegnerischen Angriff auf einen Verbündeten einen Schritt gehen, und zwar dorthin, wohin er wollte. Der Verbündete musste dafür nirgendwo in der Nähe stehen, die alte Karte nennt keine Reichweite.

Für den langsamsten Charakter im Feld war das kein Leibwächter-Werkzeug, sondern der Ausgleich für seine Bewegung. Solange der Gegner überhaupt jemanden angriff, kam Maximus voran, Schritt für Schritt und in die Richtung seiner Wahl.

Genau diese Wahl nimmt ihm Relentless. Er darf sich nur noch neben den Angegriffenen stellen, und auch das nur, wenn der in Reichweite 1-3 steht. Aus einem Mobilitätswerkzeug ist ein Leibwächter-Reflex geworden, näher an Kozmos Asteroid Belt als an dem, was Implacable einmal war.

Für die Kette Angriff, hinspringen, Schaden schlucken ist das der sauberere Ablauf: Er landet garantiert angrenzend, und angrenzend ist die Bedingung für Behind Me!. Früher musste die Aufstellung stimmen, damit ein freier Schritt ihn dorthin brachte. Wer Maximus als Beschützer spielt, bekommt also das verlässlichere Werkzeug. Wer ihn über die Fläche bewegen wollte, hat eins verloren.

HexaDome Legends – Maximus
Der Sprung geht jetzt nur noch an eine einzige Stelle: neben den Angegriffenen. Wohin, entscheidet nicht mehr Maximus.

Der generelle Switch

Aristeia! Legends
Schild + Spezial: Taunted auf das ZielErfolg + Spezial: Taunt einen Gegner in Reichweite 1-4

Der Effekt ist derselbe, der Preis nicht. Und wo man hinsieht, entscheidet, ob das nach Verlust oder nach Gewinn aussieht.

Ein genereller Switch lässt sich auf jedem Wurf zünden. Maximus hat zwei, die zählen, und sie gehen in entgegengesetzte Richtungen:

Wurf Aristeia! (Schild + Spezial) Legends (Erfolg + Spezial)
Verteidigung55,6 %27,8 %
Angriff58,3 %75,9 %

Auf der Verteidigung ist es eine Halbierung, und der Grund liegt auf der Hand: Ein Schild fällt auf einem Pool aus Grün und Blau leicht an, ein Erfolg kaum. Auf dem Angriff kippt es. Shield of Jotum würfelt Orange und zweimal Blau, und dort liegen Erfolge herum.

Damit steht der Switch genau auf dem Wurf besser da, den Maximus selbst ansagt. Den Verteidigungswurf sucht er sich nicht aus, der passiert ihm. Den Angriff plant er.

Dazu kommt die Zielwahl. Alt traf das Taunted das Ziel des Wurfs: Maximus konnte nur den provozieren, den er ohnehin gerade angriff oder der ihn angriff. Neu sucht er sich einen beliebigen Gegner in Reichweite 1-4 aus. Er schlägt auf den einen ein und bindet den anderen, der gerade zur Punktezone unterwegs ist.

Und der Zustand selbst ist härter geworden, unabhängig von Maximus. In Aristeia! war Taunted eine Einschränkung: Der Betroffene durfte niemanden außer dem Provokateur angreifen, war aber zu gar keinem Angriff gezwungen. Wer getauntet war, ging eben punkten. In Legends ist es ein Befehl. Sobald Sichtlinie und Reichweite stehen, muss er Maximus angreifen, und zwar so früh wie möglich.

Für einen Tank ist das der eigentliche Gewinn. Maximus zieht nicht mehr nur die Angriffsoption auf sich, sondern die komplette Aktivierung: Der Gegner verbrennt seine Aktionspunkte an der zähesten Figur im Feld, statt zu punkten oder einen Verbündeten umzulegen. Behind Me! greift erst, nachdem der Gegner sein Ziel gewählt hat. Der Taunt nimmt ihm die Wahl vorher ab.

Häufiger, wo es zählt, frei in der Zielwahl, und der Zustand bindet härter als früher. Getauscht wird hier nichts, es kommt auf drei Ebenen etwas dazu.

Die Taktikkarten

Aristeia! Legends Was passiert ist
BlockBlockWortgleich. Dazu ein Maximus Adds: Displace nach der Auflösung, Karte zurück ins Deck
Scram!Scram!Aus „Displace alle angrenzenden Ziele“ wird „Push 1 einen angrenzenden Gegner“, und nur Maximus‘ Replaces macht daraus Push 2 auf alle
Freeze!—Gestrichen
Adamantine—Gestrichen
—I am inevitableNeu: Taunt in Reichweite 1-5, dann Pull 2 alle Getaunteten
—IndestructibleNeu: allen Schaden ignorieren, dann 6 Lebenspunkte heilen

Zwei von vier Karten haben überlebt, und beide sind für Maximus selbst besser geworden.

Aristeia! – Maximus – Block HexaDome Legends – Maximus – Block
Zweimal blau, 2017 wie 2026 derselbe Satz. Der Unterschied steht im Adds-Kasten, und den gab es in Aristeia! überhaupt nicht.
Aristeia! – Maximus – Scram! HexaDome Legends – Maximus – Scram!
Alt erwischte alle angrenzenden Ziele, und weil Displace keine Richtung vorgibt, durfte Maximus jedes einzeln setzen. Neu ist es ein Push auf fester Linie, und nur einer. Die alte Reichweite holt sich Maximus über sein Replaces zurück.

Ein Nachteil ist dabei stillschweigend verschwunden. Die Aristeia!-Fassung verschob alle angrenzenden Ziele, und das schloss die eigenen Leute ein: Wer Scram! neben einem Mitspieler zündete, schob ihn mit weg. Die Legends-Karte nennt ausdrücklich Gegner, im Grundeffekt wie im Replaces-Kasten. Aus einer Karte, die man sich zurechtstellen musste, ist eine geworden, die man einfach spielt.

Block ist dabei die Karte, die am seltensten bei ihm selbst landen sollte. Sie gibt zwei blaue Würfel auf jeden Wurf jedes Charakters, und blaue Würfel sind Blockwürfel. Am meisten holt daraus, wessen Switch an Schilden hängt und schon bei einem anspringt: Miyamoto (1 Schild für einen Zusatzerfolg), Obake (1 Schild für Approach 1) und Tangerine (1 Schild für ein Shielded auf Reichweite 0-4). Maximus‘ eigener Switch kostet Erfolg plus Spezial, davon liefert Blau nur die halbe Miete.

Der Ersatz ist interessanter als der Verlust. Freeze! setzte einen bereits getaunteten Gegner fest und war damit von einem Switch abhängig, der erst gelingen musste. I am inevitable bringt das Taunt gleich selbst mit und zieht die Betroffenen anschließend zwei Felder heran. Aus einer Anschlusskarte ist eine geworden, die allein funktioniert.

Aristeia! – Maximus – Freeze! HexaDome Legends – Maximus – I am inevitable
Fünf Wörter Kartentext, und einer davon ist eine Bedingung. Der Nachfolger reicht fünf Felder weit. Für Freeze! musste Maximus danebenstehen.

Adamantine löschte alle Erfolge aus einem Wurf gegen Maximus. Indestructible ignoriert den Schaden komplett und heilt ihn obendrein um sechs. Das ist die brachialere Lösung für dasselbe Problem, und sie greift auch dann, wenn der Schaden gar nicht aus einem Wurf kommt.

Aristeia! – Maximus – Adamantine HexaDome Legends – Maximus – Indestructible
Alt hing alles am gegnerischen Wurf: keine Erfolge, kein Schaden. Neu heilt die Karte sechs Lebenspunkte. Maximus hat sieben.

Stärken und Schwächen im Legends-Stand

Stärken

  • Sieben Lebenspunkte, zwei Punkte mehr als der Zweitplatzierte.
  • Relentless und Behind Me! greifen verlässlich ineinander: Er landet garantiert angrenzend, und genau das verlangt Behind Me!.
  • Der Switch auf Shield of Jotum gelingt in vier von fünf Würfen.
  • Taunt auf Reichweite 1-4 macht ihn zum Störfaktor, ohne dass er hinlaufen muss, und der Switch dafür gelingt auf seinem Angriff in drei von vier Würfen. Weil Taunted in Legends zum Angriff zwingt, bindet er damit ganze Aktivierungen, nicht nur Angriffsziele.

Schwächen

  • Initiative 3 ist der niedrigste Wert im gesamten Feld. Er handelt in jeder Runde als Letzter.
  • Sein Schutz braucht Nähe. Ein auseinandergezogenes Team hebelt Behind Me! aus.
  • Schaden, der die Verteidigung umgeht, trifft ihn ungebremst.
  • Ein einzelner Angriff für 3 AP ist kein Schadensprofil. Maximus gewinnt keine Partie, er verhindert Niederlagen.
  • Der freie Schritt aus Implacable ist weg. Er bewegt sich zwar weiterhin ohne Aktionspunkte, aber nur noch an eine vorgegebene Stelle.

Synergien

Die naheliegendsten Partner sind die beiden Heiler des Feldes. Tangerine und Nadir verwandeln seine sieben Lebenspunkte in einen Vorrat, der sich nachfüllt, und genau davon lebt eine Figur, die freiwillig Schaden auf sich zieht.

Interessanter ist der Gedanke, ihn neben die Zerbrechlichen zu stellen. Gata mit zwei Lebenspunkten und hEXx3r mit drei sind genau die Ziele, für die Behind Me! gebaut wurde. In Aristeia! scheiterte das oft an der Aufstellung, weil beide schnell und Maximus langsam ist; Relentless mit Reichweite 1-3 löst dieses Problem zu großen Teilen. Das ist allerdings aus dem Kartentext abgeleitet und nicht aus Partien, geprüft haben wir es noch nicht.

How to handle: gegen Maximus spielen

Zieh ihn weg oder nagle ihn fest. Behind Me! verlangt Angrenzung, Relentless verlangt Reichweite 1-3. Wer ihn immobilisiert oder aus der Mitte schiebt, schaltet beide Fähigkeiten aus, ohne einen einzigen Schadenspunkt zu investieren. hEXx3r und Wisteria sind dafür gebaut.

Greif an, wenn er schon getreten hat. Mit Initiative 3 handelt er spät. Wer punktet, bevor er dran ist, spielt gegen einen Wächter, der noch am falschen Ort steht.

Schlag um ihn herum. Er kann Schaden nur von angrenzenden Verbündeten übernehmen. Fernkampf auf ein Ziel, das drei Felder weiter steht, interessiert ihn nicht. Wild Bill auf Reichweite 2-6 ist hier das offensichtliche Werkzeug.

Rechne nicht damit, ihn umzulegen. Sieben Lebenspunkte, ein geschenkter Block und Indestructible im Deck. Wer Maximus töten will, gibt dafür mehr aus, als der Frag wert ist.

Und das Werkzeug, das früher genau dafür da war, gibt es nicht mehr. In Aristeia! war Shona Caranos Amputate der eine harte Konter: ein Effekt, der die Lebenspunkte umgeht, sodass ein einziger durchgekommener Schadenspunkt auch einen Maximus aus dem Spiel nahm. Im Legends-Kader findet sich nichts Vergleichbares, weder auf einer Charakterkarte noch unter den Taktiken. Seine Zähigkeit hat damit keine Abkürzung mehr, und was oben als Schwäche steht, Schaden, der die Verteidigung umgeht, ist im aktuellen Feld eine theoretische Lücke.

Fazit

Seine nackten Zahlen sind fast dieselben geblieben. Wie man ihn spielt, ist es nicht.

Lebenspunkte, Brawn, Defense und beide Passiven dem Namen nach: alles gleich. Was sich verschoben hat, zielt in eine Richtung. Er kommt zuverlässiger dorthin, wo er gebraucht wird, dafür nur noch dorthin (Relentless auf Reichweite 1-3, ein Bewegungspunkt mehr), er trifft häufiger (Switch von 16,7 auf 81,5 Prozent), und er darf sich aussuchen, wen er provoziert.

Bezahlt hat er mit Initiative und mit der Sicherheit in der Agility. Beides ist zu verschmerzen für eine Figur, deren Aufgabe darin besteht, im Weg zu stehen.

Der alte Maximus war ein Fels, der sich frei bewegen durfte, sooft der Gegner zuschlug. Der neue ist ein Fels, der zuverlässig dort landet, wo zugeschlagen wird. Das ist nicht dasselbe, und was davon besser ist, entscheidet die Aufstellung daneben.


Bilder & Karten: Corvus Belli